Tipps für Ihre Geldanlagen

Newsletter vom 31. März 2021

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Aktuelles zu Börsen & Märkten

Inflation in Eurozone steigt weiter: In der Eurozone ist das allgemeine Preisniveau im März gestiegen. Konkret verteuerten sich die Konsumentenpreise innerhalb der letzten zwölf Monate um 1,3 Prozent, wie das Statistikamt Eurostat in einer ersten Hochrechnung ermittelt hat. In den beiden Monaten zuvor lag die Inflationsrate bei jeweils 0,9 Prozent (siehe Grafik). Der aktuelle Preisauftrieb ist insbesondere auf höhere Energiepreise zurückzuführen, die im Durchschnitt 4,3 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats liegen. Zuvor waren die Energiepreise über viele Monate gesunken, zum Teil sehr stark. Andere Komponenten wie Lebensmittel, industriell gefertigte Waren oder Dienstleistungen verteuerten sich im März deutlich schwächer als Energie. Die Europäische Zentralbank (EZB) rechnet für das laufende Jahr mit einer Teuerung von 1,5 Prozent. Danach soll sich die Entwicklung wieder beruhigen, da der grundsätzliche Preisauftrieb nach wie vor gedämpft sei. Das Inflationsziel der EZB von knapp 2 Prozent scheint damit bis auf weiteres unerreicht zu bleiben. Die Furcht vor einem kräftigen Inflationsschub, wie sie in verschiedenen Medienberichten immer wieder geschürt wird, dürfte somit unbegründet sein. Die Überwindung des historischen Wirtschaftseinbruchs wird noch eine längere Zeit in Anspruch nehmen, was die Inflation mittelfristig gedämpft halten wird. Aus heutiger Sicht scheint daher alles andere als eine moderate Inflationsentwicklung als nicht sehr realistisch.

Inflation in Eurozone steigt
Im März ist die Inflationsrate in der Eurozone auf 1,3 Prozent gestiegen.
Inflation in Eurozone steigt

Quelle: Eurostat

Geschäftsklima in Deutschland so gut wie seit fast zwei Jahren nicht: In Deutschland haben sich die Aussichten für die Wirtschaft im März überraschend stark verbessert. Der vom Ifo-Institut erhobene Geschäftsklimaindex stieg trotz der dritten Corona-Welle um 3,9 Punkte auf 96,6 Zähler. Das ist der höchste Wert seit Juni 2019. Im verarbeitenden Gewerbe setzt das Geschäftsklima seinen Aufschwung fort. Die Unternehmer blickten hier deutlich zufriedener auf ihre aktuellen Geschäfte, wie das Ifo schreibt. Die Erwartungen der Unternehmer seien zuletzt im November 2010 so optimistisch gewesen wie heute. "In allen Industriebranchen stehen die Zeichen auf Aufschwung", so Ifo-Präsident Clemens Fuest in der Mitteilung. Bei den Dienstleistern zeige sich erstmals seit Herbst wieder vorsichtiger Optimismus.

Bessere Stimmung bei Konsumenten in Frankreich: Die Stimmung der französischen Konsumenten hat sich im März überraschend verbessert. Der vom Statistikamt Insee erhobene Indikator stieg zum Vormonat um 3 Punkte auf 94 Zähler. Zuvor war die Konsumentenstimmung zwei Monate in Folge gesunken. Trotz des Anstiegs im März liegt der Indikator weiter unter dem längerfristigen Durchschnitt von 100 Punkten. Die Neigung der Franzosen zu größeren Anschaffungen habe zugenommen, heißt es in der Mitteilung von Insee. Außerdem erreichte die Sparneigung der privaten Haushalte erneut einen Höchstwert. Dies dürfte sowohl Folge erhöhter Unsicherheit in der Corona-Pandemie sein als auch mit den zeitweisen Schließungen vieler Geschäfte zu tun haben.

