Tipps für Ihre Geldanlagen

Newsletter vom 29. Januar 2020

Informieren Sie sich jede Woche aktuell über die neuesten Entwicklungen an den Finanzmärkten.

Aktuelles zu Börsen & Märkten

Ifo-Index sinkt unerwartet: Die deutsche Wirtschaft ist etwas weniger zuversichtlich ins neue Jahr gestartet als erwartet. Der Ifo-Geschäftsklimaindex bildete sich im Januar um 0,4 auf 95,6 Punkte zurück. Analysten hatten dagegen den dritten Anstieg in Folge prognostiziert. Die rund 9000 befragten Unternehmer, die vom Münchner Ifo-Institut für die Berechnung des Index befragt wurden, beurteilten die Geschäftslage zwar günstiger als zuletzt, die Aussichten aber skeptischer. Im verarbeitenden Gewerbe habe sich das Geschäftsklima allerdings deutlich verbessert, hält das Ifo-Institut fest. Im Servicesektor trübte sich die Stimmung dagegen spürbar ein.

Eurozone Unternehmensstimmung Markit: Für die Eurozone deutet ein wichtiger Konjunkturindikator auf ein weiterhin gedämpftes Wirtschaftswachstum hin. Im Januar lag der vom britischen Forschungsunternehmen Markit erhobene Einkaufsmanagerindex gemäß einer Vorabschätzung wie im Vormonat bei 50,9 Punkten. Damit verharrte der an den Finanzmärkten stark beachtete Stimmungsindikator leicht über der Expansionsschwelle von 50 Punkten, was auf anhaltendes Wachstum hindeutet. Bei den Unterindikatoren zeigte sich eine unterschiedliche Entwicklung: Während sich die Stimmung im Industriesektor der Eurozone stärker als von Analysten erwartet verbesserte (von 46,3 auf 47,8 Punkte), ging der Indikator für den Bereich Dienstleistungen überraschend zurück (von 52,8 auf 52,2).

EZB bestätigt Zinstief im Euroraum: Die Europäische Zentralbank (EZB) lässt die Zinsen auf Rekordtief. Der Leitzins bleibt bei null Prozent, Banken müssen für geparkte Gelder weiterhin 0,5 Prozent Zinsen an die EZB zahlen. Der EZB-Rat bestätigte bei seiner ersten Zinssitzung in diesem Jahr zudem die monatlichen Anleihenkäufe der Notenbank in Höhe von 20 Milliarden Euro. Die seit November amtierende EZB-Präsidentin Christine Lagarde kündigte ferner eine Überarbeitung der geldpolitischen Strategie und eine Prüfung des seit Jahren verfehlten Inflationsziels an. Die EZB hatte letztmalig im Jahr 2003 ihre Strategie überarbeitet.

Fokus: Der Coronavirus – Vergleich zu SARS 2003 und die Auswirkungen an den Finanzmärkten

Der neuartige Coronavirus (2019-nCoV) hält derzeit Welt und Medien in Atem.

Trotzdem lohnt sich gerade aus Anlegersicht ein Blick auf die nüchternen Fakten: China meldet aktuell knapp 6.000 Infizierte bei 132 Toten. Der Anteil, der tödlich verläuft, liegt im Rahmen der "normalen" Grippe, welche vor allem für ältere und gesundheitlich angeschlagene Personen lebensgefährlich werden kann.

Eine Infektion kann zu einer Lungenentzündung führen, welche einen tödlichen Ausgang nehmen kann. In Deutschland haben intensivere Grippewinter durchaus schon mehrere 10.000 Tote gefordert. Die größten Auswirkungen sind derzeit am Ursprungsort in China und in der chinesischen Industrie zu finden.

Deutschland meldete bisher vier bestätigte Fälle. Angrenzende europäische Staaten oder die USA bewegen sich in ähnlichen Bandbreiten. Angeführt von Wuhan, dem Ausgangsort des Erregers, sind komplette Millionenstädte im Moment von der Außenwelt abgeriegelt, der Verkehr unterbrochen und das zivile Leben zum Erliegen gekommen.

Entwicklung verschiedener Anlageklassen während SARS
Entwicklung verschiedener Anlageklassen während SARS

Quelle: Bloomberg

Der im Moment grassierende Coronavirus stammt aus derselben Familie wie der SARS-Virus, der sich in 2003 in Asien schnell ausbreitete. Auch bei der neuen Variante ist davon auszugehen, dass der Virus von Tieren (evtl. Fledermäuse und Schlangen) ausging.

Eine Ansteckung mit dem Virus ist schwieriger festzustellen als es bei SARS im Jahr 2003 war. Dies liegt daran, dass er eine relativ lange Inkubationszeit von ca. zehn Tagen hat. Während dieser Zeit ist er schon übertragbar. Hierzulande ist das Risiko einer großen Verbreitung aus Sicht des renommierten Robert-Koch-Instituts als "sehr gering" einzustufen.

2019-nCoV zeigt sich bis jetzt als nicht besonders aggressiv, die Todesrate ist viel geringer als bei SARS, wo ungefähr jeder zehnte Infizierte starb. Mit einem Impfstoff ist kurzfristig nicht zu rechnen. Nach Abklingen der SARS Epidemie wurden die Studien zur Entwicklung eines Impfstoffes wieder abgebrochen.

Große Viruserkrankungen in Asien in den letzten Jahrzehnten
Große Viruserkrankungen in Asien in den letzten Jahrzehnten

2003 haben die globalen Kapitalmärkte trotz einer laufenden Pandemie in China wenig reagiert. Rohstoffe und US-Staatsanleihen gingen am schnellsten nach unten. Die weltweiten Aktienmärkte ließen sich nicht lange verunsichern und fokussierten sich auf andere Themen, welche die Märkte deutlich zulegen ließen.

Damals spielte der chinesische Finanzmarkt eine weit geringere Rolle als heute. Besonders in den letzten Tagen ging es an den chinesischen Märkten abrupt nach unten. Erzielte der wichtigste Aktienindex inländischer chinesischer Aktien, der CSI 300, noch in der zweiten Jahreswoche ein neues 12-Monatshoch, fiel er mit den Nachrichten über die Schließung der Ausfahrwege aus Wuhan um fünf Prozent.

Auch der DAX und der S&P 500  verzeichneten letzten Freitag einen Tag des Erschreckens. Derzeit stabilisieren sich die globalen Märkte wieder. Stärkere Auswirkungen könnten sich bei globalen Unternehmen zeigen, die größere Aktivitäten bzw. Umsatzanteile in China haben. Beispiele hierfür sind McDonald’s, Starbucks und Luxusmarkenhersteller wie Louis Vuitton.

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