Tipps zu Vermögen und Ruhestand

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Newsletter vom 4. September 2020

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Witwenrente: Reicht die Rente, wenn der Partner stirbt?

Der Tod des Ehepartners kann den Hinterbliebenen schnell vor finanzielle Probleme stellen. Ein Beispiel zeigt, dass der Verwitwete oft sehr viel weniger Geld zur Verfügung hat.

Das Ehepaar Schubert lebt in einem schönen Haus und pflegt einen angenehmen Lebensstandard. Herr Schubert ist mit 63 in den Vorruhestand gegangen, Frau Schubert hat eine Teilzeitstelle. Ein Herzinfarkt reißt Herrn Schubert unverhofft aus dem Leben. Für Frau Schubert ist das sehr tragisch – auch in finanzieller Hinsicht, wie das folgende Beispiel zeigt:

Herr Schubert hatte eine gute Rente von 2.500 Euro brutto, die jedoch wegen seines früheren Rentenbezugs um 10,8 Prozent auf 2.230 Euro gekürzt wurde. Frau Schubert verdient aktuell 1.700 Euro. Zusammen kam das Ehepaar auf 3.930 Euro brutto. Nach Abzug von Steuern und Sozialversicherungsbeiträgen verblieb dem Ehepaar bislang ein Haushaltsbudget von 3.080 Euro pro Monat (siehe Grafik).

Witwenrente: Einkommen sinkt um 1.000 Euro
Kundenbeispiel: 63-jähriger Frührentner, Ehefrau ist erwerbstätig (Heirat nach 2002)
Witwenrente: Einkommen sinkt um 1.000 Euro

Quellen: Berechnungen Deutsche Rentenversicherung Bund, VZ VermögensZentrum

Die Witwe hat 1.000 Euro netto weniger im Monat

Nach dem Tod von Herrn Schubert erhält Frau Schubert drei Monate lang die volle Rente weiter; das ist das so genannte "Sterbevierteljahr". Danach bekommt sie die Witwenrente. Diese beträgt in ihrem Fall 55 Prozent der Rente des Mannes, das wären 1.226 Euro. Doch weil sie zu viel Geld verdient, wird ihr Gehalt zum Teil auf die Witwenrente angerechnet. Dafür zieht die Deutsche Rentenversicherung von ihrem Gehalt von 1.700 Euro pauschal 40 Prozent und dann einen Freibetrag (West) von 872 Euro ab. Die verbleibenden 148 Euro werden zu 40 Prozent (das entspricht 59 Euro) auf die Witwenrente angerechnet. Statt 1.226 Euro erhält sie also nur 1.167 Euro Witwenrente. Zusammen mit ihrem Gehalt hat sie 2.083 Euro netto pro Monat. Unterm Strich sinkt ihr Haushaltsbudget um ein Drittel beziehungsweise 1.000 Euro. Ihre Kosten für Wohnen, Versicherungen oder Auto sinken aber nicht. Die bittere Folge: Frau Schubert muss das Eigenheim aufgeben und tiefe Einschnitte verkraften.

Ehepaare sollten ihre Rentenansprüche prüfen

Viele Ehepaare wiegen sich in falscher Sicherheit. Sie denken, ihre Rente wird schon ausreichen. Stirbt aber der Hauptverdiener, sieht es oft düster aus, zum Beispiel bei frisch Verheirateten, Selbstständigen oder Geschiedenen. Mehr dazu erfahren Sie in unserem neuen Merkblatt:

Um Überraschungen zu vermeiden, sollten sich Ehepaare bei ihren Rentenversicherungen informieren, welche Alters- und Hinterbliebenenrenten sie erwarten können. Vielfach zeigt sich, dass die Anwartschaften, die Einkünfte und das Vermögen nicht ausreichen, Dann müssen sie umgehend beginnen, Kapital anzusparen, um die Einkommenslücke zu decken.

Übrigens: Für den wechselseitigen Schutz stehen beide Ehepartner gleichermaßen in der Pflicht. Der Hauptverdiener muss seiner Verantwortung gerecht werden, den anderen bis über den eigenen Tod hinaus angemessen zu versorgen. Das gilt besonders, wenn Frauen wegen Kindererziehung nur geringe eigene Rentenansprüche haben.

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