Tipps zu Vermögen und Ruhestand

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Newsletter vom 21. Februar 2020

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Neue Steuerregeln für Wertpapiere: Verluste absetzen wird schwieriger

Eine Änderung am Einkommensteuergesetz trifft Spekulanten, aber auch konservative Vorsorgesparer: Sie können gleiche Verluste nur noch eingeschränkt von der Steuer absetzen. Ein Beispiel macht deutlich, welche Auswirkungen das hat.

Für Privatanleger gilt seit Anfang des Jahres eine neue Steuervorschrift. Sie dürfen Totalverluste aus Kapitalanlagen nicht mehr zu Hundert Prozent steuerlich geltend machen, sondern nur noch 10.000 Euro pro Jahr. Ein Totalverlust entsteht zum Beispiel, wenn Aktien wertlos werden oder Anleihen nicht zurückgezahlt werden können.

Ab Anfang nächsten Jahres kommt eine weitere Neuerung hinzu: Bei Termingeschäften sind jegliche Verluste nur noch bis 10.000 Euro pro Jahr absetzbar. Außerdem können Verluste von Termingeschäften nur noch mit Gewinnen aus anderen Termingeschäften verrechnet werden. Zu Termingeschäften zählen zum Beispiel CFDs und Optionen.

Privatanleger werden doppelt bestraft

Die Deckelung der Absetzbarkeit von Verlusten kann dazu führen, dass Anleger zusätzlich zu den erlittenen Verlusten noch Steuern ans Finanzamt bezahlen müssen. Ein Beispiel zeigt, wie viel Steuern – trotz großer Verluste – fällig werden.

Ein Anleger hat 40.000 Euro Gewinn gemacht, das Jahr aber wegen hoher Verluste aus einer ausgefallenen Anleihe und Termingeschäften von 60.000 Euro mit einem Minus von 20.000 Euro abgeschlossen. Nach alter Regelung konnte er den Verlust komplett gegenrechnen und zahlte keine Steuern. Nach neuer Regelung darf er seinen Gewinn nur noch um 10.000 Euro Verlust schmälern. Er muss 30.000 Euro versteuern und zahlt fast 8.000 Euro Steuern.

Verlust machen und trotzdem Steuern zahlen
Illustratives Beispiel, wie sich die Beschränkung der steuerlichen Absetzbarkeit von Verlusten auswirkt
Verlust machen und trotzdem Steuern zahlen

Quelle: VZ VermögensZentrum

In der Praxis ergeben sich zwei weitere, ungünstige Aspekte. Die Abgeltungssteuer auf die erzielten Gewinne führen die Banken sofort ab. Die Gewinne und Verluste werden aber erst im darauffolgenden Steuerjahr verrechnet, und der Anleger muss mit der Einkommenssteuererklärung die zu viel gezahlten Steuern wieder zurückfordern. Verluste oberhalb von 10.000 Euro, die der Anleger nicht geltend machen kann, kann er wie gehabt ins Folgejahr vortragen. Das Beispiel zeigt, dass es fünf Jahre dauert, bis die Verluste steuerlich abgesetzt werden können. Kommen allerdings in den Folgejahren weitere Verluste dazu, türmen sich diese immer weiter auf und kommen de facto nie zum Zuge.

Anleger sollten ihre Anlagestrategie hinterfragen

Diese Änderungen betreffen nicht nur Investoren mit hoher Risikobereitschaft, sondern alle. Im vergangenen Jahrzehnt verloren viele Geld mit vermeintlich sicheren Anleihen von Mittelstandsunternehmen. Als die in Insolvenz gingen, fiel die Anleihe aus. Außerdem kommen Optionsscheine zum Einsatz, um Depots gegen Kursverluste abzusichern. Da Verluste nur noch bis 10.000 Euro pro Jahr anrechenbar sind, kommt ein solches Konstrukt schnell an seine finanziellen Grenzen. Eine Alternative ist die aktive Steuerung der Aktienquote. In unsicheren Marktphasen können Anleger Risiken reduzieren, indem sie ihre Aktienquote durch Verkäufe senken oder auf defensive Aktien umschwenken.

Optimieren Sie Ihr Depot – kostenfrei mit dem VZ

Die neuen Regelungen können große Auswirkungen auf die Performance Ihres Wertpapier-Depots haben. Wer wissen möchte, wie hoch diese ausfallen, kann sich an die Anlage-Experten des VZ VermögensZentrums wenden. Im Rahmen eines Depot-Checks zeigen sie Ihnen, wo Optimierungspotenzial besteht und wie Sie Kosten senken können:

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