Tipps für Ihre Geldanlagen

Newsletter vom 2. September 2020

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Aktuelles zu Börsen & Märkten

US-Notenbank hält bei höherer Inflation die Füße still: Die US-Notenbank Fed hat ihren strategischen Zielen ein Update verpasst. Die wichtigste Notenbank der Welt definiert ihr Inflationsziel von zwei Prozent neu als Mittelwert, auch symmetrisches Inflationsziel genannt. Das bedeutet, dass die Fed künftig eine Inflation von über zwei Prozent tolerieren wird, wenn dieses Niveau zuvor unterschritten wurde. Und genau das war in den letzten Jahren regelmäßig der Fall (siehe Grafik). Unklar ist jedoch, wie die Fed ein Überschießen der Inflation bewerkstelligen will, wenn selbst das bisherige Punktziel von zwei Prozent selten erreicht wurde. Die Möglichkeiten für weitere geldpolitische Stimuli sind jedenfalls begrenzt. Gleichwohl ist das Signal an die Finanzmärkte und die Wirtschaft deutlich: Falls die Inflation doch irgendwann anspringen sollte, drohen vorerst keine Zinserhöhungen. Fazit: Die Fed wird wohl noch länger an einer extrem expansiven Geldpolitik festhalten. In der Folge dürften die Zinsen im historischen Vergleich noch lange auf einem Tiefststand verharren.

Inflation bleibt unter Fed-Ziel
Die Fed orientiert sich bei der Inflation am PCE-Index, der die Entwicklung der Konsumentenpreise abbildet. Der 5-Jahres-Durchschnitt (hellblaue Linie) blieb die letzten zehn Jahre klar unter dem Inflationsziel von 2 Prozent.
Inflation bleibt unter Fed-Ziel

Quelle: Bureau of Economic Analysis

Neue Coronahilfen in USA noch immer nicht in Sicht: Bei den Verhandlungen über ein neues Corona-Hilfspaket in den USA sind noch immer keine Fortschritte in Sicht. Differenzen gibt es vor allem über die Ausgestaltung der Sonder-Arbeitslosenunterstützung. Die im Frühjahr aufgegleisten Zusatzhilfen von 600 Dollar pro Woche sind Ende Juli ausgelaufen. Eine Verlängerung der Arbeitslosenzuschüsse ist jedoch entscheidend für das weitere Wirtschaftswachstum – darüber sind sich die meisten Experten einig. Denn der private Konsum ist ein wichtiger Pfeiler der US-Wirtschaft. Auch die Notenbank Fed ruft zu einem raschen Handeln bei dem Fiskalpaket auf. Republikaner und Demokraten sind sich über das Volumen des Hilfspakets uneins. Die Demokraten hatten zwar signalisiert, dass sie bereit wären, ihre billionenschweren Forderungen an das Hilfspaket herunterzuschrauben. Dies aber nur, wenn es ein Entgegenkommen seitens der Republikaner gibt. Danach sieht es nicht aus. Nun haben die Republikaner eine Abstimmung über ein Teilpaket in Höhe von 500 Milliarden Dollar ins Spiel gebracht. Die Demokraten lehnen Teilpakete aber ab.

Ära Abe in Japan steht vor dem Ende: Japans Regierungschef Shinzo Abe hat wegen gesundheitlicher Probleme überraschend seinen Rücktritt angekündigt. Er bleibt im Amt, bis ein Nachfolger gefunden worden ist. Mit seiner Liberaldemokratischen Partei regiert Abe seit Dezember 2012 das Land. Damit ist er der Premierminister mit der längsten ununterbrochenen Amtszeit Japans. Sein Regierungsstil wird als nationalistisch/gemäßigt beschrieben. So ist ihm neben der Stärkung des Militärs auch die Öffnung Japans für Ausländer wichtig. Ebenfalls bekannt ist Abe für die "Abenomics" genannte Wirtschaftspolitik. Sie fokussiert sich auf lockere Geld- sowie Fiskalpolitik und strukturelle Reformen, um den deflationären Tendenzen entgegen zu wirken. Eine kurzfristige Wende in der Politik seiner Partei ist nicht zu erwarten, da diese bei der Bevölkerung auf große Zustimmung stößt. Jedoch besteht in Japan historisch gesehen ein Zyklus: Nach einer langen und stabilen Regierung folgt meist eine Periode unpopulärer Premierminister mit kurzen Amtszeiten.

Fokus: Beim Aktienkauf nicht auf den Einstiegszeitpunkt setzen

Viele Anleger konzentrieren sich darauf, beim Aktienkauf einen günstigen Einstiegszeitpunkt zu erwischen. Das gelingt nur den wenigsten. Entscheidend für den Anlageerfolg sind andere Faktoren.

Aktien bieten langfristig bessere Renditechancen als verzinste Sparkonten oder Anleihen. Um die Renditechancen zu nutzen, benötigen Anleger eine individuelle Anlagestrategie, einen langen Anlagehorizont und eine breite Risikostreuung in ihrem Depot.

Das richtige Timing beim Aktien- oder Fondskauf ist hingegen weniger wichtig als viele annehmen. Außerdem sind gute Einstiegszeitpunkte alles anderes als leicht zu entdecken, denn die Entwicklung von Märkten oder einzelnen Aktienkursen lässt sich kaum vorhersagen.

Trotzdem machen viele Anleger immer wieder dieselben Fehler: Sie verkaufen bei sinkenden Kursen und steigen erst wieder ein, wenn die Kurse bereits einen großen Teil der erzielten Verluste wieder wettgemacht haben. Bei sinkenden Kursen lassen sie sich zu stark von Verlustängsten, bei steigenden Kursen zu stark von Gier leiten.

Um das Risiko eines ungünstigen Einstiegszeitpunkts zu verringern, empfiehlt sich vor allem bei Aktien ein gestaffelter Einstieg.

Geldbetrag gestaffelt in Aktien investieren

Wer einen Geldbetrag investieren möchte, für den ist ein Einstieg in mindestens drei bis vier gleich großen Aktienpaketen im Abstand von je drei Monaten empfehlenswert.

Diese Einstiegszeitpunkte lassen sich zusätzlich um den Aspekt der Kursschwankungen erweitern: Sinkt der gewünschte Titel innerhalb der drei Monate um 10 Prozent, kauft man unabhängig vom Zeitpunkt ein weiteres Aktienpaket hinzu. Ein solches systematisches Vorgehen schaltet Emotionen wie Angst und Gier weitgehend aus.

Vermögen aufbauen mit ETF-Sparplan

Mit einem Sparplan auf Aktienbasis, zum Beispiel einem ETF-Sparplan, vermeiden Anleger das Timingproblem und können langfristig erfolgreich Kapital aufbauen. Jeden Monat fließt die gleiche Sparrate in einen ETF-Sparplan. Bei niedrigen Kursen bekommt man mehr Fondsanteile als bei hohen Kursen. Dank dieses sogenannten "Cost-Average-Effekts" erzielen Anleger niedrige Einstiegskosten. Steigen die Kurse, legt das Depot mit den vielen günstig erworbenen Fondsanteilen an Wert zu.

Tipp: Regelmäßiges Sparen verbessert das Anlageergebnis. Dagegen ist der Versuch, stets zu einem günstigen Zeitpunkt zu kaufen, selten von Erfolg gekrönt.

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