Tipps für Ihre Geldanlagen

Newsletter vom 7. April 2021

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Aktuelles zu Börsen & Märkten

Beschäftigung in den USA entwickelt sich überraschend gut: Der Arbeitsmarkt in den USA setzte im März die Erholung vom Corona-Einbruch fort. Die Beschäftigung stieg deutlich stärker als von Analysten erwartet: Außerhalb der Landwirtschaft (die aufgrund starker saisonaler Effekte ausgeklammert wird) wurden im März 916.000 neue Stellen geschaffen oder wiederbesetzt – rund eine Viertelmillion mehr als erwartet. Die Zahl der neuen Stellen war ebenfalls wesentlich höher als in den Monaten zuvor. Die Arbeitslosenquote kam bei 6,0 Prozent zu liegen. Im Februar lag sie noch bei 6,2 Prozent (siehe Grafik). Jedoch sind trotz des Rückgangs der Arbeitslosenquote noch wesentlich mehr Menschen ohne Beschäftigung als vor der Corona-Krise. Im Februar 2020 herrschte bei einer Arbeitslosenquote von 3,5 Prozent praktisch Vollbeschäftigung. Wenige Monate später war die Quote auf rund 15 Prozent hochgeschossen. Erfreulich ist auch die Rate der Unterbeschäftigten zu werten. Sie ging im März von 11,1 auf 10,7 Prozent zurück. Die Partizipationsrate ist zwar nach wie vor niedrig, konnte sich aber wenigstens um 0,1 Prozentpunkte auf 61,5 Prozent verbessern. Für die USA ist dieses Jahr noch nicht mit einer Rückkehr zur Vollbeschäftigung zu rechnen. Präsident Joe Biden stellt aber mit seinem Infrastrukturprogramm über die Jahre etwa 19 Millionen neue Stellen in Aussicht.

US-Arbeitsmarkt setzt Erholung fort
Dank der jüngsten Entwicklungen auf dem US-Arbeitsmarkt rückt die Chance auf Vollbeschäftigung etwas näher.
US-Arbeitsmarkt setzt Erholung fort

Quelle: Bureau of Labor Statistics

Auch IWF wird nochmals zuversichtlicher: Der Weltwirtschaft wird eine kräftige Erholung zugetraut. Viele Ökonomen mussten deswegen bereits ihre optimistischen Prognosen nochmals in die Höhe schrauben. Diese Woche gab nun der Internationale Währungsfonds (IWF) bekannt, dass die Weltwirtschaft dank Impferfolgen und Konjunkturpaketen in diesem Jahr um 6 Prozent wachsen werde. Das sind 0,5 Prozentpunkte mehr als noch im Januar angenommen wurde. Für den IWF ist es seit Oktober bereits die zweite Erhöhung der Prognose. Im kommenden Jahr soll die globale Wirtschaft dann um 4,4 Prozent wachsen, eine Erhöhung der Prognose um 0,2 Punkte. Der IWF sieht die stärksten Impulse aus den USA kommen. Der dortigen Wirtschaft wird dieses Jahr ein Wachstum um 6,4 Prozent zugetraut und für 2022 von 3,5 Prozent. Damit hat der IWF seine Schätzungen um 1,3 bzw. 1 Prozentpunkt erhöht. Für die Eurozone hebt der IWF seine Prognose für dieses und kommendes Jahr um jeweils 0,2 Punkte an: 2021 soll die Wirtschaft um 4,4 Prozent wachsen und 2022 um 3,8 Prozent.

Deutsche Autoindustrie spürt Aufwind: Die aktuellen Geschäfte der deutschen Autohersteller und ihrer Zulieferer sind zuletzt besser gelaufen. Zu diesem Schluss kommt das Ifo-Institut nach einer Branchenumfrage. Der entsprechende Geschäftslage-Indikator stieg von minus 0,4 im Februar auf 7,9 Punkte im März. Damit liegt er jetzt etwa auf dem Niveau von Anfang 2020, vor Beginn der Corona-Krise. "Bei den Autobauern ist der Frühling angekommen", wird Klaus Wohlrabe, Leiter der Ifo-Umfragen, in einer Mitteilung zitiert. Gleichzeitig sind die Manager nicht mehr so optimistisch für die kommenden Monate wie zuletzt. So sank der Indikator für die Geschäftsaussichten auf 19,1 Punkte von 37,3 im Februar. Dennoch will die klare Mehrheit der Unternehmen die Produktion ausweiten, wie es weiter heißt. Der entsprechende Indikator stieg um gut 10 auf 46,1 Punkte.

