Tipps für Ihre Geldanlagen

Newsletter vom 10. Februar 2021

Informieren Sie sich jede Woche aktuell über die neuesten Entwicklungen an den Finanzmärkten.

Aktuelles zu Börsen & Märkten

US-Arbeitsmarkt zeigt wenig Dynamik: Die Lage am US-Arbeitsmarkt bleibt auch zum Jahresbeginn angespannt. Die Beschäftigung stieg im Januar zwar um 49.000 Stellen, wie das US-Arbeitsministerium mitteilte. Das war jedoch viel weniger, als Analysten im Vorfeld prognostiziert hatten. Zudem ist die Entwicklung im Dezember noch schwächer ausgefallen als bislang bekannt. Demnach sind zum Jahresende 227.000 Stellen verloren gegangen. Zuvor war ein Verlust von 140.000 Jobs gemeldet worden. Doch immerhin sinkt die Arbeitslosenrate wieder, und zwar um 0,4 Prozentpunkte auf 6,3 Prozent (siehe Grafik). In der ersten Welle der Corona-Pandemie war die Arbeitslosigkeit im April auf ein Rekordhoch von 14,7 Prozent gestiegen. Allerdings geht gleichzeitig auch die Partizipationsrate zurück. Ein Teil der tieferen Arbeitslosenrate ist also darauf zurückzuführen, dass Personen (vermutlich nicht freiwillig) komplett aus dem Arbeitsmarkt ausscheiden. Oder: Diese Personen werden einfach nicht korrekt erfasst. Wer sich nicht bei der entsprechenden Stelle meldet, ist statistisch gesehen nicht arbeitslos. Fazit: Covid-Impfungen hin oder her – es wird wohl noch einige Quartale dauern, bis der US-Arbeitsmarkt wieder auf dem Stand von vor der Pandemie zurück ist.

Arbeitslosenrate sinkt, Partizipationsrate aber auch
Am US-Arbeitsmarkt bleibt die Lage angespannt.
Arbeitslosenrate sinkt, Partizipationsrate aber auch

Quelle: US-Arbeitsministerium

Produktion in Deutschland stagniert zum Jahresende: Die Gesamtherstellung im produzierenden Gewerbe in Deutschland hat sich im Dezember im Vergleich mit November in der Summe nicht verändert. Analysten hatten im Durchschnitt einen Zuwachs um 0,3 Prozent erwartet. Zwar legte Warenherstellung in den Industriebetrieben zu. Auf dem Bau und in der Energieerzeugung nahmen die Aktivitäten allerdings ab, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Von dem schweren Einbruch während der ersten Corona-Welle im Frühjahr 2020 hat sich das Gewerbe mittlerweile zwar deutlich erholt. Die Produktion liegt aber immer noch 3,6 Prozent unter dem Vorkrisenniveau. Im Gesamtjahr 2020 ging die Produktion um 8,5 Prozent zurück.

Draghi macht Fortschritte bei möglicher Regierungsbildung in Italien: Der frühere Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi, hat die zweite Runde der Sondierungsgespräche für eine neue Regierung in Italien abgeschlossen. Der 73-jährige könnte damit bald den nächsten Schritt gehen und anfangen, einen konkreten politischen Plan sowie ein Kabinett aufzustellen. Mitte Januar hatte die Partei Italia Viva von Ex-Premier Matteo Renzi mit ihrem Austritt aus dem Kabinett das Mitte-Links-Bündnis von Ministerpräsident Giuseppe Conte zu Fall gebracht – und damit die zweite Regierungskrise seit den Wahlen vom März 2018 ausgelöst. Conte trat wenige Tage später zurück. Grundsätzlich positive Töne zu Draghi kommen von der bislang zweitgrößten Regierungspartei, der sozialdemokratischen Partito Democratico. Auch Silvio Berlusconi hat Bereitschaft signalisiert, mit seiner Partei Forza Italia eine Regierung Draghi zu unterstützen. Unterstützung hat auch Renzi und dessen Partei Italia Viva zugesagt. Renzi hatte sich in der Vergangenheit bereits mehrfach positiv zu einem möglichen Regierungschef Draghi geäußert. Draghi, dessen Amtszeit als EZB-Chef im Oktober 2019 abgelaufen war, genießt an den Finanzmärkten ein hohes Ansehen. Als bekannt wurde, dass er in Italien eine neue Regierung formen soll, fand das großes Echo an den Bondmärkten. Die Risikoaufschläge der italienischen Staatsanleihen, die aufgrund der Regierungskrise in die Höhe geschnellt waren, sanken wieder auf ein normales Niveau zurück.

