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Newsletter vom 3. Februar 2021

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Pandemie wirft Eurowirtschaft erneut zurück: Die Wirtschaft in der Eurozone wurde im Schlussquartal 2020 von der zweiten Corona-Welle wieder zurückgeworfen. Für die Monate Oktober bis Dezember hat das europäische Statistikamt Eurostat einen Rückgang des Bruttoinlandprodukts (BIP) von 0,7 Prozent im Vergleich zum Vorquartal gemessen (siehe Grafik). Damit hielt sich die Konjunktur besser als von Analysten erwartet. Diese hatten im Durchschnitt ein Minus von 0,9 Prozent veranschlagt. Mit Blick auf die einzelnen Länder zeigt sich keine einheitliche Entwicklung. Deutschland, die größte Volkswirtschaft im Währungsgebiet, schaffte im vierten Quartal ein kleines Plus von 0,1 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Auch für Spanien resultiert ein BIP-Wachstum (+0,4 Prozent). Dagegen sank die Wirtschaftsleistung in Frankreich um 1,3 Prozent und in Italien um 2,0 Prozent. Österreich ist mit einem Rücksetzer von -4,3 Prozent das Schlusslicht. Im gesamten Jahr 2020 ist das BIP in der Eurozone um 6,8 Prozent gesunken – ein historischer Einbruch. 2019 war die Wirtschaftsleistung noch um 1,3 Prozent gestiegen. Im ersten Quartal 2021 dürfte das Umfeld herausfordernd bleiben, denn die Maßnahmen zur Eindämmung der zweiten Corona-Welle werden die Wirtschaft wohl noch ein paar Wochen belasten.

BIP-Entwicklung im Euroraum und der EU
Sowohl für den 19 Länder umfassenden Euroraum als für die 27 EU-Länder resultiert für das vierte Quartal 2020 ein BIP-Rückgang (Wachstumsraten gegenüber Vorquartal).
BIP-Entwicklung im Euroraum und der EU

Quelle: Eurostat

Überraschend hohe Inflation in Deutschland und Frankreich: In den beiden größten Volkswirtschaften des Euroraums hat sich der Preisauftrieb im Januar überraschend deutlich beschleunigt. In Deutschland stiegen die Verbraucherpreise (HVPI) gegenüber dem Januar 2020 im Durchschnitt um 1,6 Prozent und in Frankreich um 0,8 Prozent, wie die nationalen Statistikämter bekanntgaben. Damit kam der allgemein als Inflationsrate bezeichnete Wert in beiden Fällen über den Prognosen der Analysten zu liegen. Die Gründe für den Anstieg sind vielschichtig. In Deutschland waren die für ein halbes Jahr eingeführten niedrigeren Mehrwertsteuersätze zur Ankurbelung des Konsums in der Corona-Krise Ende 2020 ausgelaufen. Seit Anfang dieses Jahres ist zudem eine höhere CO2-Abgabe zu entrichten. In Frankreich wiederum sind im Jahresvergleich vor allem die Preise für Dienstleistungen und für verarbeitete Produkte gestiegen. Dazu dürfte auch der wegen der Corona-Krise verspätet begonnene Winterschlussverkauf beigetragen haben.

Erholung in Chinas Industrie verliert an Schwung: In China hat sich die Stimmung in den Chefetagen der Industriebetriebe aufgrund saisonaler Effekte und neuer lokaler Corona-Ausbrüche wieder etwas abgekühlt. Der vom chinesischen Wirtschaftsmagazin "Caixin" veröffentlichte Einkaufsmanagerindex (PMI) kam im Januar bei 51,5 Punkten zu liegen und lag damit 1,5 Zähler niedriger als im Dezember. Die Caixin-Daten spiegeln vor allem die Stimmungslage in kleineren und mittleren Betrieben wider. Die großen und eher staatsnahen Unternehmen werden von dem offiziellen PMI des chinesischen Statistikamtes erfasst. Und auch hier offenbarte sich eine etwas weniger optimistische Stimmung. Der PMI ging von 51,9 Punkten im Dezember auf 51,3 Zähler im Januar zurück. Der leichte Rückgang wird von Experten auf die geringere Geschäftstätigkeit um das chinesische Neujahrsfest herum zurückgeführt, das in diesem Jahr auf den 12. Februar fällt. Auch einige zuletzt wieder aufgetretene Corona-Infektionen hätten vorübergehend die Produktion und den Betrieb einiger Unternehmen beeinträchtigt. Trotz des Rückgangs deuten aber beide Stimmungsindikatoren nach wie vor auf Wachstum in der chinesischen Industrie hin. Denn Indexwerte über 50 Punkte signalisieren eine Expansion der wirtschaftlichen Aktivitäten.

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