Japans Industrie erleidet Rückschlag: In Japan, der hinter den USA und China drittgrößten Volkswirtschaft der Welt, hat die Industrieproduktion im Februar wieder einen Dämpfer verzeichnet. Die Gesamtherstellung verringerte sich im Vergleich zum Vormonat um 2,1 Prozent, wie die Regierung auf Basis vorläufiger Daten mitteilte. Der Rückgang fiel damit etwas stärker aus als Analysten im Vorfeld prognostiziert hatten. Im Januar war die Industrieproduktion nach revidierten Daten noch um 4,3 Prozent gestiegen. Die produzierenden Unternehmen erwarten nach Angaben der Regierung für März einen weiteren Produktionsrückgang um 1,9 Prozent, bevor der Ausstoß der Industrie im April mit 9,3 Prozent wieder steigen dürfte.

Fokus: In sechs Schritten zum richtigen ETF

Den richtigen ETF zu finden ist wie die Suche nach der Nadel im Heuhaufen. Ein strukturiertes Vorgehen hilft.

ETFs sind gefragt wie noch nie, und das nicht ohne Grund. Sie sind günstig, transparent, liquide und bieten verschiedene Vorteile gegenüber anderen Anlageprodukten. Neben der Nachfrage wächst auch das Angebot laufend, was die Wahl eines ETFs nicht einfacher macht. Folgende sechs Schritte helfen bei der Wahl des richtigen ETF.

1. Herleitung der Anlagestrategie

Vor einer Investition sollte sich ein Anleger zunächst über die Anlagestrategie im Klaren werden. Sie gibt die langfristige Aufteilung der Ersparnis auf die verschiedenen Anlageklassen wie Aktien, Anleihen oder Rohstoffe vor. Verschiedene Studien zeigen, dass eine klar definierte Anlagestrategie der wichtigste Faktor für den Anlageerfolg ist.

Für die Herleitung der Anlagestrategie sind zwei Faktoren essenziell - die Risikofähigkeit und die Risikobereitschaft. Die Risikofähigkeit besagt, in welchem Zeitraum der Anleger welchen Anteil seines Vermögens benötigt. Wer beispielsweise im kommenden Jahr einen Großteil seines Vermögens für den Kauf eines Hauses verwenden will, hat eine tiefe Risikofähigkeit. Die Risikobereitschaft drückt aus, wie gut der Anleger vorübergehende Kursverluste auf seinen Investitionen emotional verkraftet. Wer schlecht mit Verlusten umgehen kann, hat eine tiefe Risikobereitschaft. Eine hohe Risikofähigkeit und -bereitschaft schließen sich dabei nicht aus. Ein Anleger kann sowohl eine hohe Risikofähigkeit als auch -bereitschaft haben und umgekehrt.

2. Index wählen

Anleger müssen sich bewusst sein, dass ETF-Anlagen die Wertschwankung des Indexes vollumfänglich abbilden. Die Wahl des richtigen Indexes ist deshalb von zentraler Bedeutung.

Um eine Vorstellung für die Wertentwicklung eines ETFs zu bekommen, empfiehlt sich ein Blick auf die historischen Renditen und Kursschwankungen des zugrundeliegenden Indexes. Dabei sollte ein möglichst langer Zeitraum betrachtet werden. Hilfreich ist auch ein Verständnis für die Berechnung und Zusammensetzung des Indexes. Viele Indizes gewichten die Titel entsprechend ihrem Börsenwert. Dadurch können sich Klumpenrisiken ergeben.

3. Abbildungsqualität prüfen

Viele Anleger gehen davon aus, dass ein ETF seinen Vergleichsindex exakt eins zu eins abbildet. Das hätte zur Folge, dass die ETF-Rendite der Benchmark-Rendite entsprechen würde. Das ist aber nicht der Fall. Zwischen einzelnen ETFs auf einen bestimmten Index kann es zu Renditeunterschieden von mehreren Prozentpunkten pro Jahr kommen. Diese Abweichungen lassen sich unter anderem auf die Produktkosten zurückführen. Um die Abbildungsqualität eines ETF zu messen, lohnt es sich, die ETF-Rendite mit der Indexrendite zu vergleichen. Unterscheiden sie sich stark, ist Vorsicht geboten.

