Tipps für Ihre Geldanlagen

Newsletter vom 21. April 2021

Informieren Sie sich jede Woche aktuell über die neuesten Entwicklungen an den Finanzmärkten.

Aktuelles zu Börsen & Märkten

Anleihenmärkte deuten auf Entspannung hin: Sie gelten als Seismographen an den Finanzmärkten – die Anleihenrenditen. Seit einigen Tagen zeigt sich bei den Renditen eine Konsolidierung (siehe Grafik). Dabei ist jene der US-Staatsanleihen mit zehnjähriger Laufzeit wieder unter die Marke von 1,6 Prozent zurückgeglitten. An den Finanzmärkten ist das ein wichtiges Entspannungssignal. Zuvor hatten Zinsängste für Unsicherheit und erhöhte Kursschwankungen gesorgt. Es waren insbesondere die Aussichten auf höheres Wirtschaftswachstum im Nachgang der Corona-Krise, die im Februar und März einen Renditeanstieg an den wichtigsten Bondmärkten ausgelöst hatten. Die massiven Fiskalstimuli in den USA und die im Vergleich zu Europa rascheren Impf-Erfolge ließen die US-Renditen viel deutlicher steigen als im Euroraum. Dies wiederum hat die Zinsdifferenz zwischen diesen beiden Währungsräumen zum Vorteil der USA verschoben, was auch ein Grund für den erstarkenden US-Dollar ist. Der wichtigste Treiber für weiterhin tiefe Zinsen bleibt die Geldpolitik. Die großen Notenbanken der Welt wollen ihre ultralockere Geldpolitik um jeden Preis noch eine ganze Weile fortsetzen. Bei der US-Notenbank Fed zum Beispiel rechnet die Mehrheit der Mitglieder frühestens ab 2024 mit einer ersten Zinserhöhung.

Konsolidierung an den Anleihenmärkten
Die Rendite von zehnjährigen Staatsanleihen hat sich in den wichtigsten Industrieländern auf leicht erhöhten Niveaus eingependelt.
Konsolidierung an den Anleihenmärkten

Quelle: Bloomberg

Wirtschaft in Deutschland schrumpft: Die deutsche Wirtschaftsleistung ist im ersten Quartal sehr wahrscheinlich gesunken. Nach Einschätzung der deutschen Bundesbank haben die erneuten Corona-Beschränkungen und die vorgezogenen Käufe von Konsumenten wegen der im zweiten Halbjahr 2020 gesenkten Mehrwertsteuer die Wirtschaft ausgebremst. Diese Käufe fehlten nun zu Jahresbeginn, wie die Bundesbank in ihrem aktuellen Monatsbericht schreibt. Die Wiederanhebung der Mehrwertsteuersätze zum Jahreswechsel habe auch die Aktivität im Baugewerbe gedämpft, das zudem unter der außergewöhnlich ungünstigen Witterung im Januar und Februar gelitten habe. Die Bundesbank ist mit ihrer Einschätzung nicht allein. Auch die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute gingen jüngst davon aus, dass die deutsche Wirtschaftsleistung im ersten Quartal geschrumpft ist.

Lichtblick im US-Einzelhandel: In den USA entwickelt sich der Einzelhandel weiterhin relativ volatil. Im März gab es wieder einen Lichtblick. Die Umsätze erhöhten sich gemäß Handelsministerium gegenüber Februar um 9,8 Prozent, was deutlich mehr war als Analysten erwartet hatten. Wesentlichen Einfluss auf die gute Einkaufslaune der Bevölkerung hatten sicherlich die Checks der Regierung an die US-Haushalte sowie die teilweisen Lockerungen der Corona-Maßnahmen im Zuge der Impf-Erfolge. Der Anstieg im März folgt auf einen ebenfalls recht deutlichen Rückgang von 2,7 Prozent im Februar. Seit dem Ausbruch von Corona weist die Entwicklung der US-Einzelhandelsumsätze wesentlich größere Schwankungen auf als davor. Denn der Einzelhandel ist stark abhängig von den behördlichen Einschränkungen und deren Aufhebung sowie der Konsumlaune der Bevölkerung. Der Detailhandel ist in den USA aufgrund der Größe des Binnenmarktes der wichtigste Faktor für die Wirtschaftsleistung des Landes.