Ölpreise setzen Höhenflug fort: Die Ölpreise stehen weiter im Aufwind. Der Preis für ein Fass der Nordseesorte Brent erreichte die Marke von 61 US-Dollar. Die US-Sorte WTI wurde zuletzt zu etwa 58 US-Dollar pro Fass gehandelt. Die Erdölpreise notieren damit auf dem höchsten Niveau seit gut einem Jahr. Seit etwa Anfang November, als die ersten Impfstofferfolge gemeldet wurden, steigen die Preise kontinuierlich an. Damals lagen die Fasspreise in beiden Fällen bei unter 40 US-Dollar. Ein wichtiger Preistreiber ist die Hoffnung, dass die Nachfrage nach Rohöl und Ölprodukten wie Benzin mit der voranschreitenden Durchimpfung und der Aufhebung der Beschränkungen des öffentlichen Lebens stärker anzieht. Zudem wird das Ölangebot durch Förderkürzungen in Saudi-Arabien, dem wohl wichtigsten Förderland der Welt, künstlich verknappt.

Tesla beschert Bitcoin neuen Rekord: Der Wert eines Bitcoin ist allein in den letzten Tagen um mehrere tausend US-Dollar gestiegen. Zeitweise war die bekannteste Kryptowährung der Welt auf über 48.000 US-Dollar geklettert und markierte damit ein neues Allzeithoch. Der Grund für den erneuten Höhenrausch: Zu Wochenbeginn gab der Elektroautobauer Tesla bekannt, in naher Zukunft auch Zahlungen in Bitcoin akzeptieren zu wollen. Zudem hat die Firma 1,5 Milliarden US-Dollar seiner Cash-Reserven in Bitcoin investiert. Im Bitcoin-Sog zogen weitere Blockchain-Devisen wie Ether nochmals deutlich an. Die Marktkapitalisierung der beiden größten Kryptowährungen Bitcoin und Ether, die zusammen gut drei Viertel des Marktes ausmachen, beträgt mittlerweile über 1 Billion US-Dollar.

Fokus: Wie Anleger von Börsenschwankungen profitieren

An der Börse herrscht ein ständiges Auf und Ab. Wer sich davon nicht beirren lässt und konsequent am Ball bleibt, der kann zum Beispiel mit einem ETF-Sparplan langfristig von Marktschwankungen profitieren.

Bei heftigen Kursschwankungen – wie zuletzt in der Coronavirus-Krise – überlegen viele Anleger, sich von der Börse zu verabschieden. Doch so tief die Börse auch ins Minus rutscht: Anleger verlieren erst dann Geld, wenn sie ihre Wertpapiere tatsächlich verkaufen. Da aber die Kapitalmärkte nach Rückschlägen regelmäßig wieder aufwärts tendieren, wäre ein Verkauf in der Krise ein fataler und teurer Fehler.

Ausdauer zahlt sich aus

Ein typisches Beispiel sind die Börsenjahre 2018/19. Der MSCI World Index brach im Herbst 2018 um zehn Prozent ein. Anfang 2019 startete er eine beeindruckende Rally. Wer Ende 2018 verkauft hatte, erlitt Verluste. Wer aber dabeiblieb, der gewann bis Ende 2019 knapp sechs Prozent hinzu.

