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Newsletter vom 6. Mai 2020

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Aktuelles zu Börsen & Märkten

Wirtschaft geht wegen Pandemie in die Knie: Nach und nach treten die negativen konjunkturellen Auswirkungen zu Tage, welche der Lockdown zur Eindämmung der Corona-Pandemie verursacht hat. In der Eurozone schrumpfte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im ersten Quartal 2020 gegenüber dem Vorquartal um 3,8 Prozent (siehe Grafik). Das ist der stärkste Rückgang, seitdem das europäische Statistikamt Eurostat diese Daten erhebt (seit 1995). Federn lassen musste vor allem Frankreich und damit die zweitgrößte Volkswirtschaft im Währungsgebiet. Hier ist die Wirtschaftsleistung um 5,8 Prozent gesunken. Auch für Spanien (-5,2 Prozent) und Italien (-4,7 Prozent) wurden deutliche BIP-Rückgänge gemeldet. Deutschland dagegen dürfte sich besser gehalten haben als der Euro-Durchschnitt. Die von Deutschland an das europäische Statistikamt übermittelten Daten werden zu einem späteren Zeitpunkt veröffentlicht. Die US-Wirtschaft wurde ebenfalls deutlich zurückgeworfen (BIP -4,8 Prozent). Auch wenn die Daten aus den USA nicht mit jenen aus Europa vergleichbar sind, ist der Rückschlag in beiden Fällen beachtlich. Denn die Wirtschaft wurde erst in der zweiten Märzhälfte ins künstliche Koma versetzt. Das zweite Quartal 2020 wird also nochmals schwächer ausfallen, da davon ein zeitlich größerer Anteil von den Pandemie-Maßnahmen betroffen sein wird. Gegen Ende des zweiten oder dritten Quartals ist dann jedoch mit einer Gegenbewegung zu rechnen.

Wirtschaftsleistung im Euroraum schrumpft
In der Eurozone ist das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im ersten Quartal 2020 um 3,8 Prozent und damit stärker als während der Finanzkrise 2008/2009 geschrumpft.
Wirtschaftsleistung im Euroraum schrumpft

Quelle: Bloomberg

Keine Entspannungssignale am US-Arbeitsmarkt: In den USA schnellen die Arbeitslosenzahlen weiter in die Höhe. Seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie haben in den USA im März mittlerweile mehr als 30 Millionen Menschen Arbeitslosenhilfe beantragt. Vor dem Virusausbruch zeigte die wöchentlich vom US-Arbeits-ministerium erhobene Statistik regelmäßig Werte von unter 100.000 Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe. Zum Vergleich: Zuletzt wurden knapp vier Millionen Anträge gemeldet. Das ist sogar wesentlich mehr, als in der Finanzkrise jemals erreicht wurde. Der höchste, je registrierte Wert wurde im Oktober 1982 verzeichnet und lag bei knapp 700.000 Anträgen. Die aktuelle Arbeitslosenquote dürfte gemäß Schätzungen mittlerweile bei über 15 Prozent liegen. Einen genauen Wert gibt es noch nicht, weil die Statistik zuletzt nicht mit der Geschwindigkeit der Jobverluste Schritt halten konnte. Diesen Freitag wird der ausführliche Arbeitsmarktbericht mit einer amtlichen Arbeitslosenquote veröffentlicht. Im Februar – vor der Corona-Krise – lag die Arbeitslosenquote noch bei 3,5 Prozent und signalisierte damit praktisch Vollbeschäftigung.

Ölpreis erholt sich von Rückschlag: Der Ölpreis hat in den vergangenen Tagen Boden gut gemacht. Der Grund: Immer mehr Förderer verringern ihren Output, und im Zuge der Lockdown-Erleichterungen steigt allmählich die weltwirtschaftliche Nachfrage. Ein Fass der Nordseesorte Brent notierte zuletzt bei über 30 US-Dollar und der Preis für nordamerikanisches WTI-Öl bei über 24 US-Dollar. Vor wenigen Tagen wurden noch historische Tiefs erreicht. Schon vor dem Ausbruch der Pandemie wurde mehr Öl produziert, als weltweit verbraucht wurde. Und durch die Corona-Pandemie sank der globale Energieverbrauch rasch weiter. Zudem haben sich die Aussichten für die Weltwirtschaft verschlechtert. Für die Ölbranche ist das aktuelle Umfeld eine große Herausforderung. In die Schlagzeilen schaffte es der Ölkonzern Royal Dutch Shell, weil er nach einem Gewinneinbruch die Dividende gekürzt hat – zum ersten Mal seit 1940.

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