Geldanlagen

Warum Bärenmärkte auch eine positive Seite haben

Zum ersten Mal seit der Finanzkrise vor 14 Jahren sind die Börsenkurse seit mehreren Monaten rückläufig. Das ist kein Grund zur Beunruhigung – im Gegenteil.

Moritz Fleischmann

Anlageexperte
Publiziert am
27. Juli 2022

Im Rückblick herrschte an den Börsen gefühlt jahrelang eitel Sonnenschein. Was Anleger gern verdrängen: Auch diese lange erfolgreiche Phase wurde immer wieder von Rückschlägen unterbrochen. Seit vergangenem Winter sind Anleger nun wieder für einen längeren Zeitraum mit der weniger erfreulichen Seite der Börse konfrontiert. Fast täglich, so scheint es, verlieren Aktien an Wert. Diese Verluste machen sich natürlich auch in den Wertpapierdepots der Anleger bemerkbar. Zwar ist es nur ein Buchverlust und noch kein realisierter tatsächlicher Verlust, aber ein schöner Anblick ist es natürlich dennoch nicht.

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Was in solchen Momenten oft vergessen wird: Ohne Bärenmärkte (stehen für fallende Kurse) gäbe es keine Bullenmärkte (steigende Kurse). Die Finanzmärkte benötigen Rückschläge, um die vorangegangene Hausse zu konsolidieren und um heiße Luft aus Risikoanlagen abzulassen. Damit bereiten sie das Feld für den darauffolgenden Aufschwung vor.

Die gute Nachricht ist: Ein Bärenmarkt – damit wird eine Börsenkorrektur von mindestens 20 Prozent über mindestens zwei Monate bezeichnet – dauert im Durchschnitt viel kürzer als ein Bullenmarkt. Berechnungen des renommierten amerikanischen Wirtschaftsmagazins Forbes zufolge dauert eine negative Phase im Schnitt 289 Tage, also weniger als zehn Monate. Eine positive Börsenphase mit Kursgewinnen von 20 Prozent oder mehr hingegen erstreckt sich im Durchschnitt über 973 Tage, das entspricht 2,7 Jahren.

Was das genau bedeutet, lässt sich an einem langfristigen Chart ablesen. Wenn man den MSCI World über die vergangenen 30 Jahre betrachtet, fallen die einzelnen Börsenkorrekturen und Bärenmärkte kaum mehr ins Gewicht.

Das Platzen der Dot-Com-Blase ab 2000 sowie die globale Finanzkrise 2007 und 2008 haben zwar kurzfristig die Entwicklung des Index gebremst. In der langen Frist haben sich die Aktienkurse aber dennoch vervielfacht.

Was bedeutet das nun für die derzeitige Situation? Wäre es nicht sinnvoller, bei einer Korrektur rechtzeitig auszusteigen, um die niedrigeren Notierungen wieder zum Einstieg zu nutzen? Die Antwort lautet: Theoretisch ja, allerdings kann niemand genau voraussagen, wann die Börsenkurse nach unten drehen und wann danach die Erholung wieder einsetzt. Das einzige Rezept, das in jedem Fall funktioniert, lautet: Ruhe bewahren und nicht in Aktionismus zu verfallen.

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Wenn ein Börsencrash da ist, scheint die Welt für viele Anleger unterzugehen. Dabei wäre Besonnenheit angesagt. Denn auch wenn kurzfristig die Buchverluste schmerzen, erholen sich Aktienmärkte langfristig. Wie die Corona-Krise gezeigt hat, kann eine Erholung dabei sehr plötzlich und heftig ausfallen, was demjenigen, der an die Seitenlinie wechselt, den rechtzeitigen Wiedereinstieg erschwert.

Damals brachen mit dem Ausbruch der Corona-Pandemie die Börsenkurse innerhalb von wenigen Wochen ein, nur um sich fast genauso schnell wieder komplett von ihren Verlusten zu erholen und schon bald neue Rekordhöhen zu erklimmen.

Aus diesem Grund gibt es grundsätzlich nur gute Einstiegszeitpunkte in Aktien – vorausgesetzt man bringt den entsprechenden langen Anlagehorizont mit. Schlecht ist dann einzig, nicht investiert zu sein.

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