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Newsletter vom 8. Juli 2020

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Aktuelles zu Börsen & Märkten

US-Arbeitsmarkt erholt sich dynamisch: In den USA ist die Arbeitslosenquote im Zuge der Lockerungen der Corona-Beschränkungen den zweiten Monat in Folge deutlich gesunken. Sie fiel gemäß offiziellen Regierungszahlen von 13,3 Prozent im Mai auf 11,1 Prozent im Juni (siehe Grafik). Untermauert wird der Rückgang der Arbeitslosenzahlen mit der Zahl der neugeschaffenen Stellen (außerhalb der Landwirtschaft), welche im Juni mit fast fünf Millionen die Erwartungen der Analysten deutlich übertreffen konnte. Fast die Hälfte dieser neuen Jobs ging auf das Gastgewerbe zurück, wie es heißt. Die Arbeitslosenquote für Juni beruht allerdings auf Daten, die nur bis zur Mitte des Monats erhoben wurden. Mögliche Auswirkungen der jüngsten dramatischen Zuspitzung der Coronavirus-Pandemie spiegeln sich darin deshalb noch nicht wider. In den besonders betroffenen Bundesstaaten im Süden des Landes wie Florida, Texas, Arizona und Kalifornien wurden Lockerungen der Corona-Auflagen zuletzt wieder rückgängig gemacht oder verschoben. Ein Zeichen der anhaltenden Schwierigkeiten auf dem Arbeitsmarkt waren auch die Neuanträge auf Arbeitslosenhilfe. Einer separaten Mitteilung vom Donnerstag war zu entnehmen, dass in der Woche bis einschließlich 27. Juni rund 1,4 Millionen US-Bürger erstmals Unterstützung beantragt hätten – etwa so viele wie auch in der Vorwoche. Damit erhalten immer noch rund 20 Millionen Menschen reguläres Arbeitslosengeld. Die Arbeitslosenquote in der größten Volkswirtschaft der Welt hatte im Februar noch bei 3,5 Prozent gelegen, dem niedrigsten Stand seit Jahrzehnten. US-Präsident Donald Trump, der sich im November um eine zweite Amtszeit bewirbt, hofft auf eine rasche und nachhaltige Erholung der Wirtschaft im zweiten Halbjahr. Die meisten Analysten – und auch die US-Notenbank – halten das aber für
eher unrealistisch.

Entwicklung der Arbeitslosenquote in den USA
Der US-Arbeitsmarkt hält sich bislang gut an das vorgesehene Drehbuch: Auf den drastischen Anstieg der Arbeitslosenquote folgt ein ähnlich dynamischer Rückgang.
Entwicklung der Arbeitslosenquote in den USA

Quelle: Bureau of Labor Statistics

Deutsche Industrie erholt sich etwas vom Corona-Einbruch: Die deutsche Industrie hat sich nach dem scharfen Einbruch während der Coronavirus-Krise wieder etwas regeneriert. Im Mai stieg die Produktion des verarbeitenden Gewerbes gegenüber dem Vormonat um 7,8 Prozent, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Damit wurden die Erwartungen der Analysten dennoch nicht ganz erreicht. Diese hatten im Durchschnitt einen Zuwachs von rund elf Prozent prognostiziert. Besonders deutlich erholte sich den Angaben zufolge die Warenherstellung in der Industrie. Diese war in der Krise am stärksten eingebrochen. Es wurden vor allem wieder deutlich mehr Investitionsgüter wie Maschinen produziert, während die Herstellung von Vorleistungsgütern stagnierte. Die Energieproduktion stieg leicht an, ebenso die Aktivität am Bau. Dass die Krise immer noch schwer wiegt, zeigt die Entwicklung im Jahresvergleich. Gegenüber Mai 2019 war die Gesamtproduktion um 19,3 Prozent rückläufig.

Konjunkturerwartungen in Eurozone hellen sich erneut auf: Die konjunkturelle Entwicklung im Euroraum wird von Anlegern erneut besser bewertet. Der vom Analysehaus Sentix erhobene Konjunkturindex erholte sich im Juli zum Vormonat um 6,6 Punkte auf minus 18,2 Zähler. Das war der dritte Anstieg in Folge. Stark verbessert hat sich dabei die Beurteilung der aktuellen Lage (+12 auf -49,5 Punkte). Dies sei einerseits eine spürbare Verbesserung, andererseits befinde sich die Wirtschaft damit noch immer in der Kontraktion, schreiben die Sentix-Experten. Die Indexwerte für die konjunkturellen Erwartungen gingen allerdings zurück (auf 19,5 von 21,8 Punkte). Damit dürfte zwar der Erholungsprozess andauern. Doch der Rückgang der Erwartungen zum jetzigen Zeitpunkt sei als kleine Enttäuschung zu verbuchen, heißt es weiter. Hinter dieser Entwicklung stehe offenbar die Erwartung der Anleger, dass die Erholung nach dem Lockdown zwar noch andauert, aber nicht zu einer vollständigen Genesung der Konjunktur führe. In der Umfrage hat Sentix vom 2. bis 4. Juli insgesamt 1109 Anleger befragt, davon 263 professionelle Investoren.

Fokus: Acht Fragen zu ETFs und Indexfonds

Anlegern in Deutschland stehen immer mehr ETFs und Indexfonds zur Verfügung. Beide Anlageprodukte sind wegen der niedrigen Kosten, der breiten Diversifikation und der hohen Transparenz unter Anlegern beliebt. Die Antworten auf die acht häufigsten Fragen zu diesen Produkten.

