Tipps für Ihre Geldanlagen

Newsletter vom 11. März 2020

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Aktuelles zu Börsen & Märkten

Dramatischer Einbruch beim Erdölpreis: Ein Streit unter den wichtigsten Ölförderstaaten hat heftige Verwerfungen an den Erdölmärkten zur Folge. Zu Wochenbeginn waren die Notierungen der vor allem in Europa maßgebenden Erdölsorte Brent auf zwischenzeitlich fast 31 US-Dollar pro Fass eingebrochen (siehe Grafik). Das war der stärkste Rückgang seit dem Golfkrieg im Jahr 1991. Der Auslöser für den Preisrutsch war, dass die Gespräche Ende vergangener Woche zwischen dem Ölkartell OPEC und Russland über eine gemeinsame Förderbremse gescheitert waren. Die Förderstaaten wollten die Produktion verringern, da der Ölpreis wegen der Sorge vor einem Abschwung der Weltwirtschaft im Zuge der Coronavirus-Epidemie bereits unter Druck geraten war. Russland weigerte sich jedoch, die Förderung zu drosseln. Darauf reagierte Saudi-Arabien mit Preisnachlässen und der Ankündigung, die Produktion nun stattdessen ausweiten zu wollen. Mit diesem Kräftemessen will Riad seine Überlegenheit im Weltmarkt beweisen und so Russland zurück an den Verhandlungstisch zwingen. Es wird sich zeigen, wie Russland auf den Preiskrieg reagiert. Mit einer allzu schnellen Einigung ist nicht zu rechnen. Mittelfristig wollen aber beide Länder einen höheren Preis.

Ölpreis bricht ein
Der Preis für ein Fass der Erdölsorte Brent hat sich seit Jahresbeginn praktisch halbiert.
Ölpreis bricht ein

Quelle: Bloomberg

Deutsche Industrie erholt sich zum Jahresbeginn: Die deutsche Industrie ist vor der Corona-Krise mit einer überraschend starken Erholung in das laufende Jahr gestartet. Im Januar legte die gesamte Produktion im verarbeitenden Gewerbe im Vergleich zum Vormonat um drei Prozent zu, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Damit fiel der Zuwachs deutlich stärker aus, als Analysten geschätzt hatten. Außerdem handelt es sich um den stärksten Anstieg seit November 2017. Zudem revidierten die Statistiker den Einbruch im Dezember auf noch 2,2 Prozent. Ursprünglich wurde ein Minus von 3,5 Prozent gemeldet.

Anlegerstimmung in Eurozone bricht ein: Die Stimmung von Anlegern in der Eurozone hat sich im März wegen der weltweiten Ausbreitung des Coronavirus deutlich verschlechtert. Der Indikator des Forschungsinstituts Sentix fiel um 22,3 auf minus 17,1 Zähler. Dies ist der stärkste Rückgang innerhalb eines Monats seit Beginn der Erhebung und der niedrigste Wert seit April 2013. Der Sentix-Index ist der erste wichtige Frühindikator für den Monat März. Das Coronavirus hatte Ende Februar mit voller Wucht auf Europa übergegriffen.

US-Arbeitsmarkt weiterhin sehr robust: Die Entwicklungen am Arbeitsmarkt in den USA können weiterhin als sehr robust bezeichnet werden. Im Februar entstanden laut Arbeitsministerium 273.000 neue Arbeitsplätze. Dies war deutlich mehr als Analysten erwartet hatten. Mehr Stellen in einem Monat wurden zuletzt im Mai 2018 geschaffen. Da die Erhebung der Daten bereits Mitte Februar und damit vor der Zuspitzung der Corona-Krise abgeschlossen wurde, sind mögliche Einflüsse der Lungenkrankheit auf den US-Arbeitsmarkt nicht enthalten.

Russisches Parlament macht Weg frei für weitere Amtszeit Putins: Das russische Parlament hat mit einer Verfassungsänderung den Weg freigemacht für eine neue Amtszeit von Wladimir Putin als Staatspräsident. Denn mit der Annahme der neuen Verfassung wurden Putins bisherige Amtszeiten annulliert. Der 67 Jährige kann damit 2024 erneut als Präsident kandidieren. Das Amt hat künftig sogar deutlich mehr Vollmachten als bisher. Laut aktueller Verfassung hätte er nicht noch einmal antreten dürfen im Rennen um das höchste Staatsamt in Russland.

