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Newsletter vom 14. Oktober 2020

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Aktuelles zu Börsen & Märkten

Weltwirtschaft rappelt sich auf: Die konjunkturelle Erholung der Weltwirtschaft schreitet voran. Während der Dienstleistungssektor wegen der direkteren Betroffenheit durch die Pandemie noch mit Gegenwind zu kämpfen hat, scheint sich der Industriesektor aufgrund der aufgestauten Nachfrage und der konjunkturellen Stimuli der Regierungen zügig weiter in Richtung des Niveaus vor der Coronakrise zu bewegen. Untermauert wird diese Aussicht von dem positiven Trend bei den Industrie-Einkaufsmanagerindizes (PMI) in den wichtigsten Weltregionen. Seit dem Tiefpunkt im April ist der globale Industrie-PMI Monat für Monat gestiegen und notierte im September – aktuellere Daten liegen noch nicht vor – bei 52,3 Punkten (siehe Grafik). Das ist der höchste Stand seit August 2018. Ein Wert über 50 signalisiert eine expandierende Wirtschaft. In den meisten Regionen steht der PMI oberhalb dieser Schwelle, was auf eine wirtschaftliche Erholung auf breiter Front hindeutet. In den USA wurde zuletzt zwar ein kleiner Rücksetzer verzeichnet, dies allerdings von einem hohen Niveau aus. Und in Asien zeigt sich ein gemischtes Bild: Während der PMI in China eine positive Entwicklung anzeigt, enttäuscht er für Japan. Die weltweit wieder steigenden Infektionszahlen und der US-Wahlkampf beeinträchtigen aktuell allerdings die Aussichten der Unternehmen.

Erholung im Industriesektor setzt sich global fort
Der globale Erholungstrend der Industrie-PMI setzt sich fort. Alle Länder bzw. Regionen mit Ausnahme von Japan stehen im Expansionsbereich.
Erholung im Industriesektor setzt sich global fort

Quelle: Markit, ISM, Statistikamt China

Konjunkturerwartungen deutscher Finanzexperten trüben sich ein: In Deutschland haben sich die Konjunkturerwartungen von Finanzexperten im Oktober überraschend deutlich eingetrübt. Der vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) erhobene Indikator fiel um 21,3 Punkte auf 56,1 Zähler zurück. Der Indikator liegt damit zwar weiter im positiven Bereich. Doch die "große Euphorie der Monate August und September scheint aber verflogen zu sein", lässt sich ZEW-Präsident Achim Wambach in einer Medienmitteilung zitieren. "Die zuletzt stark gestiegene Zahl der Corona-Infektionen lässt die Unsicherheit über die weitere wirtschaftliche Entwicklung ansteigen." Hinzu komme die Aussicht auf einen Brexit ohne Handelsvertrag. Verbessert hat sich hingegen die Beurteilung der aktuellen Lage. Hier erholte sich der Indikator um 6,7 Punkte auf minus 59,5 Zähler.

Chinas Außenhandel legt im September erneut deutlich zu: Für die Finanzmärkte ist es ein wichtiges Signal – der chinesische Außenhandel hat auch im September zugelegt. Das deutet auf eine anhaltende wirtschaftliche Erholung hin. Die Exporte der zweitgrößten Volkswirtschaft stiegen im September im Vorjahresvergleich um 9,9 Prozent, wie die chinesische Zollverwaltung mitteilte. Die Importe legten im gleichen Zeitraum sogar um 13,2 Prozent zu. Der durch das Coronavirus ausgelöste Einbruch im Frühjahr konnte gemäß den Angaben bis zum Ende des dritten Quartals schon fast wieder aufgeholt werden. In US-Dollar gerechnet ergab sich bei den Ausfuhren von Januar bis September noch ein kleines Minus von 1,8 Prozent. In der chinesischen Landeswährung Yuan gerechnet habe der Außenhandel aber schon wieder 0,7 Prozent im Plus gelegen.

Opec rechnet längerfristig mit stärkerer Ölnachfrage: Das Ölkartell Opec geht trotz Klimakrise und den Folgen der Coronapandemie in der längeren Frist von einer deutlich stärkeren Nachfrage nach Rohöl aus. So wird der Bedarf an dem fossilen Rohstoff bis 2045 im Vergleich zu 2019 voraussichtlich um 9,4 Prozent auf täglich 109 Millionen Barrel steigen, wie aus dem jüngsten Perspektiv-Bericht der Opec hervorgeht. Als die wichtigsten Gründe für diese Annahme nennt die Opec das Bevölkerungswachstum von jetzt fast acht auf dann knapp zehn Milliarden Menschen und die zunehmende Wirtschaftskraft Chinas sowie vor allem Indiens. In den heute schon eher reichen Industrienationen werde der Bedarf an Öl hingegen abnehmen. Allein in Europa werde der Anteil des Öls am Energiemix in den nächsten 25 Jahren um etwa 40 Prozent zurückgehen, erwartet die Opec. Ähnlich sehe es in Nord- und Südamerika aus. Das ändere aber nichts am globalen Trend: "Öl wird bis 2045 der Treibstoff mit dem größten Anteil am Energiemix bleiben", so die Opec.

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