Tipps für Ihre Geldanlagen

Newsletter vom 22. Januar 2020

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Aktuelles zu Börsen & Märkten

Positive Daten aus US-Wirtschaft: Wichtige Stimmungsindikatoren für die US-Wirtschaft sind mit Schwung ins neue Jahr gestartet (siehe Grafik). Die Indikatoren der Fed-Ableger von New York (Empire State Manufacturing Survey) und Philadelphia (Fed Business Outlook) haben für den Januar die Vorwerte und die Erwartungen deutlich geschlagen. Beim Sentiment-Index der Uni Michigan waren zwar leicht niedrigere Werte als zum Jahresende 2019 zu verzeichnen, allerdings hatte dieser Index von August bis Dezember einen steilen Anstieg gezeigt. Diese Daten stehen ein Stück weit im Kontrast zu den zuletzt enttäuschenden PMI-Werten und vermitteln die Hoffnung, dass es mit der US-Wirtschaft bald wieder aufwärts gehen könnte. Die soeben erfolgte Unterzeichnung des Phase-1-Abkommens zwischen den USA und China könnte die Stimmung noch weiter anheben.

Positive US-Daten
Die Stimmung sowohl bei den Unternehmen (Empire State, Philadelphia) als auch bei den Konsumenten (Uni Michigan) zeigt sich zu Beginn des Jahres 2020 erfreulich positiv.
Positive US-Daten

Quelle: Federal Reserve Bank of New York, Philadelphia Federal Reserve, University of Michigan

Neuer Rekord für den Dax: Der Dax hat eine neue Flughöhe erreicht. Im frühen Handel am Mittwoch ging es für den deutschen Aktienleitindex bis auf 13.640 Punkte nach oben. Damit übertraf das Börsenbarometer das bisherige Rekordhoch von 13.596,89 Zählern vom Januar 2018. Anders als etwa die großen Indizes an der Wall Street fehlte dem Dax lange Zeit die Kraft für einen Sprung auf neue Höhen. Das lag vor allem an den Konjunktursorgen im Zuge des Handelsstreits zwischen den USA und China, die stark auf Auto- und Chemiewerten lasteten. Mittlerweile haben die beiden größten Volkswirtschaften aber ein Teilabkommen unterzeichnet. Daher war an den Märkten wieder Konjunkturoptimismus aufgekommen.

Deutsche Wirtschaft wächst so langsam wie zuletzt 2013: Im vergangenen Jahr ist die Wirtschaft in Deutschland so schwach gewachsen wie seit sechs Jahren nicht mehr. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) legte um lediglich 0,6 Prozent zu, wie das Statistische Bundesamt berechnet hat. Die kauffreudigen Privathaushalte und der anhaltende Bauboom sorgten dafür, dass die zwischenzeitlich drohende Rezession ausblieb. 2018 hatte das BIP noch um 1,5 Prozent zugelegt, 2017 sogar noch um 2,5 Prozent. Im letzten Jahresviertel 2019 erhöhte sich das BIP den Angaben zufolge im Vergleich zum Vorquartal "geringfügig".

Inflation in Eurozone zieht etwas an: Teurere Lebensmittel und Dienstleistungen haben die Inflationsrate im Euroraum etwas steigen lassen. Gemäß den Angaben des Statistikamts Eurostat erhöhten sich die Konsumentenpreise im Dezember 2019 im Vergleich zum Dezember 2018 im Durchschnitt um 1,3 Prozent. Im November hatte die Inflationsrate noch 1,0 Prozent betragen. Die Kerninflation ohne schwankungsanfällige Komponenten wie Energie und Lebensmittel betrug wie die Gesamtinflation 1,3 Prozent. Überdurchschnittlich verteuerten sich Nahrungs- und Genussmittel sowie Dienstleistungen. Trotz des Anstiegs liegt die Inflation deutlich unter dem Inflationsziel der Europäischen Zentralbank (EZB) von knapp zwei Prozent. Die Zentralbank hat bereits Gegensteuer gegeben und ihre Geldpolitik im vergangenen Jahr weiter gelockert.

Chinas Wirtschaftswachstum schwächelt: Vor dem Hintergrund des Handelsstreits mit den USA hat die chinesische Wirtschaft das geringste Wachstum seit fast drei Jahrzehnten erzielt. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg gemäß dem nationalen Statistikamt nur noch um 6,1 Prozent. Das ist zwar exakt der Wert, den Ökonomen erwartet hatten, aber gleichwohl der niedrigste seit 1990. 2018 war die nach den USA zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt noch um 6,6 Prozent gewachsen. Für 2020 erwarten Analysten trotz der ersten Einigung im Handelskonflikt und weiterer Anreize für die Wirtschaft eine Abschwächung auf 5,9 Prozent.