Was haben ETFs und Indexfonds gemeinsam?

ETFs und Indexfonds haben das Ziel, einen Index wie den Deutschen Aktien Index DAX eins zu eins abzubilden. Deswegen zählen sie zu den passiven Anlageprodukten. Der Vorteil: auf aktives Fondsmanagement kann verzichtet werden. Daher sind diese beiden Fondsarten relativ günstig. Da die meisten aktiven Fonds es auf Dauer zudem nicht schaffen, ihren Vergleichsindex nach Kosten zu schlagen, schneiden ETFs und Indexfonds im langfristigen Vergleich häufig besser ab.

Was ist der Unterschied zwischen ETFs und Indexfonds?

Der zentrale Unterschied ist: ETFs sind an der Börse kotiert, Indexfonds nicht. Letztere können nur einmal pro Tag über die Fondsgesellschaft gezeichnet (gekauft) oder zurückgegeben (verkauft) werden. ETFs hingegen können laufend an der Börse gehandelt werden und haben damit einen aktienähnlichen Charakter.

Für welchen Anlegertyp eignen sich ETFs und Indexfonds?

Sowohl ETFs als auch Indexfonds unterliegen Kursschwankungen. Dank der breiten Diversifikation in eine mehr oder weniger große Anzahl Titel sind diese Kursschwankungen aber deutlich weniger ausgeprägt als bei Einzeltiteln. Die beiden Fondsarten eignen sich deshalb für Anleger, die mit einer einzigen Transaktion kostengünstig in einen breit diversifizierten Markt investieren möchten.

Sind ETFs und Indexfonds für langfristige Investitionen sinnvoll?

Auf jeden Fall. Wie bereits erwähnt, erzielen nur wenige aktive Fonds langfristig eine höhere Rendite als ihr Vergleichsindex. Passive Fonds sind deshalb oft die bessere Wahl. Außerdem sind sie viel günstiger. Für ETFs und Indexfonds bezahlt ein Anleger im Durchschnitt 0,3 Prozent an jährlichen Gebühren, für aktive Fonds hingegen zwischen ein bis zwei Prozent. Beim langfristigen Vermögensaufbau fallen diese Kostenunterschiede stark ins Gewicht. Wie groß der Einfluss der Gebühren ist, zeigt ein vereinfachtes Beispiel. Auf 20 Jahre hochgerechnet resultiert aus einer Investition von 500.000 Euro ein Plus von 76.000 Euro, wenn die Gebühren um nur 0,5 Prozent niedriger sind (siehe Grafik).

Die Gebühren sind von zentraler Bedeutung
In 20 Jahren 76.000 Euro mehr Ertrag dank Gebühren, die um 0,5 Prozent niedriger sind.
Die Gebühren sind von zentraler Bedeutung

Welche Kosten fallen bei ETFs und Indexfonds an?

Einen Hinweis auf die jährlich anfallenden Kosten gibt die Gesamtkostenquote TER (Total Expense Ratio), die neben den Verwaltungsgebühren auch die Kosten für Produktmarketing und Depotbankgebühren enthält. Banken berechnen in der Regel zudem eine Transaktionsgebühr, wenn Privatanleger ETFs oder Indexfonds kaufen oder verkaufen.

Was ist der Unterschied zwischen physischer und synthetischer Replikation passiver Anlagefonds?

Ein Index lässt sich auf verschiedene Arten nachbilden – im Fachjargon replizieren genannt. Bei der physischen Replikation investiert der Fonds direkt in die im Index enthaltenen Wertschriften unter Berücksichtigung der jeweiligen Gewichtung. Bei Rohstoffindizes beispielsweise ist eine physische Nachbildung aber nicht oder nur schwer möglich, da die Basiswerte wie Öl gekauft und gelagert werden müssten. Hierfür weichen Fonds über Tauschgeschäfte – sogenannte Swaps – auf eine synthetische Replikation aus. Dabei tauscht der Fonds – vereinfacht gesagt – die Rendite eines physischen Wertpapierkorbs gegen die Rendite des gewünschten Indexes. Gegenpartei ist häufig eine Investmentbank.

Bilden ETFs und Indexfonds einen Index exakt nach?

Das ist grundsätzlich der Fall, gelingt aber in der Regel nicht eins zu eins. Verantwortlich für die Abweichung vom Vergleichsindex sind u.a. die Verwaltungsgebühren dieser beiden Fondsarten. Eine hohe Abweichung, auch Tracking Difference genannt, die sich nicht mit den jährlichen Kosten erklären lässt, ist ein Indiz für eine niedrige Qualität der Replikation.

Wie finde ich das passende Produkt?

Wer in ETFs und Indexfonds investieren möchte, sollte zunächst einen passenden Index auswählen. Wer auch innerhalb eines Handelstages handeln möchte, sollte sich für ETFs entscheiden. Zudem sollte man weitere Punkte bei der Fondsauswahl beachten: die Replikationsart hinterfragen, die jährlichen Kosten und die Handelsgebühren mit den Gebühren anderer Produkte vergleichen, sowie die Replikationsqualität des Produktes anhand des Tracking Error prüfen. Je nach Anlagestrategie, Haltedauer, Risikoaversion und Bedürfnissen des Anlegers kann der Einsatz eines ETFs oder Indexfonds vorteilhafter sein.

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