Tipps für Ihre Geldanlagen

Newsletter vom 8. September 2021

Informieren Sie sich jede Woche aktuell über die neuesten Entwicklungen an den Finanzmärkten.

Aktuelles zu Börsen & Märkten

US-Arbeitsmarkt enttäuscht: Auf den ersten Blick sind es gute Nachrichten: In den USA entstehen weiterhin zahlreiche neue Stellen. Die Vereinigten Staaten schufen im August rund 235.000 Arbeitsplätze außerhalb der Landwirtschaft, teilte das Arbeitsministerium mit (siehe Grafik).

Veränderung der Stellen in den USA
Im August wurden ausserhalb der Landwirtschaft rund 235.000 neue Stellen geschaffen.
Veränderung der Stellen in den USA

Quelle: Bureau of Labor Statistics

Marktteilnehmer hatten aber im Durchschnitt mit etwa dreimal so vielen neuen Stellen gerechnet. Im Juli waren noch mehr als eine Million Arbeitsplätze entstanden. Ökonomen argumentieren, das Job-Wachstum habe sich wohl wegen der sich ausbreitenden Delta-Variante des Corona-Virus verlangsamt. Zugleich gebe es in einigen Branchen einen Materialmangel, was etwa in der Industrie den Bedarf an Arbeitskräften reduziere. Alle Nachrichten und Daten zum US-Arbeitsmarkt sind stark im Fokus der Finanzmärkte. Denn die US-Notenbank macht allfällige Schritte hin zu einer etwas restriktiveren Geldpolitik auch von den Entwicklungen am Arbeitsmarkt abhängig. Fallen neue Arbeitsmarktdaten weniger gut aus als erwartet, verringert das aus Sicht der Finanzmärkte das Risiko, dass die Fed bald intervenieren und die geldpolitischen Zügel anziehen wird. Diesen stark durchwachsenen neuen Arbeitsmarktbericht nahm der Markt relativ gelassen auf. Ein Grund hierfür ist unter anderem, dass man im April schon einmal Ähnliches erlebt hatte – die Enttäuschung wurde darauf in den Folgemonaten wieder wettgemacht. Zudem fiel der Arbeitsmarktbericht nicht durch die Bank weg schwach aus. Denn die Arbeitslosen- und die Unterbeschäftigungsrate sanken erneut, die Partizipationsrate blieb stabil und die Stundenlöhne nahmen leicht zu.

OPEC+ will den Ölhahn aufdrehen: Die Organisation erdölexportierender Staaten und ihre Verbündeten (OPEC+) wollen im Oktober mehr Erdöl fördern. Die Förderung soll dann, wie bereits im Juli angekündigt, um 400.000 Barrel am Tag erhöht werden. Das teilten die Mitglieder der Erdölallianz nach einer Online-Konferenz mit. In den Folgemonaten soll die Ausweitung der Produktion um jeweils 400.000 Barrel am Tag weitergehen. Die Organisation will monatlich prüfen, ob sie weiter an dieser Strategie festhalten will. Nachdem für Erdöl sowohl die Preise als auch die Nachfrage zu Beginn der Corona-Krise stark eingebrochen waren, geht es nun seit einiger Zeit wieder deutlich aufwärts. Wegen der stärker werdenden Weltkonjunktur haben die Nachfrage und die Preise in den vergangenen Monaten wieder stark angezogen. Ein Unsicherheitsfaktor bleibt die Ausbreitung der Delta-Variante. Diese könnte in einzelnen Ländern erneut zu Lockdowns führen, welche die Wirtschaft belasten.

Großbritannien fehlen die Arbeiter: Lastwagenfahrer, Köche, Reinigungskräfte und andere Arbeiter scheinen im Vereinigten Königreich derzeit sehr begehrt zu sein. Der britische Wirtschaftsverband CBI warnt, in vielen Branchen gebe es große Personalengpässe. So könnten etwa zahlreiche offene Stellen in Gastgewerbe, Lebensmittelverarbeitung und Logistik nicht besetzt werden. Das wirke sich negativ auf den Geschäftsbetrieb und somit auch auf die gesamte wirtschaftliche Erholung in Großbritannien aus, gibt CBI zu bedenken. Die Ursache für die Knappheit sei einerseits, dass viele in Großbritannien tätige EU-Bürger das Land während der Pandemie verließen. Anderseits würden neue Arbeitskräfte von den strengen Brexit-Regeln inklusive Visavorschriften abgehalten. Der Wirtschaftsverband fordert nun von der britischen Regierung Qualifizierungsmaßnahmen für die am stärksten betroffenen Branchen.

Chinas Exporte legen stark zu: Im Vergleich zum Vorjahresmonat sind die chinesischen Exporte um 24,6 Prozent gewachsen. Dies zeigen neue Daten der Zollbehörde. Die zunehmende Nachfrage aus den Industrieländern gab den chinesischen Exporten Aufwind. Dafür belasteten höhere Kosten für Rohstoffe und Fracht sowie weiterhin gestörte Lieferketten die chinesischen Exporteure.

Fokus: Die 10 wichtigsten Fragen zu Kryptowährungen

Bitcoin und Ethereum, die größten Kryptowährungen der Welt, feiern erneut Höchststände. Anleger fragen sich, was es damit auf sich hat und ob sie ihr Geld in digitale Währungen investieren sollten. Die Experten des VZ geben Antworten auf die zehn wichtigsten Fragen.

Kryptowährung: Was ist das eigentlich genau?

Kryptowährungen sind digitale Zahlungsmittel. Sie werden nicht von Zentralbanken herausgegeben, sondern von Computern kryptografisch erstellt („krypto“ ist griechisch und bedeutet verborgen, d. h. alle Informationen sind verschlüsselt). Streng genommen sind „Kryptos“ keine „Währungen“, denn sie sind weder staatlich anerkannt noch reguliert. Nur wenige Geschäfte und Unternehmen akzeptieren sie. Im Juni hat El Salvador als erstes Land eine Kryptowährung als offizielles Zahlungsmittel zugelassen.