Ähnlich war es zu Beginn der Coronavirus-Krise. Von Mitte Februar bis Mitte März 2020 verlor der Deutsche Aktien-Index DAX fast 40 Prozent an Wert. In der anschließenden Erholungsphase legte er rasch wieder zu. Der 24. März 2020 war mit 11 Prozent Zuwachs einer der stärksten Börsentage der letzten Jahrzehnte. Nach einem weiteren, nicht ganz so starken Absturz im Oktober hat der DAX heute seinen damaligen Stand bereits übertroffen. Diese und andere Beispiele zeigen, dass die Erholungsphasen der Märkte die langfristige Wertentwicklung oft mehr als ausgleichen.

Wie Sparer von Schwankungen profitieren

Kursschwankungen wie in Krisenzeiten haben auch einen positiven Effekt: Anleger bekommen die Chance, günstig einzusteigen. Mit einem Sparplan profitieren sie von niedrigen Durchschnittskosten, weil sie bei Kursdellen mehr Anteile kaufen als in Boomphasen. Außerdem sinkt die Gefahr, das gesamte Anlagekapital zu einem ungünstigen Zeitpunkt zu investieren.

Kursschwankungen begünstigen Durchschnittskosten
Illustratives Beispiel: Ein Anleger kauft monatlich ETF-Anteile für 100 Euro. Je nach Kurswert erhält er mehr oder weniger Anteile.
Kursschwankungen begünstigen Durchschnittskosten

Die Grafik zeigt, wie das regelmäßige Sparen das Anlageergebnis verbessert:

  1. Ein Anleger zahlt jeden Monat gleichviel in einen ETF-Sparplan ein, in diesem Beispiel 100 Euro.
  2. Wie viele Fondsanteile er kauft, hängt vom Kurs ab: Bei 100 Euro kauft er genau einen Anteil, bei 50 Euro bekommt er zwei Anteile, bei 150 Euro erwirbt er hingegen nur 0,66 Anteile.
  3. Steigen die Kurse, hebeln dann die vielen günstig erworbenen Anteile den Wert des Depots.
  4. Ergebnis: Der Anleger investiert fünfmal 100 Euro, sein Depot ist auch ohne Wertsteigerung am Ende statt 500 Euro 566 Euro wert.
  5. Auf diese Weise macht er sich den Cost-Average-Effekt zunutze und erzielt und unterm Strich einen günstigen Durchschnittspreis.

Ein Sparplan ist einfach und zeitsparend

Sparplan-Anleger sparen jede Menge Zeit und Nerven, denn sie müssen nicht ständig Märkte und Titel recherchieren, beobachten und beurteilen. Sie investieren strikt nach festgelegten zeitlichen Intervallen. Der Sparplan sollte jedoch regelmäßig hinterfragt werden, zum Beispiel einmal pro Jahr oder wenn sich persönliche Rahmenbedingungen oder Sparziele ändern.

Niedrige Kosten und die passende Strategie begünstigen die Rendite

Je geringer die Gebühren von Geldanlagen sind, desto weniger wird die Rendite geschmälert. ETFs haben nur sehr geringe fondsinterne Kosten und beim Kauf bezahlen Sie keine Ausgabeaufschläge. Sparpläne mit ETFs erleichtern den Sparprozess. Wichtig ist, dass der Sparplan flexible Ein- und Auszahlungen ermöglicht. Nur so kann man beispielsweise seine Rate verändern, eine Sonderzahlung leisten oder Geld entnehmen.

Darüber hinaus können Anleger ihre Ertragsaussichten noch verbessern, indem sie gezielt ETFs kombinieren und so ihre Strategie optimieren. Ein taktisch klug aufgestelltes ETF-Portfolio verringert Wertschwankungen und besitzt eine bessere Risikostruktur als Einzel-ETFs.

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