Tipps zu Vermögen und Ruhestand

Newsletter vom 22. September 2017

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Arbeiten als Rentner: Die neuen Regeln zum Hinzuverdienst

Immer mehr Rentner sind berufstätig. Die Flexi-Rente, die seit Kurzem in Kraft ist, hat die Einkünfte flexibler und die Berechnung der Hinzuverdienstgrenzen wesentlich einfacher gemacht. Die VZ-Experten haben diese und andere Neuerungen für Sie zusammengestellt.

Viele Deutsche bleiben im Ruhestand erwerbstätig, weil Ihnen die Arbeit Spaß macht und sie weiter Geld verdienen. Bis zum Erreichen der Regelaltersgrenze wird ihnen der Verdienst allerdings auf die Rente angerechnet. Mit der sogenannten Flexi-Rente ist am 1. Juli 2017 eine Regelung in Kraft getreten, die den Hinzuverdienst wesentlich flexibler gestaltet.

Bislang konnten Frührentner 450 Euro pro Monat hinzuverdienen, ohne dass die Rente gekürzt wurde. Zweimal pro Jahr durften es bis zu 900 Euro sein. Lag der Verdienst auch nur einen Cent höher, wurde die Rente je nach Höhe des Hinzuverdienstes auf zwei Drittel, die Hälfte, ein Drittel oder vollständig gekürzt. Die Hinzuverdienstgrenzen hingen vom persönlichen Verdienst ab und wurden von der Rentenversicherung individuell ausgerechnet.

Hinzuverdienstgrenze kann jeder einfach selbst ermitteln

Seit Juli dürfen Frührentner 6.300 Euro pro Jahr anrechnungsfrei hinzuverdienen. Das ist zwar der derselbe Jahresbetrag wie vorher, doch der ist jetzt unabhängig vom Monatsverdienst. Maßgeblich ist nur noch der Jahresverdienst. Darüber hinausgehende Verdienste werden zu 40 Prozent auf die Rente angerechnet. Jeder kann sich in wenigen einfachen Schritten ausrechnen, wie sich sein Hinzuverdienst auf die eigene Rente auswirkt (siehe Grafik).

Die neue Flexi-Rente: Wie sich der Zuverdienst jetzt auswirkt
Illustratives Beispiel
Die neue Flexi-Rente: Wie sich der Zuverdienst jetzt auswirkt

Quelle: Deutsche Rentenversicherung, eigene Berechnung durch das VZ VermögensZentrum

Ein Beispiel: So wurde gerechnet

Eine Frau mit einer Rente von 1.000 Euro im Monat verdient 1.500 Euro im Monat dazu, das macht 18.000 Euro im Jahr. Zieht sie davon den jährlichen Freibetrag von 6.300 Euro ab, verdient sie 11.700 Euro pro Jahr zu viel; das macht 975 Euro im Monat. Davon werden ihr 40 Prozent auf die Rente angerechnet, also 4.680 Euro pro Jahr oder 390 Euro pro Monat. Nach diesem Abzug erhält sie eine gekürzte Rente von 610 Euro pro Monat.

Ihre Gesamteinkünfte betragen 25.320 Euro pro Jahr. Nur wenn diese Summe höher ist als der „Hinzuverdienst-Deckel“, wird der darüber liegende Hinzuverdienst zu 100 Prozent auf die Rente angerechnet. Als Hinzuverdienst-Deckel gilt das höchste Jahreseinkommen, das sie in den letzten 15 Jahren hatte.

Senioren können auch eine Teilrente beziehen. Allerdings ist die Hinzuverdienstgrenze dann entsprechend tiefer. Wird diese überschritten, werden die darüber liegenden Einkünfte vollständig auf die Rente angerechnet.

Tipp: Beziehen Sie neben der gesetzlichen Rente noch eine Betriebsrente? Dann sollten Sie sich beim Träger der Betriebsrente erkundigen, welche Auswirkung der Bezug einer Teilrente und ein Überschreiten der Hinzuverdienstgrenze haben. Je nach Satzung kann die Betriebsrente gekürzt oder ruhen gelassen werden.

Ab der Regelaltersgrenze unbegrenzt hinzuverdienen

Eines hat sich nicht geändert: Sobald Sie Ihre Regelaltersgrenze erreicht haben, können Sie unbegrenzt hinzuverdienen, ohne dass Ihre gesetzliche Rente gekürzt wird. Die Regelaltersgrenze wird bis 2032 schrittweise von 65 auf 67 angehoben. Derzeit liegt sie bei 65 Jahren und 6 Monaten.

Ebenfalls geblieben ist die Möglichkeit, den Renteneintritt aufzuschieben und damit die Rente zu erhöhen. Für jeden Monat, in dem keine Rente bezogen wird, gibt es einen Zuschlag von 0,5 Prozent. Wer seine Rente also um ein Jahr aufschiebt, erhält einen Zuschlag von 6 Prozent.

Neu: Rente beziehen und weiter in die Rente einzahlen

Erwerbstätige Senioren können ihre Rente weiter erhöhen, indem sie als Arbeitnehmer nach Erreichen der Regelaltersgrenze weiter Beiträge an die Rentenversicherung abführen. Bislang war dies nicht möglich, denn sie galten als versicherungsfrei. Nur der Arbeitgeber führte seinen Anteil an die Rentenversicherung ab, allerdings ohne dass diese Beiträge Ihrer Rente zugutekamen.

Jetzt haben Sie die Wahl: Sie können bei Ihrem Arbeitgeber einen Antrag stellen, dass Sie auf Ihre Versicherungsfreiheit verzichten und weiter auch eigene Beiträge zur Rentenversicherung zahlen möchten. Das ist attraktiv, denn dadurch erhöht sich Ihre Rente einmal im Jahr durch die von Ihnen und Ihrem Arbeitgeber geleisteten Beiträge.

Sondereinzahlungen jetzt ab 50 statt 55 möglich

Wer vorzeitig in Frührente gehen möchte, kann die Abschläge (0,3 Prozent pro vorbezogenem Monat) ausgleichen, indem er Sonderzahlungen tätigt. Bisher war das vom 55. Lebensjahr an möglich. Seit dem 1. Juli 2017 können Sie diese Sonderzahlungen bereits ab dem 50. Lebensjahr leisten. So haben Sie früher Planungssicherheit und wissen, mit welcher Rentenhöhe Sie rechnen können.

Weitere Informationen

Nutzen Sie die unverbindlichen Informationsangebote des VZ VermögensZentrums:

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