Was ist eine Blockchain?

Kryptowährungen werden unabhängig von Banken in eigenen, dezentralen Zahlungssystemen eingesetzt. Diese bestehen aus öffentlichen Datenbanken mit Blockchains, also Ketten mit unendlich vielen Daten-Blöcken. Über diese Blockchains kann man, ohne eine Bank dazwischen, direkt von Person zu Person bezahlen. Die Transaktion wird von Block zu Block weitergereicht und darin wie in einem digitalen Logbuch dokumentiert.

Welche Kryptowährungen gibt es?

Es gibt viele Tausend Kryptowährungen am Markt. Am bekanntesten ist der Bitcoin. Er wurde 2009 gestartet und hat heute mit Abstand die größte Marktkapitalisierung. Die zweitgrößte Kryptowährung Ethereum ist etwa halb so schwer, die folgenden schon wesentlich kleiner. Die tagesaktuelle Top-Liste steht auf CoinMarketCap.

Wie kann ich zum Beispiel einen Bitcoin kaufen und aufbewahren?

Kryptowährungen werden über Kryptobörsen oder Trading-Plattformen gehandelt, zum Beispiel Coinbase und Bitcoin.de. Auch Bruchteile sind erhältlich. Für die Aufbewahrung ist eine digitale Geldbörse nötig. Die so genannten Wallets gibt es als Computer-Programm, Smartphone-App, als Konto bei einer Kryptobörse oder auf USB-Sticks. Jede Wallet ist mit einem private Schlüsselcode gesichert und hat eine Nummer, die als Empfangs- und Sendeadresse für Käufe und Verkäufe dient.

Was reizt Anleger an Kryptowährungen?

Viele schätzen die Unabhängigkeit vom Markt und von der Politik der Zentralbanken, denn sie befürchten zum Beispiel eine stark steigende Inflation oder den Zugriff des Staates auf ihr Vermögen . Viele treibt außerdem der Reiz des Neuen und die Gier, in sehr kurzer Zeit möglicherweise sehr viel Geld zu machen. In sozialen Netzwerken wird massiv geworben mit hohen Renditeversprechen, aber oft ohne Erklärung, wie diese erreicht werden sollen. Immer wieder wird über neue Höchstkurse spekuliert. Es ist Goldgräberstimmung in Wildwestmanier. Verheißungsvolle Wetten auf die Zukunft könnten sich jedoch als Schneeballsysteme entpuppen.

Wieso schwanken die Kurse so extrem?

Kryptowährungen stehen keine realen Gegenwerte gegenüber. Der Kurs stützt sich einzig auf die Hoffnung, dass sie auch in Zukunft noch gefragt sind. Er hängt also rein von der Nachfrage ab. Diese wird besonders stark durch Nachrichten befeuert. Der Börsengang einer Kryptobörse, eine Warnung der chinesischen Notenbank, ein Tweet von Elon Musk – und schon geht der Kurs in kurzer Zeit stark nach oben oder unten.

Wie groß ist das Verlustrisiko?

Das Risiko ist sehr hoch. Wer einen ungünstigen Einstiegszeitpunkt erwischt, kann in kurzer Zeit viel Geld verlieren. Wer als Anleger nicht ständig am Ball bleibt, kann bei Korrekturen nicht schnell genug reagieren. Auch Totalverluste sind möglich. Erlahmt das Interesse an einer Kryptowährung, kann ihr Wert gegen null gehen. Und wer den privaten Schlüsselcode zu seiner Wallet verliert oder vergisst, kommt nicht mehr an sein Krypto-Geld. Allein dadurch geht laut Schätzungen der Datenanalysefirma Chainalysis jeder fünfte Bitcoin verloren.

Ist mein Investment überhaupt geschützt?

Anders als bei Bankkonten gibt es keine gesetzliche Einlagensicherung. Haben die Handelsplattform und der Wallet-Anbieter ihre Unternehmenssitze im Ausland, ist ein Ansprechpartner weit weg und eine rechtliche Handhabe schwierig. Auch Hacker-Diebstähle sind keine Seltenheit. Immer wieder gelingt es Hackern, Krypto-Geld aus Wallets zu stehlen oder ganze Handelsplattformen abzuräumen.

Wieso sind Kryptowährungen schädlich für Umwelt und Klima?

Alle digitalen Währungen werden ausschließlich auf Computern erstellt, gehandelt und verwaltet. Für Tausende von Kryptowährungen kommen Abertausende Rechenzentren zusammen, es gibt riesige Serverfarmen. Der Energieverbrauch für Betrieb und Kühlung ist enorm. Allein Bitcoin braucht pro Jahr mehr Strom als die Haushalte ganzer Staaten. Um ihr Image aufzubessern, wollen Betreiber vermehrt auf Ökostrom setzen, vor allem aus Wasserkraft.

Wie kann ich damit meine Anlagestrategie umsetzen?

Investitionen in Kryptowährungen sind nicht geeignet, um eine langfristige Anlagestrategie umzusetzen. Besser ist ein breit gestreutes Portfolio mit Aktien, einzeln oder in ETFs, das je nach Risikoprofil defensiv, ausgewogen oder offensiv ausgerichtet werden kann. Zwar sind Aktien auch von Wertschwankungen betroffen, allerdings in aller Regel deutlich weniger stark als Kryptowährungen. In riskante Anlagen wie Kryptowährungen sollte man nur „Spielgeld“ stecken, also Gelder, bei denen man einen Totalverlust verkraften kann.

Diese Seite teilen