4. Replikationsart wählen

Die Replikationsart beschreibt die Art und Weise, wie ein ETF einen Index abbildet. Grundsätzlich wird zwischen physischer Replikation und synthetischer Replikation unterschieden. Bei der physischen Replikation investiert der ETF in die im Index enthaltenen Wertschriften. Die synthetische Replikation funktioniert über Finanzderivate. Sie ist komplizierter und weniger transparent als die physische Indexnachbildung. Gewisse Märkte lassen sich jedoch nur durch synthetische Replikation abbilden.

Die Risiken von physisch replizierenden ETFs werden häufig als geringer eingestuft. Unter gewissen Umständen kann die synthetische Replikation aber durchaus sinnvoll sein. Die passende Replikationsart muss deshalb von Fall zu Fall beurteilt werden.

5. Kosten vergleichen

Einen Hinweis auf die Höhe der jährlich anfallenden Kosten in einem ETF gibt die Gesamtkostenquote TER. Sie umfasst neben den Verwaltungsgebühren auch die Kosten für Werbung und Vertrieb des Produkts. Eine tiefe TER sorgt dabei nicht zwangsläufig für eine höhere Rendite (siehe Tabelle). Denn zum einen sind in der TER nicht alle Kostenkomponenten eines ETF enthalten. Zum anderen wird die Rendite auch von der Replikationsart beeinflusst.

Tiefere Kosten führen nicht immer zu höheren Renditen

ETF Vergleichsindex TER 2020 Rang nach TER Rendite 2020

Rang nach Rendite

ETF 1 Euro Stoxx 50 0,09% 1 -2,43% 2
ETF 2 Euro Stoxx 50 0,10% 2 -2,48% 3
ETF 3 Euro Stoxx 50 0,15% 3 -2,53% 4
ETF 4 Euro Stoxx 50 0,15% 3 -2,37% 1

Quelle: Bloomberg

6. Handelsgebühren optimieren

Beim Kauf und Verkauf eines ETF fallen bankübliche Gebühren und Börsenabgaben an. Zudem muss auch der Kauf- bzw. Verkaufspreis eines ETFs genauer analysiert werden. Bei börsengehandelten Wertpapieren wie ETFs besteht üblicherweise eine Spanne zwischen Geld- und Briefkurs. Diese Spanne (auch Spread genannt) entspricht der Preisdifferenz zwischen Ankaufkurs (Brief) und Verkaufskurs (Geld). Anleger sollten auf eine tiefe Geld-Brief-Spanne achten. Als Faustregel gilt, dass Anleger ihre Transaktionen in der Mitte der Handelszeit tätigen sollten, da die Spreads zu Beginn und am Ende des Tages oft höher sind.

Wichtig beim Kauf oder Verkauf eines ETFs ist zudem, dass die im ETF enthaltenen Wertpapiere zum Zeitpunkt der Transaktion gehandelt werden. Ein ETF auf den US-Aktienmarkt beispielsweise sollte dann an einem deutschen Börsenplatz gekauft werden, wenn die US-Börsen geöffnet sind. Andernfalls wäre mit höheren Spreads zu rechnen.

Anlagestrategie mit ETFs umsetzen

ETFs eignen sich sehr gut, um beispielsweise mit regelmäßigen Einzahlungen fürs Alter zu sparen. Dank der großen Produktpalette lässt sich eine Anlagestrategie mittlerweile ausschließlich mit ETFs umsetzen. An deutschen Börsen stehen rund 1800 dieser Fonds zur Auswahl, die in eine Vielzahl von Anlageklassen, Märkten und Währungen investieren und eine breite Diversifikation des Vermögens ermöglichen.

Sie möchten noch mehr über die Auswahl des richtigen ETFs erfahren? Das VZ hat die wichtigsten Tipps für die ETF-Auswahl in einem kostenlosen Merkblatt zusammengefasst.

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