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Newsletter vom 21. Oktober 2020

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Aktuelles zu Börsen & Märkten

Positiver Konjunkturausblick in den USA: An den Finanzmärkten finden sie große Beachtung: die konjunkturellen Frühindikatoren. Denn sie geben einen Vorgeschmack auf die bevorstehende Wirtschaftsentwicklung. Und in den USA ist der Ausblick positiv. So ist der Business Outlook der Distriktnotenbank von Philadelphia, der das Geschäftsklima in dieser wichtigen Wirtschaftsregion misst, im Oktober auf über 30 Punkte hochgeschnellt (siehe Grafik). Der Sentiment Index der University of Michigan verbesserte sich ebenfalls. In beiden Fällen fiel der Anstieg deutlicher aus als von Analysten erwartet. Beim Sentiment Index der University of Michigan ist der Anstieg ausschließlich auf die Erwartungs-Komponente zurückzuführen, während die Indexkomponente zur aktuellen Lagebeurteilung einen Rückgang verzeichnete. Lediglich der von der New Yorker Distriktnotenbank erhobene US Empire State Manufacturing Survey verzeichnete im Oktober eine rückläufige Entwicklung, dies allerdings auf relativ hohem Niveau. Insgesamt zeichnen die vorausblickenden Indikatoren ein positiveres Bild der US-Wirtschaft als die "harten" Fakten, die sich auf die Vergangenheit beziehen. Dies belegt die gute Verfassung des US-Konsumenten und schürt die Hoffnung, dass sich die US-Wirtschaft in den kommenden Monaten trotz Wahlen und Corona positiv entwickeln kann.

Sentiment-Indikatoren zur US-Wirtschaft
Die Frühindikatoren deuten auf eine positive Entwicklung der US-Wirtschaft hin.
Sentiment-Indikatoren zur US-Wirtschaft

Quelle: Federal Reserve Bank of New York, Philadelphia Federal Reserve, University of Michigan

"Herbstprognose" sieht deutsche Wirtschaft erst Ende 2022 wieder normal ausgelastet: Zweimal im Jahr, jeweils im Frühling und im Herbst, erstellen führende Wirtschaftsforschungsinstitute im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums eine Gemeinschaftsprognose über die konjunkturelle Entwicklung Deutschlands. Gemäß der jüngst publizierten Herbstprognose ist mit einem längeren Aufholprozess der deutschen Wirtschaft zu rechnen. Das Vorkrisenniveau werde voraussichtlich erst Ende 2021 erreicht. Und erst Ende 2022 dürfte die deutsche Wirtschaft wieder normal ausgelastet sein. Das größte Risiko bleibe der ungewisse Pandemieverlauf. Konkret rechnen die Institute für das Jahr 2020 mit einem Rückgang des Bruttoinlandsproduktes um 5,4 Prozent (nach im Frühling geschätzten -4,2 Prozent). Die Bundesregierung geht von einem Minus von 5,8 Prozent aus. Für 2021 erwarten die Institute einen Zuwachs um 4,7 Prozent, statt wie im Frühjahr 5,8 Prozent. 2022 dürfte die Wirtschaftsleistung um 2,7 Prozent zulegen.

Chinas Wirtschaft erholt sich weiter: China ist derzeit klar der Taktgeber der Weltwirtschaft. Im dritten Quartal stieg das Bruttoinlandsprodukt (BIP) nach Angaben des nationalen Statistikbüros um 4,9 Prozent. Matchentscheidend für die Entwicklung ist zum einen der immer robuster werdende Binnenkonsum. Dies wiederum dürfte mit den umfangreichen fiskalischen Stimulusmaßnahmen der Regierung zu erklären sein. Zum anderen wurde die chinesische Wirtschaft von der Exportindustrie gestützt. Hier dürfte die konjunkturelle Dynamik in anderen Ländern der Region wie Vietnam, Indonesien und Kambodscha die Ursache sein. Chinas Wirtschaft hatte bereits im zweiten Quartal expandiert (um 3,2 Prozent), als die meisten Volkswirtschaften aufgrund der Pandemiefolgen schrumpften.

Staatsverschuldung erreicht laut IWF neuen Rekord: Die globale Staatsverschuldung steigt aufgrund der kreditfinanzierten Corona-Hilfspakete der Regierungen stark an. Einer Prognose des Internationalen Währungsfonds (IWF) zufolge wird sich der Schuldenstand Ende 2020 voraussichtlich auf knapp 100 Prozent der globalen Wirtschaftsleistung summieren. Das wäre ein Rekord. Zum Vergleich: 2019 waren es erst 83 Prozent. Vor allem in reicheren Staaten haben die Regierungen mit massiven Hilfsprogrammen auf die Pandemie reagiert. Bis zum 11. September 2020 waren es laut IWF-Zählung 11,7 Billionen Dollar, was 12 Prozent der globalen Wirtschaftskraft entspricht. Bis 2025 werde sich der Schuldenstand bei rund 100 Prozent stabilisieren, schätzt der IWF.

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