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Newsletter vom 17. Juni 2020

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Aktuelles zu Börsen & Märkten

Pandemiegefahr noch nicht gebannt: Nicht überall in der Welt entwickelt sich derzeit die Lage so günstig wie in den meisten europäischen Ländern. Vor allem der neue Coronavirus-Ausbruch in Peking sowie die in zwanzig US-Bundesstaaten gemessene Beschleunigung der Infektionsraten beunruhigen die Finanzmärkte. Zudem heizt ein neuer Fall von Polizeigewalt die Proteste in den USA erneut an. Massendemonstrationen sind allerdings für das Covid-19-Virus ein idealer Nährboden. Deswegen bergen diese "Superspreading-Events" das Risiko, dass die Fallzahlen in den USA weiter steigen. In einigen lateinamerikanischen Ländern wuchsen die Fallzahlen in den letzten zwei Monaten ebenfalls rasant an (siehe Grafik). Im bevölkerungsreichen Indien beginnen die Infiziertenzahlen erst seit etwa drei Wochen rasch zu steigen. Bislang konnte die Beschleunigung der Ansteckungen noch nicht abgebremst werden. In all diesen Ländern ist die Armut der Bevölkerung sehr groß. Vielerorts ist die Frage des unmittelbaren Überlebens wichtiger als die Bekämpfung des Virus. Und ein Lockdown wie in Europa zur Unterbrechung der Infektionsketten scheint kaum möglich zu sein. Auch wenn die jetzt sehr stark betroffenen Länder die Weltwirtschaft weniger stark beeinflussen als China, die USA oder Europa, darf nicht vergessen werden, dass diese Länder fast einen Viertel der Weltbevölkerung umfassen.

Akut betroffene Länder
In vielen ärmeren Ländern ist das Coronavirus weiterhin ein akutes Problem. Die Infektionszahlen steigen vor allem in Brasilien und Indien rasant.
Akut betroffene Länder

Quelle: John Hopkins Universitiy via Bloomberg

In Deutschland verbessern sich die Konjunkturerwartungen erneut: Die Konjunkturerwartungen deutscher Finanzexperten haben sich im Juni bereits den dritten Monat in Folge vom Corona-Einbruch erholt. Wie das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) mitteilte, stieg der von ihm erhobene Indikator um 12,4 auf 63,4 Punkte. Das war mehr als Analysten erwartet hatten. Dies ist zudem der höchste Wert seit März 2006. Bereits in den beiden Vormonaten hatte sich die Stimmung deutlich aufgehellt, nachdem sie im März wegen der Corona-Krise drastisch eingebrochen war. Im Gleichklang mit den Aussichten hellte sich auch die Bewertung der aktuellen Konjunkturlage auf. Der Indikator stieg um 10,4 auf minus 83,1 Punkte. "Die Zuversicht nimmt zu, dass die konjunkturelle Talsohle im Sommer 2020 durchschritten sein wird", lässt sich ZEW-Präsident Achim Wambach in der Mitteilung zitieren. Die Ergebnisse des ZEW für die Eurozone fielen ähnlich aus wie für Deutschland: Sowohl die Konjunkturerwartungen als auch die Konjunkturlage wurden günstiger beurteilt.

SECO erwartet etwas weniger drastischen Wirtschaftseinbruch: Auch unser Nachbarland Schweiz blickt optimistischer in die Zukunft. Das Coronavirus wird die Schweizer Wirtschaft nicht ganz so hart treffen wie befürchtet. Die Ökonomen des Staatssekretariats für Wirtschaft (SECO) gehen neu davon aus, dass das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im laufenden Jahr nur um 6,2 Prozent schrumpfen wird. Bei ihrer letzten Einschätzung im April waren sie noch von einem Rückgang von 6,7 Prozent ausgegangen. Die kurzfristigen Aussichten hätten sich aufgehellt, heißt es in einer Mitteilung des SECO. Denn dank der rapide gesunkenen Covid-19-Fallzahlen hätten die gesundheitspolitischen Maßnahmen ab Ende April etwas zügiger gelockert werden können als bei der letzten Prognose angenommen. Gleichwohl erwarten die Bundesökonomen im laufenden Jahr den stärksten Rückgang des BIP seit Jahrzehnten. Und 2021 dürfte sich die Wirtschaft nur langsam erholen. Die Prognose lautet auf ein Wachstum von 5,3 Prozent. Der Wert liegt leicht unter der Prognose vom April (+5,6 Prozent).

US-Einzelhandel überraschend stark: Die US-Einzelhändler haben sich nach dem leichten Abklingen der Coronavirus-Krise mit einem Umsatz-Rekordplus zurückgemeldet. Sie nahmen im Mai 17,7 Prozent mehr ein als im Vormonat, wie das US-Handelsministerium mitteilte. Dies ist der höchste Wert seit Beginn entsprechender Statistiken im Jahr 1992. Insbesondere die Autobranche konnte sich über einen Zuwachs von 44,1 Prozent freuen. Im April hatten die US-Einzelhändler allerdings einen Rekordeinbruch erlitten – revidierten Zahlen zufolge um 14,7 Prozent. Der Einzelhandel bzw. der private Konsum macht mehr als zwei Drittel der US-Wirtschaftsleistung aus. Die Coronavirus-Krise hat in den USA Vollbeschäftigung in Massenarbeitslosigkeit umschlagen lassen: Mehr als 20 Millionen Amerikaner verloren im April ihren Job, bevor im Mai ein vorläufiges Ende des Abwärtstrends einsetzte und wieder 2,5 Millionen Jobs geschaffen wurden.

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