Geldanlagen

„Such nicht die Nadel – nimm den ganzen Heuhaufen!“

Brigitte, 10.11.2021

Dieser Artikel ist eine Zusammenfassung des VZ mit Ergänzungen.

Viele Anlegerinnen und Anleger fragen sich, ob sie in Investmentfonds oder in ETFs investieren sollen. Carina Freibott vom VZ VermögensZentrum erklärt, welche Auswahlkriterien wichtig sind.

ETFs, kurz für Exchange-Traded Fonds, sind eine Untergruppe der Investmentfonds. ETFs werden allerdings nicht aktiv von Fondsmanagern bewirtschaftet, sondern bilden passiv einfach die Rendite eines bestimmten Index ab.

Wie das zum Beispiel beim Deutschen Aktien-Index (DAX) aussieht, erklärt Carina Freibott, Anlageexpertin beim VZ VermögensZentrum: "Der Dax enthält die Aktien der 40 größten Unternehmen in Deutschland. Ein ETF auf den Dax kauft genau diese Aktien in genau der gleichen Gewichtung." ETFs gibt es auf viele bekannte Indizes, wie den europäischen Euro Stoxx 50, die US-Indizes Nasdaq, S&P 500 und Dow Jones oder den weltweiten MSCI World.

Die Zahl der ETFs ist in den vergangenen Jahren stark gestiegen. In Deutschland sind rund 1.700 ETFs erhältlich. "Die Nachfrage nach kostengünstigen und breitstreuenden ETFs steigt spürbar an", weiß Carina Freibott. "Darauf reagieren auch die Anbieter. In der Regel gibt es um die 100 Neuemissionen pro Jahr."

Wer in ETFs oder Investmentfonds investiert, sollte auf die Kosten achten. Hohe Gebühren gehen zulasten der Rendite. Selbst vermeintlich geringe Unterschiede machen sich langfristig stark bemerkbar: Wer zum Beispiel 10.000 Euro anlegt und 4 Prozent Rendite pro Jahr erzielt, hat nach 20 fast 2.000 Euro mehr, wenn die Gebühren statt 1 Prozent pro Jahr nur 0,5 Prozent pro Jahr betragen.

ETFs sind günstiger als aktiv gemanagte Investmentfonds. Das Fondsmanagement eines Investmentfonds muss den Vergleichsindex schlagen und zusätzlich die höheren Fondsgebühren verdienen, um besser abzuschneiden als ein ETF auf den gleichen Index. "Ein aktiver Fonds kann Werte ausschließen, andere hinzunehmen oder anders gewichten", sagt Expertin Freibott. Allerdings kann er damit richtig, aber auch falsch liegen. Investmentfonds und ETFs sind Wertpapiere, die Wertschwankungen, Verlustrisiken und gegebenenfalls Fremdwährungsrisiken unterliegen.