Anlegerstimmung im Euroraum hellt sich deutlich auf: In der Eurozone hat sich die wirtschaftliche Lagebeurteilung offenbar weiter verbessert. Der Konjunkturindex des Marktforschungsinstituts Sentix, der die Stimmung der Anleger im Euroraum misst, ist im April gegenüber März um 8,1 Punkte auf 13,1 Zähler gestiegen. Das ist der höchste Wert seit Sommer 2018. Von den befragten Investoren wurden auch die Erwartungen deutlich besser eingeschätzt. Mit 34,8 Punkten erreichte der entsprechende Indikator sogar ein Rekordhoch. Die Anleger bauten in ihren Erwartungen auf einen beschleunigten Impferfolg in der gesamten EU, heißt es in der Sentix-Mitteilung. Der wirtschaftliche Erholungsprozess werde durch eine massive Ausweitung der Fiskalpolitik unterstützt.

Fokus: Wenn das Bauchgefühl das Anlegen bestimmt

Anleger begehen oft einen großen Fehler: Sie treffen ihre Entscheidungen auf Basis von Emotionen. Stattdessen sollten sie ihre Emotionen ausschalten – und klare Regeln für die Geldanlage festlegen.

Viele Anleger lassen sich unter anderem von kurzfristigen Kursschwankungen leiten, was zu emotionalen Kauf- und Verkaufsentscheidungen führen kann. Diese Entscheidungen können der langfristigen Rendite jedoch massiv schaden.

So lässt sich erklären, dass der Aktienmarkt gerade bei längerfristig steigenden Kursen viele Privatanleger anlockt, die zuvor skeptisch waren. Anleger denken dann: "Alle machen so tolle Gewinne, ich sollte auch mitmachen". Hält der Aufwärtstrend an, kommt Begeisterung oder gar Euphorie auf. In dieser Phase steigen besonders viele unerfahrene Anleger ein – häufig, kurz bevor die Kurse einbrechen. Wenn es dann abwärts geht, relativieren Anleger ihre Verluste und denken: "Macht nichts, ich lege ja langfristig an". Auf dem Tiefpunkt der Korrektur geben viele Anleger auf. Sobald sich die Kurse wieder erholen, keimt die Hoffnung wieder auf und das Spiel beginnt von vorne (siehe Grafik).

So reagieren Anleger typischerweise
Anleger sind häufig hin- und hergerissen zwischen Gier, Panik und Hoffnung.
So reagieren Anleger typischerweise

Heute untersucht mit der Verhaltensökonomie ein ganzer Wissenschaftszweig die Bedeutung von Emotionen und gesellschaftlichen Einflüssen bei Anlageentscheiden. Dieser Fachbereich geht den Fragen nach, wie Anlageentscheide tatsächlich zustande kommen, welche Verhaltensmuster sich erkennen lassen und welche Fehler Anleger immer wieder machen. Ein gut erforschtes und oft beobachtetes Phänomen ist der sogenannte Dispositionseffekt. Dieser beschreibt die Tendenz der Anleger, verlustreiche Investitionen zu lange zu halten und Anlagen nach Kursgewinnen zu früh zu verkaufen. Eigentlich wäre genau das Gegenteil richtig: Gewinne sollten laufen gelassen, Verluste begrenzt werden.

Daher empfiehlt es sich, vor der Investition einfache und nachvollziehbare Regeln zu formulieren und anhand historischer Daten zu testen. Mit solchen Anlagestrategien, die einem klaren Schema folgen, können bei einer disziplinierten Umsetzung Emotionen ausgeschaltet werden. Eine solche Regel können gleitende Durchschnitte sein, die Kauf- und Verkaufszeitpunkte von Titeln signalisieren. Und mittels Stop-Loss-Auftrag lassen sich Verluste im Falle einer Korrektur begrenzen – eine der wichtigsten Regeln bei der Geldanlage. Der erfolgreiche US-Investor Warren Buffet hat einmal gesagt: Die erste Regel lautet, keine Verluste zu machen. Und die zweite Regel lautet, die erste nicht zu vergessen.

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