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Newsletter vom 24. März 2021

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Aktuelles zu Börsen & Märkten

Zinswende in USA bleibt in weiter Ferne: Für die Finanzmärkte ist es ein wichtiges Signal – die US-Notenbank Fed bleibt wegen der Corona-Pandemie sehr expansiv und stimulierend. An ihrer Zinssitzung in der vergangenen Woche beließ die wohl wichtigste Notenbank der Welt ihren Leitzins auf der Nulllinie. Auch die Wertpapierkäufe in Höhe von rund 120 Milliarden US-Dollar im Monat zur Stützung der Konjunktur werden unverändert weitergehen. Man werde den Arbeitsmarkt und die Wirtschaft "so lange es nötig ist" mit "allen zur Verfügung stehenden Mitteln"  unterstützen, machte der Fed-Chef Jerome Powell einmal mehr klar. Die hauseigenen Prognosen zum Wirtschaftswachstum (BIP) und zur Inflationsentwicklung wurden derweil nach oben angepasst. So rechnet die Fed für das laufende Jahr mit einem BIP-Wachstum für das laufende Jahr von 6,5 Prozent. Letzten Dezember waren die Fed-Ökonomen noch von einem Plus von 4,2 Prozent ausgegangen (siehe Grafik). Damit könnte die US-Wirtschaft die chinesische Volkswirtschaft überflügeln, hatte doch Staats- und Parteichef Xi Jinping am Volkskongress für das laufende Jahr ein BIP-Wachstum von "mindestens 6 Prozent" vorausgesagt. Neu rechnet die US-Notenbank auch mit einer höheren Inflationsrate von 2,4 Prozent für dieses Jahr. Das liegt deutlich über den Schätzungen vom Dezember mit 1,8 Prozent. Powell betonte, ein temporäres Überschreiten des Fed-Ziels von rund zwei Prozent für die Inflationsrate sei kein Grund für eine Zinserhöhung. Aktuell rechnet nicht einmal die Hälfte der Fed-Mitglieder bis Ende 2023 mit einer Zinserhöhung.

Fed erhöht Prognose für Inflation und Wirtschaftswachstum
Die US-Notenbank Fed rechnet für das laufende Jahr mit einer Inflationsrate von 2,4 Prozent und einem BIP-Wachstum von 6,5 Prozent.
Fed erhöht Prognose für Inflation und Wirtschaftswachstum

Quelle: US-Notenbank

Boom in Industrie hellt Wirtschaftsstimmung in Eurozone auf: Die Stimmung unter den Chefeinkäufern im Euroraum hat sich auch im März weiter verbessert. Der Einkaufsmanagerindex des Marktforschungsunternehmens IHS Markit stieg zum Vormonat um 3,7 Punkte auf 52,5 Zähler. Damit notiert eines der wichtigsten Konjunkturbarometer für den Euroraum erstmals seit letztem September wieder über der Marke von 50 Punkten, ab der Wachstum angezeigt wird. Gleichzeitig ist das der höchste Wert seit Juli letzten Jahres. Die Verbesserung ist insbesondere auf die Entwicklungen im Industriesektor zurückzuführen, wo der Subindex um 4,5 Punkte auf 62,4 Zähler hochschnellte – ein Rekord. "Der Nachfrageboom nach Industrieerzeugnissen belastet die Lieferketten so stark wie nie zuvor", wird Markit-Chefökonom Chris Williamson in der Mitteilung zitiert. Dies wiederum hat die Kosten so stark in die Höhe getrieben wie seit zehn Jahren nicht mehr. "Dieser Kostendruck dürfte sich in den nächsten Monaten in höheren Verbraucherpreisen niederschlagen." Der Dienstleistungssektor litt derweil weiter unter der Corona-Pandemie. Immerhin habe sich die Talfahrt unter anderem dank der von der Industrie überspringenden Wachstumseffekte verlangsamt (+3,1 auf 48,8 Punkte).

Wegen Brexit brechen britische Lebensmittelexporte ein: Die Ausfuhren von Lebensmitteln aus Großbritannien in die Europäische Union sind im Januar im Vergleich zum Vorjahresmonat um rund drei Viertel zurückgegangen. Der britische Lebensmittelverband Food and Drink Federation macht für diese Entwicklung nicht-tarifäre Handelshemmnisse durch den Brexit verantwortlich. Das sind beispielsweise Lebensmittelzertifikate. Hinzu komme, dass britische Unternehmen in der Europäischen Union ihre Lagerbestände vor dem Austritt aus Binnenmarkt und Zollunion zum Jahreswechsel noch aufgefüllt hätten. Die Coronavirus-Pandemie spiele eine untergeordnete Rolle. Exporte in Nicht-EU-Länder seien im Vergleich nur um rund 11 Prozent gesunken.

Fokus: ETFs, Indexfonds und Tracker-Zertifikate: Was passt am besten zu mir?

Passives Investieren steht hoch im Kurs. Doch das Produktangebot ist mittlerweile kaum noch zu überblicken. Diese Auswahl haben Anleger:

Passive Anlageinstrumente bilden einen Vergleichsindex ab – ein teures Management wird damit überflüssig. Somit profitieren Anleger von niedrigeren Kosten als bei aktiven Produkten. Und Studien beweisen: aktive Fonds schneiden nach Kosten oft schlechter als ihre Benchmark ab.

Beim passiven Investieren haben Anleger die Auswahl zwischen börsennotierten Fonds (Exchange Traded Funds, kurz ETFs), nichtnotierten Fonds (Indexfonds) und Zertifikaten.

