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Newsletter vom 5. Februar 2020

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Aktuelles zu Börsen & Märkten

Ölpreis wegen Corona-Krise unter Druck: Der Ausbruch des Coronavirus in China hinterlässt auch Spuren am Erdölmarkt. Denn die Corona-Krise löste Ängste vor einer deutlichen konjunkturellen Abkühlung aus, nicht nur im Reich der Mitte. Der Erdölpreis hat darauf mit deutlichen Abschlägen reagiert, weil eine niedrigere Ölnachfrage befürchtet wird. Konkret sank der Preis für die in Europa dominante Sorte Brent auf unter 54 US-Dollar je Barrel und damit den tiefsten Wert seit über einem Jahr (siehe Grafik). Seit Jahresbeginn rauschte der Ölpreis um fast 20 Prozent nach unten. Entscheidend für die weitere Preisentwicklung dürfte sein, wie stark die Corona-Krise die chinesische Wirtschaft tatsächlich belasten wird, und wie das Ölkartell OPEC auf den Preiszerfall reagieren wird. Erst im Dezember hatten sich die OPEC und weitere Förderstaaten auf eine Produktionskürzung geeinigt.

Ölpreis rauscht nach unten
Der Ausbruch des Coronavirus trübt die zuvor recht optimistischen Konjunkturerwartungen. Das bringt den Ölpreis unter Druck.
Ölpreis rauscht nach unten

Quelle: Bloomberg

Wirtschaft in der Eurozone schwächelt: Die Eurozone hat im vierten Quartal 2019 das schwächste Wirtschaftswachstum des Jahres erzielt. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der 19 Länder des Währungsgebietes erhöhte sich lediglich um 0,1 Prozent im Vergleich zum Vorquartal, wie das Statistikamt Eurostat mitteilte. Analysten hatten im Durchschnitt einen Anstieg von 0,2 Prozent veranschlagt. Im dritten Quartal hatte noch ein Plus von 0,3 Prozent abgebildet. Im Gesamtjahr 2019 erhöhte sich das BIP um 1,2 Prozent.

US-Wirtschaft wächst moderat: Das Wachstum der US-Wirtschaft hat sich zuletzt stabilisiert. Im Gesamtjahr 2019 wurde jedoch das von Präsident Donald Trump gesetzte Ziel verfehlt. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg im vierten Quartal 2019 laut den Angaben des Handelsministeriums um - auf das Jahr hochgerechnet - 2,1 Prozent und damit exakt in derselben Geschwindigkeit wie im Sommer. Im Gesamtjahr 2019 legte das US-BIP um 2,3 Prozent zu und verfehlte damit das von Trump ausgegebene Ziel von drei Prozent relativ klar. Der Republikaner, der im November seine Wiederwahl anstrebt, drängt die unabhängige Notenbank Fed immer wieder zu einer lockereren Geldpolitik. Zuletzt warf er ihr in Davos auf dem Weltwirtschaftsforum vor, sie habe die Zinsen zu schnell angehoben und zu langsam gesenkt. Die Fed hatte die Leitzinsen im Januar unverändert in der Spanne von 1,5 bis 1,75 Prozent belassen. Aufgrund des moderaten Wirtschaftswachstums und der stabilen Lage am Arbeitsmarkt sei derzeit kein Kurswechsel nötig, hieß es zur Begründung.

Japans Wirtschaft unter Druck: Die japanische Industrieproduktion brach angesichts einer schwächelnden Nachfrage im In- und Ausland in den drei Monaten von Oktober bis Dezember um vier Prozent ein, wie Daten des Wirtschaftsministeriums zeigen. Dies ist der stärkste Rückgang innerhalb eines Quartals, seit 2013 mit der Erhebung vergleichbarer Daten begonnen wurde. Zudem gingen die Einzelhandelsumsätze im Dezember um 2,6 Prozent zurück – das dritte Monatsminus in Folge. Zusätzlicher Druck auf die japanische Wirtschaft könnte durch die Ausbreitung des Coronavirus in China entstehen. Die Volksrepublik ist Japans zweitgrößter Exportmarkt.

Fokus: Wie finde ich den richtigen ETF?

Den richtigen ETF zu finden ist wie die Suche nach der Nadel im Heuhaufen. Doch ein strukturiertes Vorgehen hilft.

ETFs sind günstig, transparent und liquide. Und außerdem diversifizierter als viele andere Anlageprodukte. Entsprechend groß ist die Nachfrage, und das Angebot wächst laufend. Doch dadurch wird die Auswahl des richtigen ETFs zur Herausforderung. Folgende sechs Schritte helfen Ihnen bei der Entscheidung:

1. Herleitung der Anlagestrategie

Verschiedene Studien zeigen, dass eine klar definierte Anlagestrategie der wichtigste Faktor für den Anlageerfolg ist. Deshalb sollten Anleger vor einer Investition immer erst ihre persönliche Anlagestrategie festlegen. Dabei wird die langfristige Aufteilung des Anlagebetrags auf die verschiedenen Anlageklassen wie Aktien, Anleihen oder Rohstoffe festgelegt.

Für die Herleitung der Anlagestrategie müssen zwei Faktoren berücksichtigt werden: die Risikobereitschaft und die Risikofähigkeit (siehe Grafik).

