Tipps zu Vermögen und Ruhestand

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Newsletter vom 8. März 2019

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Zertifikate: Für Altersvorsorge häufig ungeeignet

Im Anlagenotstand sind strukturierte Produkte wie Zertifikate wieder sehr gefragt. Dabei verstehen viele nicht, was sie da kaufen und welche Risiken diese Papiere haben. Für eine sichere Altersversorgung sind solche Produkte häufig ungeeignet. Mit einer individuellen Anlagestrategie auf Aktien- und ETF-Basis sind Sie besser bedient.

Erinnern Sie sich noch an Lehman Brothers? Als die US-Bank 2008 Pleite ging, verloren zehntausende Anleger ihr Geld. Sie hatten Zertifikate gekauft, sogenannte Inhaberschuldverschreibungen, die über Nacht wertlos geworden waren. Viele hatten das Geld für ihre Altersvorsorge angelegt. Der Totalverlust war ein Schock, denn diese Papiere waren ihnen von ihrer Hausbank als sichere und risikolose Anlage verkauft worden. Dabei können Zertifikate je nach Ausgestaltung mit Risiken behaftet sein. Und nicht zu vergessen: Banken und Sparkassen bewerben Zertifikate, weil sie gut daran verdienen, insbesondere an den hauseigenen Produkten.

So funktionieren Zertifikate

Zertifikate bestehen in der Regel aus einem oder mehreren Basiswerten (zum Beispiel Aktien, Anleihen, Rohstoffe oder ein Index) und einem oder mehreren Derivaten. Das bedeutet, dass der Anleger beispielsweise darauf wettet, bis zu welchem Wert ein Kurs steigt oder fällt. Tritt die erwartete Marktentwicklung ein, kann man selbst bei Kursstürzen hohe Renditen erzielen. Trotz vager Eintrittswahrscheinlichkeit – mit einer solchen Aussicht stoßen die Verkäufer im Niedrigzinsumfeld durchaus auf offene Ohren.

Emittentenrisiko

Zertifikate bergen die Gefahr des Emittentenrisikos. Wird der Herausgeber insolvent, ist das Geld verloren. Denn es springen weder der Einlagensicherungsfonds der Banken noch die Garantie der Bundesregierung ein, wie es bei verzinsten Spareinlagen der Fall ist. Strukturierte Anlageprodukte wie Zertifikate zählen auch nicht zum Sondervermögen wie Fonds oder ETFs, bei denen die Anlagegelder vor Insolvenz der Investmentgesellschaft geschützt sind.

Schwer vergleichbare Kosten

Strukturierte Produkte sind schwer vergleichbar. Sich einen Überblick zu verschaffen ist illusorisch, denn es gibt fast 1,7 Millionen Anlage- und Hebelprodukte am Markt. Immerhin sind die Herausgeber verpflichtet, die Kosten der Papiere in Informationsblättern auszuweisen. Dort findet man aber nur direkte Kosten wie den Ausgabeaufschlag, die Vertriebsprovision und Kauf- und Verkaufsgebühren. Was der Anleger sonst noch mitbezahlt, sieht er nicht: die Marge, einbehaltene Dividenden oder eine Absicherung gegen Währungsschwankungen.

So bauen Sie Ihr eigenes Portfolio auf
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Investieren Sie besser: 5 Grundsätze für Anleger

Möchten Sie Geld für Ihre Altersvorsorge anlegen, sind zwei Aspekte besonders wichtig: effizienter Vermögensaufbau und geringe Verlustrisiken. Unsere Tipps:

1. Investieren Sie nur in Anlagen, die Sie wirklich verstehen

Kaufen Sie nur Finanzprodukte, dessen wesentliche Eigenschaften und Funktionsweisen Sie kennen und einschätzen können. Mit einer Aktie kaufen Sie einen Anteil an einem börsennotierten Unternehmen. ETFs haben das Ziel, die Rendite des zugrundeliegenden Index nachzubilden. So einfach ist das!

2. Bestimmen Sie Ihre Anlagestrategie

Finden Sie heraus, wie groß Ihre Risikobereitschaft und Ihre Risikofähigkeit sind und welche finanziellen Ziele Sie haben. Auf dieser Basis können Sie Ihre persönliche Anlagestrategie herleiten.

3. Diversifikation ist auch in Eigenregie möglich

Mit ETFs investieren Sie breit gestreut in ganze Märkte, Branchen und Regionen. Das Angebot an Aktien und ETFs ist groß genug, um jede Anlagestrategie umzusetzen.

4. Treten Sie auf die Kostenbremse

Mit Ausgabeaufschlägen und Vertriebsprovisionen sind Sie schnell 5 Prozent Ihres investierten Kapitals los. Bei Aktien und ETFs zahlen sie diese nicht. Vergleichen Sie außerdem die Gebühren Ihrer Depotbank. Mit einem Wechsel zu einem günstigeren Institut bekommen Sie die gleiche Leistung für weniger Geld.

5. Begrenzen Sie Verluste

Bei langfristigen Vermögensaufbau lautet die Devise: Nicht spekulieren, sondern langfristig investieren. Der Anlagehorizont beträgt mindestens 10 bis 15 Jahre, oft auch länger. Mit Aktien ließen sich in der Vergangenheit deutlich überdurchschnittliche Renditen erzielen. Je länger der Anlagehorizont, desto geringer die Verlustwahrscheinlichkeit.

Haben Sie Fragen? Unsere Anlage-Experten unterstützen Sie gerne.

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