Geldanlagen

Welche ist die beste Anlageklasse?

Festgeld, Anleihen, Aktien, Immobilien, Gold, Rohstoffe – Anleger haben die Qual der Wahl. Wir erklären, welche Vor- und Nachteile die unterschiedlichen Anlageklassen haben und welche Rolle sie sinnvollerweise in Portfolios von Privatanlegern spielen.

Fabian Frey

Anlageexperte

1. Festgeld

Festgeld oder auch Tagesgeld und das gute alte Sparbuch sind sehr sichere Anlageformen: vorausgesetzt, man wählt eine Bank, die der deutschen Einlagensicherung angeschlossen ist. Dann sind auch im Fall der Insolvenz der Bank für den Anleger bis zu 100.000 Euro abgesichert. Darüber hinaus hat fast jede Bank noch eine freiwillige Einlagensicherung. Sicherheit ist hier allerdings ein relativer Begriff. Denn solche Anlagen werfen derzeit keine Zinsen ab. Durch die Inflation verlieren sie aber stetig an Wert.

Fazit: Festgeld, Tagesgeld & Co. eignen sich deshalb nur als "eiserne Reserve" für unvorhergesehene Ausgaben oder für kurz- und mittelfristig geplante Anschaffungen. Wer sein Geld längerfristig anlegen und real (also nach Abzug der Inflation) keine Verluste erleiden möchte, muss anders anlegen.

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2. Anleihen

Sichere Bundesanleihen werfen aktuell ebenfalls keine Zinsen ab. Bei bestimmten Laufzeiten erwirtschaftet man damit sogar Verluste. Anders sieht es mit Unternehmens- oder Fremdwährungsanleihen aus, für die es zum Teil noch attraktive Zinsen gibt. Allerdings sind diese Anleihen auch nicht risikofrei. Für Anleihen gibt es keinen Einlagensicherungsfonds. Meldet ein Emittent Insolvenz an, müssen die Anleger mit einem Totalverlust rechnen.

Bei Fremdwährungsanleihen kommt noch ein Währungsrisiko hinzu: Wer in den vergangenen Jahren zum Beispiel in türkische Anleihen investiert hat, musste trotz hoher Zinsen aufgrund des Verfalls der Lira in vielen Fällen Verluste hinnehmen.

Fazit: Anleihen gehören als Stabilisierungselement in jedes Depot. Für die Auswahl passender Papiere sollte man sich allerdings an einen Experten wenden.

3. Aktien

Aktien bieten auf lange Sicht Chancen auf attraktive Renditen – sowohl in Form von Kursgewinnen als auch von Dividenden. Bei Aktien bestehen allerdings auch Schwankungs- und Verlustrisiken. Es ist deshalb wichtig, nicht alles auf eine Karte zu setzen und das Vermögen breit auf verschiedene Branchen und Regionen zu streuen. Je länger die Anlagedauer, desto höher die Wahrscheinlichkeit von deutlichen Wertzuwächsen und desto geringer das Verlustrisiko.

Fazit: Aktien sind ein Muss für alle Anleger, die ihr Vermögen vermehren oder auch nur real erhalten möchten. Sie eignen sich ideal für die Altersvorsorge. Je früher im Leben man damit beginnt, in Aktien zu investieren, desto besser. Von zwischenzeitlichen Kursverlusten darf man sich nicht aus der Ruhe bringen lassen.

4. Immobilien

Mit Immobilien an begehrten Standorten konnten Anleger in den vergangenen 30 Jahren sehr hohe Wertzuwächse erzielen. Die Zukunftsaussichten sind allerdings nicht mehr so rosig. Die Mieten sind nämlich bei weitem nicht in dem Ausmaß gestiegen, wie die Kaufpreise. Dadurch sind die Mietrenditen im Schnitt heute deutlich niedriger als noch vor zehn oder 20 Jahren. Ein wichtiger Grund für die Preissteigerung der vergangenen Jahrzehnte waren die sinkenden Zinsen. Doch inzwischen muss wieder mit steigenden Finanzierungszinsen gerechnet werden. Es muss deshalb mit einem Rückgang der Nachfrage nach Kapitalanlage-Immobilien gerechnet werden. Das könnte den Preisanstieg bremsen oder sogar zu einem Preisrückgang führen.

Fazit: Immobilien als Kapitalanlage können bei einem größeren Vermögen durchaus eine sinnvolle Rolle spielen. Viele Anleger haben aber faktisch 50 Prozent oder einen noch deutlich höheren Teil ihres Vermögens in Immobilien investiert. Damit sind sie einem hohen Klumpenrisiko ausgesetzt.

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5. Gold

Das Edelmetall gilt als Krisenwährung und kann in Krisenzeiten durchaus eine Rolle als Absicherungsinstrument spielen. Denn in Phasen sinkender Aktienkurse steigt oftmals der Goldpreis. Langfristig leidet Gold aber darunter, dass es keine Zinsen abwirft. Auch von der Industrie wird es – abgesehen von einem geringfügigen Einsatz als Zahnersatz und in der Schmuckbranche – kaum gebraucht. Phasen steigender Zinsen sind tendenziell auch nicht zuträglich für den Goldpreis. Denn dann werden zum Beispiel Anleihen im Vergleich zu Gold attraktiver. Ein weiterer Nachteil von Gold: Die Spannen zwischen An- und Verkaufspreisen sind hoch. Zudem entstehen bei physischem Gold Kosten für die Lagerung, wenn man das Risiko nicht auf sich nehmen möchte, es zu Hause aufzubewahren.

Fazit: Gold sollte nur einen geringen Teil im Gesamtportfolio ausmachen. Sinnvoll sind 5 bis maximal zehn Prozent. Das ist aber kein Muss. Man kann auch ganz auf Gold verzichten.

6. Rohstoffe

Anders als in Gold ist es für Privatanleger nicht sinnvoll, direkt in Rohstoffe wie Öl, Gas oder Getreide zu investieren. Dies geschieht indirekt über sogenannte Optionen oder Futures. Im Krisenfall kommt es häufig vor, dass die Rohstoffpreise stark anziehen. Doch anschließend geht es meist auch genauso schnell wieder mit den Preisen abwärts. Auf lange Sicht war in der Vergangenheit mit Rohstoffen deutlich weniger drin als mit Aktien. Zudem entstehen für Optionen und Futures hohe Kosten.

Fazit: Privatanleger sollten allenfalls mit einem kleinen Teil ihres Geldes eine Spekulation mit Rohstoffen wagen, wenn sie Spaß daran haben. Als seriöse Geldanlage sind Rohstoffe aber Privatanlegern nicht zu empfehlen.

Weitere Informationen

Tipp: Sprechen Sie mit einem Experten in einem VZ in Ihrer Nähe und lassen Sie sich einen Vorschlag für eine sinnvolle Aufteilung Ihres Vermögens auf die oben erwähnten Anlageklassen unterbreiten. Vereinbaren Sie am besten noch heute telefonisch, per E-Mail oder direkt über die VZ-Webseite einen Termin. Das erste Gespräch ist kostenlos.