Ein aus Anlegersicht zentraler Unterschied zwischen ETFs und Indexfonds auf der einen Seite und Zertifikaten auf der anderen Seite ist die Rechtsstruktur. Bei ersteren handelt es sich um Sondervermögen, wobei das investierte Vermögen vom Vermögen der Fondsanbieter getrennt ist. Im Insolvenzfall des Emittenten ist der Anleger also vor Forderungen von Gläubigern geschützt. Indexzertifikate hingegen sind Schuldverschreibungen. Wird der Emittent zahlungsunfähig, droht dem Anleger im schlimmsten Fall der vollständige Verlust seiner Investition, wie das beispielsweise beim Konkurs von Lehman Brothers 2008 der Fall war. Damals wurden viele Zertifikate der Bank wertlos.

Auch zwischen ETFs und Indexfonds gibt es Unterschiede. Beispielsweise werden Indexfonds im Gegensatz zu ETFs in der Regel nicht an der Börse notiert. Auch können Indexfonds meist nur einmal pro Tag gehandelt werden, was bei ETFs laufend während der Börsenöffnungszeiten möglich ist. Im Gegenzug können Indexfonds günstiger sein. Dies gilt besonders dann, wenn man in großen Volumen handelt – wie das VZ für seine Kunden.

Das Angebot an Indexfonds ist für Privatanleger überschaubar. Dies ist insbesondere darauf zurückzuführen, dass diese Produkte lange nur institutionellen Anlegern vorbehalten waren. Erst in den vergangenen Jahren haben sich die Anbieter stärker für Kleinanleger geöffnet.

Bei ETFs und Zertifikaten ist die Auswahl größer als bei Indexfonds. Darüber hinaus sind Zertifikate leichter zu emittieren als ETFs und Indexfonds. So können Nischenindizes und Trendthemen einfacher abgedeckt werden.

Wer in passive Produkte investieren möchte, sollte im ersten Schritt sein Ziel festlegen. Dazu sollte die Gewichtung der einzelnen Anlageformen im Gesamtportfolio feststehen. Zudem ist es empfehlenswert, den Aktivitätsgrad der Strategie zu bestimmen, ob also von der Zielgewichtung abgewichen werden darf, und – falls ja – in welcher Regelmäßigkeit.

In einem nächsten Schritt sollte der Anleger einen Index auswählen, der zu den Anlageklassen und zum Aktivitätsgrad passt. Hierfür ist es unerlässlich, dass er sich mit den Eigenschaften und der Entwicklung des Indexes in unterschiedlichen Marktphasen vertraut macht.

Das Marktumfeld spielt bei der Auswahl der Produktart nur eine untergeordnete Rolle, da alle passiven Anlageinstrumente das gleiche Ziel verfolgen: einen Index nachzubilden. Allerdings steht je nach Index eventuell nur eine bestimmte Produktart zur Verfügung. So können zum Beispiel bestimmte Nischenthemen nur mit Zertifikaten abgebildet werden.

Sofern passive Anlagefonds den gesuchten Index abdecken und das Emittentenrisiko umgangen werden soll, sind diese den Zertifikaten vorzuziehen. Dabei stehen Anlegern mehrere ETFs und Indexfonds verschiedener Anbieter zur Verfügung. Der Anleger sollte sich deswegen vor einer Investition auch im Klaren sein, ob er innerhalb eines Tages handeln möchte oder ob es ihm reicht, den Fonds einmal täglich zum Schlusskurs handeln zu können. Ist die Handelbarkeit innerhalb eines Tages eine zwingende Voraussetzung, kommen demnach nur ETFs in Frage.

Ein weiterer Aspekt für die Auswahl eines Instruments ist die von der Anlagestrategie vorgegebene Haltedauer. Bei einer langen Haltedauer (z.B. Kaufen-und-Halten-Strategie) liegt der Fokus bei der Produktauswahl vor allem auf den Verwaltungskosten und der Renditedifferenz im Vergleich zum Index. Hingegen spielen die Schwankungen dieser Differenz und die Handelsgebühren für den Kauf und Verkauf bei einer kurzen Haltedauer mit vielen taktischen Transaktionen eine größere Rolle. In beiden Fällen können sich je nach individueller Produktqualität ETFs, Indexfonds oder Zertifikate eignen.

Für welchen Anleger sich welches Produkt in welcher Situation am besten eignet, lässt sich nicht pauschal beantworten. Je nach Anlagestrategie, Haltedauer, Risikoaversion und individuellem Bedürfnis des Anlegers kann der Einsatz eines ETFs, Indexfonds oder Zertifikats empfehlenswert sein, oder eine Kombination aus diesen Produkten. Aufgrund des dynamischen Marktumfeldes kann zudem eine andere Produktart vorteilhafter werden. Deshalb ist eine laufende Überwachung der eingesetzten Anlageinstrumente wichtig.

Überblick der Produkteigenschaften von ETFs, Indexfonds und Tracker-Zertifikaten

  ETF Indexfonds Tracker-Zertifikate
Zielsetzung Möglichst genaue Indexabbildung Möglichst genaue Indexabbildung Möglichst genaue Indexabbildung
Verwaltungskosten Tief Tief Tief
Rechtsstruktur Sondervermögen Sondervermögen Schuldverschreibung
Emittentenrisiko Nein Nein Ja
Börsennotierung Ja i.d.R. Nein Ja
Handelbarkeit Laufend während der Börsenöffnungszeiten Einmal pro Tag Laufend während der Börsenöffnungszeiten
Produktanzahl Hoch Tief Hoch
Produktvielfalt Mittel Tief Hoch

 

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