Chinas Wirtschaft bleibt trotz Rekordleistung hinter Erwartungen zurück: Die chinesische Wirtschaft ist in den ersten drei Monaten des laufenden Jahres so schnell gewachsen wie noch nie, trotz der weltweiten Corona-Krise. Das Bruttoinlandprodukt schoss laut den Angaben des nationalen Statistikamts im ersten Quartal um 18,3 Prozent in die Höhe – wenn man es mit dem ersten Quartal 2020 vergleicht. Damals, also Anfang 2020, war die chinesische Volkswirtschaft wegen des Corona-Ausbruchs und den einschneidenden Gegenmaßnahmen mit Ausgangssperren und Fabrikschließungen allerdings auch regelrecht kollabiert. Im Vergleich zum aussagekräftigeren Vorquartal (Oktober – Dezember 2020) resultiert hingegen ein eher bescheidenes Wachstum von 0,6 Prozent. Das ist deutlich weniger als von Analysten prognostiziert und weit weniger als im Schlussquartal 2020 erzielt wurde (+3,2 Prozent). Gedämpft wurde der Aufschwung von regionalen Corona-Ausbrüchen etwa rund um das Neujahrsfest im Februar, auf die der Staat mit strengen Eindämmungsmaßnahmen reagierte.

Fokus: Immobilie als Geldanlage – nicht von der Bruttorendite blenden lassen!

Mietimmobilien sind nur dann eine gute Geldanlage, wenn die Rendite nach Abzug aller Kosten stimmt. Doch häufig wird falsch gerechnet und die Bruttorendite ermittelt. Berechnet man jedoch die Nettorendite, bleibt fast nichts übrig.

Die Zinsmisere macht Mietwohnungen als Anlageobjekte immer beliebter. Ein Selbstläufer sind Renditeobjekte aber nicht, wie eine Befragung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung unter privaten Vermietern zeigt. Danach machen 28 Prozent der Mietobjekte unterm Strich Minus, 21 Prozent erzielen weniger als zwei Prozent Rendite. Nur ein gutes Viertel erwirtschaftet vier Prozent Ertrag und mehr. Dazu kommt, dass sich das Verhältnis zwischen Kaufpreisen und Mieterträgen seit Jahren verschlechtert. In Frankfurt/M. zum Beispiel stiegen die Kaufpreise zwischen 2010 und 2019 um 150 Prozent, die Mieten aber nur um 38 Prozent. Folge: Die Anlagenrenditen werden immer unattraktiver.

Rendite nicht schön rechnen

Viele Privatvermieter machen den Fehler, ihr Immobilien-Investment nicht korrekt zu berechnen. So werden häufig Instandhaltungs- und Modernisierungskosten oder Reparaturen vernachlässigt. Doch nur wenn alle Kosten erfasst sind, erhält man die tatsächliche Nettorendite. Beispiel: Eine Wohnung in Frankfurt kostet inklusive Nebenkosten 450.000 Euro, wovon 100.000 Euro Eigenkapital sind, und bringt Mieterträge von 10.800 Euro pro Jahr. Davon gehen Darlehenszinsen (3.850 Euro) und Wohngeld (2.150 Euro) ab, Mieteinkünfte und Abschreibung halten sich steuerlich die Waage. Unterm Strich ergibt dies eine Rendite von 4,8 Prozent. Rechnet man jedoch Instandhaltungskosten und Reparaturen hinzu (4.000 Euro), sinkt die Nettorendite auf 0,8 Prozent. Damit ist nicht einmal ein Inflationsausgleich möglich.

Auf die Nettorendite kommt es an
Auf die Nettorendite kommt es an

Tipp: Spekulieren Sie nicht darauf, dass der Wert der Immobilie über die Jahre so stark steigt, dass am Ende beim Verkauf die jahrelange Niedrigrendite kompensiert werden kann. Vielerorts sind Renditeimmobilien sehr teuer und haben nur beschränktes Wertsteigerungspotenzial.

Sie möchten wissen, ob Ihre Renditeimmobilie eine gute Kapitalanlage ist oder ob es attraktivere Alternativen gibt? Machen Sie den kostenfreien Immobilien-Check beim VZ!

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