Tipps zu Vermögen und Ruhestand

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Newsletter vom 30. November 2018

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Steuertipps vor Jahresende: Verlustbescheinigung beantragen, Freistellungsauftrag optimieren

Kapitalanlegern bleiben noch gut zwei Wochen, um eine Verlustbescheinigung zu beantragen. Damit können Sie realisierte Kursverluste beim Finanzamt geltend machen. Ein Steuerplus winkt auch, wenn Sie Ihre Freistellungsaufträge optimal auf Ihre Kapitalerträge anpassen. Wir zeigen Ihnen, worauf Sie dabei achten müssen.

Das Börsen-Jahr 2018 war eine herbe Berg- und Talfahrt. Wer zu einem ungünstigen Zeitpunkt Aktien oder Fonds verkaufen musste, blickt jetzt möglicherweise auf Verluste. Um diese gering zu halten, sollten Sie die Verluste mit dem Finanzamt teilen. Liegen alle Wertpapiere bei einer einzigen Depotbank, geschieht dies automatisch. Denn Bank verrechnet alle Kursgewinne und -verluste von Wertpapiergeschäften, die nach dem 1. Januar 2009 getätigt wurden, und führt automatisch die fällige Abgeltungssteuer ans Finanzamt ab. Verluste werden ins nächste Steuerjahr übertragen und können dann erneut genutzt werden.

Verluste zwischen verschiedenen Banken ausgleichen

Anders ist es, wenn Sie Wertpapiere bei mehreren Finanzinstituten deponiert haben. Entstehen bei Bank A Depotgewinne und bei Bank B Depotverluste, werden diese nicht automatisch miteinander verrechnet, da kein Datenaustausch zwischen den Banken stattfindet. Sie müssen die Verluste dann im Rahmen Ihrer Einkommensteuererklärung mit den Depotgewinnen verrechnen.

Dazu benötigen Sie von jedem Finanzinstitut, bei dem Sie ein Depot unterhalten, eine Verlustbescheinigung. Diese enthält die Gewinne, die Verluste und die von der Bank an das Finanzamt abgeführte Abgeltungssteuer. Mit der Verlustbescheinigung können Sie 2018 zu viel gezahlte Abgeltungssteuer zurückholen und Verluste aus Vorjahren mit diesjährigen Gewinnen verrechnen. Dabei können Sie Gewinne und Verluste aus verschiedenen Anlageformen miteinander verrechnen, zum Beispiel Zinsen, Dividenden oder Kursgewinne. Während Aktiengewinne mit Verlusten aller Wertpapierklassen verrechnet werden dürfen sind Verluste aus Aktienverkäufen nur mit Gewinnen aus Aktienverkäufen verrechenbar.

Frist für die Verlustbescheinigung: 14. Dezember 2018

Die Verlustbescheinigung muss normalerweise bis zum 15. Dezember bei der Bank beantragt werden. Das geschieht in der Regel online oder per Brief, Fax oder E-Mail. Da dieser Tag in diesem Jahr auf einen Samstag fällt, muss der Antrag spätestens am Freitag, den 14. Dezember, bei der Bank oder Sparkasse vorliegen. Bitte bei postalischer Übersendung entsprechend Vorlauf einplanen. Dieser Stichtag ist unumstößlich, eine Fristverlängerung gibt es nicht. Wer den Termin verpasst, kann erst im Steuerjahr 2019 wieder Kapitalverluste mit Gewinnen verrechnen.

Hinweis: Haben Sie 2018 Ihre Bank gewechselt? Bei einem Depotwechsel darf Ihre Ex-Bank keine Verlustbescheinigung mehr ausstellen, da sie der übernehmenden Bank die nicht ausgeglichenen Verluste mitteilt. Hier müssen Sie sich an die neue Bank wenden.

Diese Verluste können Anleger miteinander verrechnen
Diese Verluste können Anleger miteinander verrechnen

Quelle: VZ VermögensZentrum

Bis Jahresende: Freistellungsaufträge prüfen und anpassen

Der Jahreswechsel ist auch ein guter Zeitpunkt, Ihre Freistellungsaufträge zu überprüfen und gegebenenfalls anzupassen. Mit dem Freistellungsauftrag können Sie Kapitalerträge bis zu einer Höhe von 801 Euro pro Jahr steuerfrei stellen, Ehepaare genießen den doppelten Betrag von 1.602 Euro. Für darüber hinaus gehende Zins- und Dividendeneinkünfte fallen 25 Prozent Abgeltungssteuer zzgl. 5,5 Prozent Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer an. Der Freibetrag kann auf mehrere Freistellungsaufträge bei mehreren Banken verteilt werden. Pro Sparer und Bank ist nur ein Auftrag nötig, auch wenn dort mehrere Konten oder Depots bestehen.

Wichtig: Freistellungsaufträge müssen zum Jahresende bei den depot- und kontoführenden Banken vorliegen. Der letzte Bankarbeitstag 2018 ist der 28. Dezember. Manche Banken haben jedoch frühere Abgabefristen. Erkundigen Sie sich daher bei Ihrer Bank, bis wann Sie den Freistellungsauftrag abgeben müssen. Die Antragsformulare können Sie in der Regel auf der Website der Bank herunterladen oder dort anfordern.

Prüfen Sie jetzt, ob Sie Ihren Steuerfreibetrag optimal ausgeschöpft haben. Ist bei einer Bank der Ertrag niedriger als der Betrag im Freistellungsauftrag, sollten Sie für 2019 einen neuen Auftrag mit einem niedrigeren Freibetrag stellen. Das gilt umso mehr im umgekehrten Fall, da Sie sonst unnötig Abgeltungssteuer bezahlen. Eheleute können Freistellungsaufträge getrennt oder gemeinsam stellen, je nachdem, ob Gemeinschaftskonten bestehen oder Einzelkonten. Prüfen Sie, was für Sie vorteilhafter ist. Stellen Sie auch sicher, dass Ihre Freistellungsaufträge unbefristet laufen; ansonsten enden sie zum 31.12. eines Jahres.

Hat es 2018 Änderungen gegeben? Haben Sie zum Beispiel die Bank gewechselt, müssen Sie Freistellungsaufträge bei der bisherigen Bank löschen, damit sie nicht ungenutzt stehen bleiben. Haben Sie sich scheiden lassen oder leben getrennt, werden Freistellungsaufträge ungültig und müssen neu gestellt werden. Ist ein Ehepartner verstorben, muss der Hinterbliebene erst für das Folgejahr einen neuen Antrag stellen.

Tipp: Empfehlenswert ist, seine Konten und Geldanlagen nicht auf eine Vielzahl von Banken zu verteilen. Führen Sie Ihre Geldanlagen am besten nur bei einer kostengünstigen Bank. Ist das nicht möglich, dann richten Sie sich am besten eine Tabelle mit allen Freistellungsaufträgen ein. Vermerken Sie darin das Finanzinstitut, das Datum der Antragstellung, die Höhe des jeweiligen Steuerfreibetrags sowie die Höhe der geplanten und tatsächlichen Zinserträge pro Jahr – so behalten Sie den Überblick!

Weitere Informationen

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