Tipps für Ihre Geldanlagen

Newsletter vom 29. September 2021

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Aktuelles zu Börsen & Märkten

Notenbanken machen die Anleger nervös: Der amerikanische Notenbankchef Jerome Powell hat am Dienstag mit seiner Aussage, dass der Preisdruck länger als erwartet anhalten könnte, die Finanzmärkte aufgeschreckt. Anleger nahmen bei den seit Januar gut performenden Aktien Gewinne mit. Derzeit beträgt die Teuerungsrate in den USA 5,3 Prozent. Sie liegt damit mehr als doppelt so hoch wie der langfristige Zielwert. Bereits zuvor hatte die US-Notenbank (Fed) eine baldige Drosselung der Anleihekäufe in Aussicht gestellt. So könnten diese ab Dezember von heute 120 Milliarden US-Dollar pro Monat schrittweise um 15 Milliarden US-Dollar pro Monat reduziert werden (siehe Grafik).

Bilanz der US-Notenbank flacht sich ab
Bis Mitte des nächsten Jahres werden die Anleihekäufe der US-Notenbank voraussichtlich gänzlich zurückgefahren (alle Werte in Millionen US-Dollar).
Bilanz der US-Notenbank flacht sich ab

Quelle: Bloomberg

Dies dürfte jedoch nur der Fall sein, wenn sich die Konjunkturerholung fortsetzt. Mit einer ersten Zinserhöhung ist erst Ende 2022 zu rechnen. Auch andere große Notenbanken haben die Inflationserwartungen angehoben und gleichzeitig die Wachstumsprognosen für das laufende Jahr gesenkt. Die sich allmählich anbahnende Normalisierung der Geldpolitik in den USA und weiteren Ländern befeuert erneut die Furcht der Anleger vor einem schneller und stärker ausfallenden Zinsanstieg als erwartet. Das zeigt sich nicht nur in den gesunkenen Aktienkursen, sondern auch in steigenden Anleiherenditen. So ist die Rendite für 10-jährige US-Staatsanleihen erstmals seit Juni wieder auf mehr als 1,5 Prozent gestiegen. Allerdings sind solche Ängste weitgehend unbegründet. Es ist davon auszugehen, dass die Notenbanken die Normalisierung äußerst langsam angehen und die Finanzmärkte auf jegliche Schritte vorbereiten werden. Derweil dürfte die heute noch immer expansive Geldpolitik die Aktienmärkte weiter stützen. 

China geht gegen Bitcoin & Co vor: Das Land verbietet alle Transaktionen mit Kryptowährungen.  Auch ausländische Kryptobörsen sind von der neuen Regel betroffen. Sie dürfen ihre Dienstleistungen nicht mehr in China anbieten. Die chinesische Regierung werde gegen Spekulationen mit Kryptowährungen vorgehen, um das Vermögen der Bürger sowie die wirtschaftliche, finanzielle und soziale Ordnung zu schützen. Auch das Schürfen von Kryptowährungen, das sogenannte "Mining", ist nun landesweit verboten. China ist weltweit einer der wichtigsten Standorte für diese Aktivität. Zahlreiche Rechnerfarmen haben sich im Land angesiedelt. Sie profitieren von den günstigen Stromkosten für das energieintensive Mining. In den vergangenen Monaten hatten bereits einige Regionen das Mining für illegal erklärt und diese Maßnahme auch mit dem extrem hohen Energieaufwand begründet. Die Ankündigung Chinas zu den neuen strengen Regulierungen ließ die Kurse von Bitcoin, Ether & Co einbrechen.

Fokus: Inflation erreicht Rekordmarke – wie Sie jetzt Ihr Erspartes schützen

Seit Anfang des Jahres kennt die Inflationsrate in Deutschland nur eine Richtung – noch oben. Das Ifo-Institut erwartet, dass die Inflation 2021 so hoch sein wird wie seit fast 30 Jahren nicht mehr. Die steigenden Preise sind Gift für Sparer, denn auf Konten verliert ihr Geld dadurch stetig an Wert. Wer langfristig Kapital bilden will, kommt an Sachwerten wie Aktien nicht vorbei. Denn sie schützen vor Inflation und bieten die Chance auf Wertsteigerungen.