  • Die Risikobereitschaft drückt aus, wie gut der Anleger vorübergehende Kursverluste auf seinen Investitionen emotional verkraftet. Wer schlecht mit Verlusten umgehen kann, hat eine niedrige Risikobereitschaft.
  • Die Risikofähigkeit besagt, in welchem Zeitraum der Anleger welchen Anteil seines Vermögens benötigt. Wer beispielsweise im kommenden Jahr einen Großteil seines Vermögens für den Kauf eines Hauses verwenden will, hat eine tiefe Risikofähigkeit.
Herleitung der Anlagestrategie
Herleitung der Anlagestrategie

Eine Anlagestrategie lässt sich heute auch ausschließlich mit ETFs umsetzen. An der Börse stehen über 1500 ETFs zur Auswahl, die in eine Vielzahl von Anlageklassen, Märkten und Währungen investieren und eine breite Diversifikation des Vermögens ermöglichen.

2. Index wählen

Anleger müssen sich bewusst sein, dass ETF-Anlagen die Wertschwankungen des Indexes vollumfänglich mitmachen. Die Wahl des richtigen Indexes ist deshalb von zentraler Bedeutung.

Um eine Vorstellung für die Wertentwicklung eines ETFs zu bekommen, empfiehlt sich ein Blick auf die historischen Renditen und Kursschwankungen des zugrundeliegenden Indexes. Dabei sollte ein möglichst langer Zeitraum betrachtet werden.

Hilfreich ist auch ein Verständnis für die Berechnung und Zusammensetzung des Indexes. Viele Indizes gewichten die Titel entsprechend ihrem Börsenwert. Dadurch können Klumpenrisiken entstehen. Beim Schweizer Aktienindex SMI beispielsweise machen die drei Schwergewichte Nestlé, Novartis und Roche rund 50 Prozent des Indexes aus. Beim MSCI World haben die drei größten Werte Apple, Microsoft und Amazon gerade ein Gewicht von gesamt rund sieben Prozent.

3. Abbildungsqualität prüfen

Viele Anleger gehen davon aus, dass ein ETF seinen Vergleichsindex eins zu eins abbildet. Das hätte zur Folge, dass die ETF-Rendite der Index-Rendite entsprechen würde. Dies ist aber nicht der Fall. Zwischen einzelnen ETFs auf einen bestimmten Index kann es zu Renditeunterschieden von mehreren Prozentpunkten pro Jahr kommen. Um die Abbildungsqualität eines ETFs zu messen, lohnt es sich, die ETF-Rendite mit der Indexrendite zu vergleichen. Unterscheiden sie sich stark, ist Vorsicht geboten.

4. Replikationsart wählen

Unter der Replikationsart versteht man die Art und Weise, wie ein ETF einen Index abbildet. Grundsätzlich wird zwischen physischer Replikation und synthetischer Replikation unterschieden. Bei der physischen Replikation investiert der ETF in die im Index enthaltenen Wertpapiere. Die synthetische Replikation funktioniert über Finanzderivate. Sie ist komplizierter und weniger transparent als die physische Indexnachbildung. Gewisse Märkte lassen sich jedoch nur durch synthetische Replikation abbilden.

Die Risiken von physisch replizierenden ETFs werden häufig als geringer eingestuft. Unter gewissen Umständen kann die synthetische Replikation aber durchaus sinnvoll sein. Die passende Replikationsart muss deshalb von Fall zu Fall beurteilt werden.

5. Kosten vergleichen

Einen Hinweis auf die Höhe der jährlich anfallenden Kosten in einem ETF gibt die Gesamtkostenquote Total Expense Ratio (TER). Sie umfasst neben den Verwaltungsgebühren auch die Kosten für Werbung und Vertrieb des Produkts. Eine tiefe TER sorgt aber nicht zwangsläufig für eine höhere Rendite. Denn zum einen sind in der TER nicht alle Kostenkomponenten eines ETFs enthalten. Zum anderen wird die Rendite auch von der Replikationsart beeinflusst.

6. Handelsgebühren optimieren

Beim Kauf und Verkauf eines ETFs fallen bankübliche Gebühren, Stempelsteuern und Börsenabgaben an. Zudem muss auch der Kauf- bzw. Verkaufspreis eines ETFs genauer analysiert werden. Bei börsengehandelten Wertpapieren wie ETFs besteht üblicherweise eine Spanne zwischen Geld- und Briefkurs. Diese Spanne (auch Spread genannt) entspricht der Preisdifferenz zwischen Ankaufskurs (Brief) und Verkaufskurs (Geld). Anleger sollten auf eine niedrige Geld-Brief-Spanne achten. Als Faustregel gilt, dass Anleger ihre Transaktionen in der Mitte der Handelszeit tätigen sollten, da die Spreads zu Beginn und am Ende des Tages oft höher sind.

Wichtig beim Kauf oder Verkauf eines ETFs ist zudem, dass die im ETF enthaltenen Wertpapiere zum Zeitpunkt der Transaktion gehandelt werden. Ein ETF auf den US-Aktienmarkt beispielsweise sollte dann an der Börse gekauft werden, wenn die US-Börsen geöffnet sind. Andernfalls ist mit höheren Spreads zu rechnen.

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