Tipps zu Vermögen und Ruhestand

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Newsletter vom 8. Februar 2019

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Eigenheim zur Altersvorsorge: Mietfreiheit garantiert keinen sorglosen Lebensabend

Für viele Deutsche sind die eigenen vier Wände das Non-Plus-Ultra der Altersvorsorge. Ist das Haus abbezahlt, wohnt man mietfrei und hat mehr Geld zum Leben. Doch das ist ein Trugschluss, denn auch ein schuldenfreies Eigenheim verursacht Kosten.

Der Grundgedanke des Eigenheims ist durchaus richtig: Im Laufe des Erwerbslebens zahlt man das Haus ab und im Alter, wenn das Einkommen geringer ist, sind die Wohnkosten niedrig. Viele haben das Gefühl, dass sie dann gratis wohnen. Das ist aber eine Milchmädchenrechnung. Sie zahlen zwar keine Miete und auch keinen Kredit mehr – die Grundsteuer, die Nebenkosten und die Ausgaben für Reparaturen sowie Rücklagen für Instandhaltung fallen aber trotzdem an!

1. Grundsteuer: Wie hoch ist sie nach der Reform?

Viele Hausbesitzer sehen sich mit einer steigenden Grundsteuerbelastung konfrontiert. Die Grundsteuer berechnet sich aus dem Wert der Immobilie, der Steuermesszahl und dem Hebesatz. In den letzten Jahren ist der Wert vieler Häuser enorm gestiegen. Auch haben viele Kommunen ihren Hebesatz angehoben. Unsicherheit birgt die Reform der Grundsteuer, die derzeit verhandelt wird und bis Ende 2019 abgeschlossen sein muss. Die Reformpläne möchten den aktuellen Bodenwert sowie die gestiegenen Mietwerte in die Steuerberechnung integrieren – damit dürfte die Grundsteuer steigen.

2. Auch die Nebenkosten steigen

Ob Eigentümer oder Mieter, Nebenkosten bleiben ein großer Posten der Wohnkosten. Ein wachsender übrigens, denn die Ausgaben für Heizung, Strom, Wasser und Abwasser steigen seit Jahren. Hinzu kommen Gebäude-, Hausrat- und Haftpflicht-Versicherungen sowie Gebühren, zum Beispiel für Müllabfuhr oder Schornsteinfeger.

3. Modernisierungen und Sanierungen kosten Geld

Viele Hausbesitzer "übersehen", dass sie Rücklagen für Instandhaltungen bilden müssen. In regelmäßigen Abständen stehen Modernisierungen, Renovierungen und Ersatzanschaffungen an, etwa eine neue Heizung, neue Fenster oder Fußböden. Die Tabelle zeigt, mit welchen Beträgen dann zu rechnen ist. Eine neue Heizung kostet bis zu 15.000 Euro, ein neues Bad oder die neue Küche bis zu 25.000 Euro.

Das Geld dafür sollte man monatlich beiseitelegen. Der Verband Privater Bauherren setzt hierzu 1 Euro pro Quadratmeter pro Monat an, für ältere Häuser 2 Euro pro Quadratmeter. Für ein neues Haus mit 150 Quadratmetern Wohnfläche sind dies 1.800 Euro jährlich. Viele Rentner wohnen aber in älteren Häusern und müssen das Doppelte einkalkulieren, in diesem Fall 3.600 Euro.

Teures Eigenheim: So viel Unterhalt kostet ein Haus
Faustformel für Instandhaltungs-Rücklagen: 1 Euro (neues Haus) bzw. 2 Euro (älteres Haus) pro Quadratmeter pro Monat
Teures Eigenheim: So viel Unterhalt kostet ein Haus

Eine weitere Faustformel besagt, dass Hausbesitzer für Nebenkosten und Unterhalt jedes Jahr mit Kosten in Höhe von rund 1 Prozent des Verkehrswertes ihrer Immobilie rechnen, bei älteren Gebäuden auch mit mehr. Bei einem Immobilienwert von 500.000 Euro sind dies pro Jahr mindestens 5.000 Euro.

Immobilien im Alter: Das Geld ist fest gebunden

Hausbesitzer binden ihr Geld langfristig in der Immobilie. Sie haben gegebenenfalls nur wenige Reserven für Renovierungen und Modernisierungen. Bei erhöhtem Finanzbedarf, etwa durch plötzliche Pflegekosten, stehen dann keine ausreichenden Finanzmittel zur Verfügung. Außerdem ist für viele Ältere das Haus zu groß und der Unterhalt zu teuer und zu arbeitsaufwändig. Mehrstöckige Gebäude sind oft nicht altersgerecht.

Unser Tipp: Zweigleisig fahren

Setzen Sie nicht allein auf die Eigenheimkarte. Sparen Sie neben der Kredittilgung eine Reserve für künftige Hauskosten und zur Alterssicherung an. Dazu eignen sich flexible Geldanlagen wie Aktien und ETFs.

Hausbesitzer im Rentenalter sollten überlegen, ob es nicht sinnvoller ist, in eine Wohnung umzuziehen und gleichzeitig mehr Geld zum Leben zu haben. Wer beispielsweise ein Haus von 600.000 Euro verkauft, kauft sich für 300.000 Euro eine Wohnung, behält 50.000 Euro als Liquiditätsreserve und legt die übrigen 250.000 Euro an. Bei einer Nettorendite von 3 Prozent und einem Verzehr über 20 Jahre ergibt dies eine monatliche Zusatzrente von 1.400 Euro.

Weitere Informationen

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