Geldanlagen

Warum Aktienanlagen auch im Ruhestand geeignet sein können

Im Rentenalter schrecken viele vor Aktieninvestments zurück. Sie glauben, dass ihr Anlagehorizont zu kurz ist. Dabei haben sie oft noch genügend Zeit, um nach einer Kurskorrektur auch die Erholung abzuwarten.

Stefan Passler

Anlageexperte

Im Niedrigzinsumfeld können Aktien eine attraktive Anlagemöglichkeit darstellen. Die Zinsen auf Tages- und Festgeldkonten sowie Bundesanleihen sind seit längerem sehr niedrig. Und, sind Zinsen niedriger als die Inflation, machen Anleger real Verluste.

Der Anlagehorizont ist lang genug

Bei allen Erfolgsaussichten haben Aktien gewisse Kursrisiken und unterliegen Wertschwankungen. Ruheständler und ältere Erwerbstätige befürchten, dass sie nicht über einen ausreichend langen Anlagehorizont verfügen, um nach Kurskorrekturen auf die Erholung zu warten. Dabei haben – rein statistisch betrachtet – 65-jährige Männer in Deutschland noch rund 18 Lebensjahre vor sich, 65-jährige Frauen können sogar noch mit rund 21 Lebensjahren rechnen. Mit einer solchen durchschnittlichen Lebenserwartung ist der Anlagehorizont lang genug.

Merkblatt

Privatanleger im Ruhestand: Welcher Anleger-Typ sind Sie?

Viele Ruheständler wissen nicht, wie sie ihr Vermögen am besten anlegen sollen.

Das zeigt eine Berechnung von Anlage-Experten des VZ: Eine Anlagedauer von 12 Jahren reicht aus, um eine attraktive Aktienrendite zu erwirtschaften, auch wenn Wertpapiere Wertschwankungen, Verlustrisiken und ggf. Fremdwährungsrisiken unterliegen. Als Berechnungsgrundlage dient die Entwicklung der Aktien aus dem Deutschen Aktien-Index seit den 1970er Jahren.

Hohe Wahrscheinlichkeit auf hohe Renditen

Das Ergebnis: Die Wahrscheinlichkeit, über einen Anlagezeitraum von 12 Jahren eine Rendite von durchschnittlich 6 Prozent pro Jahr zu erwirtschaften, betrug 49 Prozent. Bei einer Anlagedauer von 10 Jahren lag die Wahrscheinlichkeit immer noch bei 43 Prozent. Obwohl in den untersuchten Zeitraum mehrere massive Kurseinbrüche fallen, war die Rendite immer positiv.

Im Ruhestand auf Aktien setzen

Aktien sollten in Konzepten zum Vermögensaufbau für den Ruhestand zum Einsatz kommen. Auch im Ruhestand sollte ein Teil des Vermögens in Aktien investiert bleiben, damit das Vermögen einen ausreichenden Beitrag an das Einkommen leisten kann. Dabei muss jeder Anleger seine individuelle Anlagestrategie auf seine persönliche Situation, Ziele und Bedürfnisse ausrichten. Je nachdem, wie viel Risiko Sie tragen können und wollen, sind Aktien und Aktien-ETFs sinnvoll. 

Wichtig ist aber, dass man vorher einen Ruhestands-Check macht, um zu erfahren, wie groß die eigene Rentenlücke ist.

Um den Einkommensbedarf im Ruhestand sicherstellen zu können, ist es sinnvoll, die Etappenstrategie anzuwenden. Sie unterteilt die künftigen Einkommensphasen in Etappen von zehn Jahren. Das Vermögen wird dabei in einen Verbrauchsteil und in einen Wachstumsteil aufgeteilt:

  • Verbrauchsteil: Aus diesem Teil speisen sich die Rentenzahlungen in den ersten zehn Jahren. Das Geld ist nicht in Aktien angelegt, sondern wird sicher investiert und Schritt für Schritt aufgebraucht.
  • Wachstumsteil: Dieser Teil wird langfristig angelegt – auch in Aktien. Er erwirtschaftet Erträge für den Verbrauchsteil und wird nach zehn Jahren in sichere Anlagen umgeschichtet, um die Ausgaben bis ans Lebensende zu finanzieren.

Sie möchten Ihr Vermögen im Alter richtig anlegen, um Ihre Rentenlücke zu schließen? Die Experten des VZ unterstützen Sie dabei, Ihren Ruhestand professionell zu planen und die Etappenstrategie umzusetzen.