Fokus: Disziplin erhöht den Anlageerfolg

Das Bauchgefühl ist kein guter Ratgeber, wenn es um die Geldanlage geht. Erfolgversprechender sind regelbasierte Anlagestrategien.

An den Börsen ging es in den vergangenen Tagen turbulent zu. Die Sorgen um die wirtschaftlichen Folgen der Coronakrise haben viele Anleger nervös werden lassen. Und nicht wenige von ihnen überlegen sich, ob nun der richtige Zeitpunkt für einen Ausstieg aus dem Aktienmarkt gekommen ist. Das ist ein bekanntes Muster: Wenn es an den Börsen holpert, werfen Anleger ihre Anlagestrategie, die ihnen über Jahre hinweg gute Renditen einbrachte, plötzlich über den Haufen.

Heute beschäftigt sich ein ganzer Wissenschaftszweig mit gesellschaftlichen Einflüssen und der Bedeutung von Emotionen bei Anlageentscheidungen. Der Fachbereich nennt sich Verhaltensökonomie und geht den Fragen nach, wie Anlageentscheidungen tatsächlich zustande kommen, welche Verhaltensmuster sich erkennen lassen und welche Fehler Anleger immer wieder machen.

Es konnte nachgewiesen werden, dass Investitionsentscheidungen von Privatanlegern häufig nicht als Folge einer detaillierten Analyse getroffen werden, sondern aus dem Bauch heraus. Dadurch lassen sie sich unter anderem von kurzfristigen Kursschwankungen leiten, was zu emotionalen Kauf- und Verkaufsentscheidungen führen kann, die einen negativen Einfluss auf die langfristige Rendite haben.

So lässt sich erklären, dass insbesondere bei über längere Zeit steigenden Aktienkursen viele Anleger in den Aktienmarkt investieren (siehe Grafik). Hält der Aufwärtstrend an, kommt Euphorie auf. In dieser Phase steigen besonders viele Anleger ein. Wenn es dann abwärts geht, werden die Verluste vom Anleger zunächst relativiert. Erst spät in der Korrekturphase verkauft er seine Titel. Sobald sich die Kurse wieder erholen, keimt die Hoffnung erneut auf und das Spiel beginnt von vorne.

So reagieren Anleger typischerweise
So reagieren Anleger typischerweise

Das VZ VermögensZentrum analysiert jedes Jahr Tausende von Anlagedepots. Auch die VZ-Experten stellen dabei immer wieder fest, dass die Anleger sich bei Anlageentscheidungen von ihrem Bauchgefühl leiten lassen. Daher empfiehlt es sich, vor der Investition einfache und nachvollziehbare Regeln zu formulieren und anhand historischer Daten zu testen. Mit solchen regelbasierten Anlagestrategien können bei einer disziplinierten Umsetzung Emotionen ausgeschaltet werden.

Ein Anlagekonzept, das solche Regeln beinhaltet, kann sich zum Beispiel auf gleitende Durchschnitte abstützen. Diese Methode will sichtbar machen, in welche Richtung sich der Kurs einer Anlage bewegt, zum Beispiel eines Aktienindexes wie der DAX. Dazu werden die Tageskurse über einen bestimmten Zeitabschnitt hinweg zusammengezählt und durch die Anzahl der Tage geteilt.

Das Ergebnis dieser Berechnung ist der Durchschnittskurs für diese Periode. Steigt der Kurs einer Anlage über seinen gleitenden Durchschnitt, löst das ein Kaufsignal aus. Umgekehrt erfolgt ein Verkaufssignal, wenn der Kurs unter den gleitenden Durchschnitt fällt. Um langfristige Trends sichtbar zu machen, legt man der Berechnung häufig eine Zeitdauer von 200 Tagen zugrunde.

Mit gleitenden Durchschnitten kann man große Trendbewegungen sehr gut abfangen. Daher sind sie nützlich, um starke und länger andauernde Kursverluste zu vermeiden. Das Risiko wird deutlich reduziert, die Rendite erhöht. Diese einfache Methode löst allerdings auch viele Fehlsignale aus, das ist ihr größter Nachteil. Zu einem Fehlsignal kommt es, wenn der gleitende Durchschnitt einen Kauf oder Verkauf signalisiert, wenig später aber das entgegengesetzte Signal ausgelöst wird. Fehlsignale verursachen unnötige Transaktionskosten und können zu Verlusten führen.

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