Fokus: Geld anlegen mit gutem Gewissen – so gelingt nachhaltiges Investieren

Nachhaltige Geldanlagen werden immer beliebter. Kein Wunder, schließlich ist Nachhaltigkeit in allen Lebensbereichen ein wichtiges Thema.

Immer mehr Menschen bevorzugen bei ihrer Ernährung nachhaltig hergestellte Lebensmittel, oder sie meiden Waren aus Ländern mit schlechten Arbeitsbedingungen. Auch in der Politik gewinnen Parteien sehr viele Wähler, die Nachhaltigkeit ins Zentrum ihres Programms stellen. Daher ist es naheliegend, dass das Thema auch bei der Geldanlage immer stärker gewichtet wird. Den Anleger interessiert immer mehr, wie sich Spar­ und Anlageprodukte auf Umwelt und Gesellschaft auswirken.

Heute haben Anleger sehr viele Möglichkeiten, ihr Geld nachhaltig anzulegen, ohne auf eine marktübliche Rendite verzichten zu müssen.

Schweizer Vermögensverwalter machen sich seit längerem für die Einhaltung von Nachhaltigkeitsstandards stark. In einem offenen Brief verlangten sie 2019 von den Indexanbietern, Hersteller geächteter Waffen aus den großen Börsenindizes auszuschließen. Dazu zählen etwa biologische und chemische Waffen, Antipersonenminen oder Streubomben. Das VZ VermögensZentrum hat diesen Brief mitunterzeichnet.

Auswahl anspruchsvoll

Heute stehen Anlegern viele Möglichkeiten offen, um Nachhaltigkeitskriterien bei ihren Anlageentscheidungen zu berücksichtigen. Sowohl mit Investmentfonds als auch mit ETFs lassen sich verschiedene Ansätze einfach umsetzen. Doch die Auswahl wird zunehmend anspruchsvoller.

Noch immer hält sich das Vorurteil, dass sich nachhaltige Anlagen schlechter rentieren als klassische, obwohl dies zahlreiche Studien widerlegen. Vielmehr ist die Rendite von nachhaltigen und klassischen Indizes ähnlich. So hat zum Beispiel der nachhaltige Index MSCI World ESG Leaders seit November 2007 fast dieselbe Rendite erzielt wie der klassische Weltaktienindex MSCI World (siehe Grafik).

Klassische und nachhaltige Anlagen entwickeln sich ähnlich
Wer in nachhaltige Anlagen investieren möchte, muss keine Abstriche bei der Rendite machen, wie der Vergleich zwischen dem MSCI World ESG Leaders Index mit dem klassischen MSCI World zeigt.
Klassische und nachhaltige Anlagen entwickeln sich ähnlich

Quelle: Bloomberg

Wer nachhaltig investieren will, kann zum Beispiel nachhaltigen Anlageklassen den Vorzug geben. Dazu gehört etwa der Schweizer Aktienmarkt, da viele Schweizer Unternehmen in Sachen Nachhaltigkeit sehr gut abschneiden. Oder man schließt Unternehmen aus, die in Sektoren tätig sind, welche nicht nachhaltig sind.

Es können auch Unternehmen gemieden werden, die als kontrovers gelten, weil ihr Einfluss auf einen oder mehrere Aspekte der Nachhaltigkeit negativ ausfällt. Ein weiterer Ansatz besteht darin, nur in Unternehmen zu investieren, welche in nachhaltigen Geschäftsbereichen tätig sind und/oder besonders nachhaltige Produktionsprozesse vorweisen können.

Ratings helfen

Nachhaltigkeits­Ratings helfen Anlegerinnen und Anlegern, die Nachhaltigkeit einzelner Titel oder eines ganzen Portfolios zu beurteilen. Solche Ratings sollen ein Verständnis dafür vermitteln, welche Chancen und Risiken im Zusammenhang mit Nachhaltigkeit relevant sind und wie Unternehmen damit umgehen. Besonders nachhaltige Unternehmen schneiden entsprechend gut ab.

Die Vielfalt von Ansätzen und Angeboten erhöht die Komplexität. Daher sollte man vor einer Investition genau abwägen, welche Anliegen in Bezug auf Nachhaltigkeit das Portfolio erfüllen soll. Zusätzlich sollte man darauf achten, dass die Kosten nachhaltiger Anlagen in einem vernünftigen Verhältnis stehen zur Verbesserung des Nachhaltigkeitsprofils. Und schließlich sollten nachhaltige Anlagen regelmäßig daraufhin überprüft werden, ob und wie weit sie die Nachhaltigkeitskriterien immer noch erfüllen.

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