Die Inflationsrate in Deutschland steigt immer weiter. Im August lagen die Verbraucherpreise um 3,9 Prozent höher als im Vorjahresmonat. In der ersten Jahreshälfte 2021 war die Inflationsrate bereits von 1,0 Prozent auf 2,3 Prozent gestiegen. Im Juli machte sie einen Sprung auf 3,8 Prozent. Laut einer aktuellen Prognose des Münchner Ifo-Instituts müssen Verbraucher im Gesamtjahr 2021 mit 3 Prozent Inflation rechnen. Eine noch höhere Teuerungsrate gab es zuletzt 1993 mit 4,5 Prozent.

Die Hauptursache für die aktuell hohe Inflation ist im vergangenen Jahr zu suchen. Denn in der zweiten Jahreshälfte 2020 war die Inflationsrate vor allem dank der Mehrwertsteuersenkung durchgehend negativ. Auch die niedrigen Energiepreise in der Coronakrise haben zu außergewöhnlich niedrigen Preisen beigetragen. Seit Anfang 2021 gilt nun wieder der alte Mehrwertsteuersatz und die Energiepreise haben besonders kräftig zugelegt.

Für Sparer könnte die Situation kaum ungünstiger sein. Die Sparzinsen verharren nämlich nahe der Nulllinie oder sind sogar negativ. Das bedeutet: Geld, das auf Giro- und Sparkonten, aber auch auf Festgeld- und Tagesgeldkonten liegt, verliert faktisch immer mehr an Wert. Diese Konten eignen sich deshalb im Grunde nur noch für zwei Zwecke: um einen „Notgroschen“ für unvorhergesehene Ausgaben vorzuhalten und um Geld für einen begrenzten Zeitraum zu parken, das zum Beispiel für eine Anschaffung benötigt wird.

So verliert Ihr Geld an Kaufkraft
Bei 2 Prozent jährlicher Inflation.
So verliert Ihr Geld an Kaufkraft

Berechnung: VZ VermögensZentrum

Für die langfristige Kapitalanlage sind diese Konten aber nicht mehr geeignet. Ein Blick auf die Grafik verdeutlicht das: Bei 2 Prozent Inflation schmilzt die Kaufkraft von 50.000 Euro, die zinslos angelegt werden, nach zehn Jahren auf 40.900 Euro. Nach 20 Jahren sind es nur noch 33.400 Euro und nach 30 Jahren sogar nur noch 27.300 Euro.

Soll das Kapital nach Inflation eine positive Rendite abwerfen, kommen Sparer um Sachwerte nicht herum. Auch bei steigender Inflationsrate haben Anleger damit die Möglichkeit, ihr Kapital zu erhalten und sogar nachhaltig zu steigern:

  • Aktien: Die beste Wahl, denn langfristig haben Aktien in der Regel hohe Renditen, die die Inflationsrate bei weitem übertreffen. Aktien bieten Schutz vor Inflation, weil die Unternehmen bei steigenden Preisen ihre Produkte teurer anbieten können. Es bestehen allerdings Firmen-, Branchen- und Länderrisiken, die zu Verlusten führen können. Diese lassen sich mit einer breiten Streuung und langer Haltedauer minimieren.
  • Anleihen: Unternehmensanleihen bieten oftmals höhere Renditen als viele Staatsanleihen. Ihr Wert schwankt in der Regel weniger als der von Aktien. Achten Sie auf die Bonität, um das Ausfallrisiko zu minimieren. Es bestehen Zinsänderungs- und gegebenenfalls Währungsrisiken.
  • Immobilien als Kapitalanlage: Immobilien können über einen längeren Zeitraum stark im Wert steigen. Allerdings darf bei vermieteten Objekten nicht außer Acht gelassen werden, dass die Kosten Nebenerwerbs- und Instandhaltungskosten hoch sind. Das kann zu negativen Renditen führen. Steckt ein Großteil des Vermögens in Immobilien, besteht zudem ein Klumpenrisiko.
  • Gold und andere Rohstoffe: Für das Gesamtportfolio können Rohstoffe als Inflationsschutz sinnvoll sein. Allerdings werfen sie keine laufende Verzinsung ab. Deshalb sind sie nur als Beimischung in einem Gesamtportfolio geeignet. Sinnvoll sind breit gestreute Rohstofffonds. Hohe Inflationsraten waren in der Vergangenheit oft auch ein gutes Umfeld für Gold.

Weitere Informationen erhalten Sie kostenfrei beim VZ:

Merkblatt „Niedrige Zinsen: Das Vermögen vor steigender Inflation schützen“

Merkblatt „Wie die Inflation das Ruhestandsbudget beeinflusst“

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