Private Altersvorsorge

So retten Sie Ihre Rente

Dieser Artikel ist eine Zusammenfassung des VZ mit Ergänzungen.

Ein Leser hat einen Sparplan in einen Mischfonds mit hohem Aktienanteil. Er fragt die WiWo-Coaches, ob er besser mit ETFs sparen sollte. Die WiWo-Coaches sind Experten aus Bereichen wie Geldanlage und Vorsorge. Die Antwort gibt Michael Huber vom VZ VermögensZentrum. Er zeigt auf, wie der Sparer mit ETFs von Kostenvorteilen profitiert, und gibt Tipps für die Umsetzung.

Private Altersvorsorge ist wichtig, um Rentenlücken zu schließen. Spätestens mit 50 ist es Zeit, das Kapital für den Ruhestand anzusparen. Michael Huber vom VZ VermögensZentrum zeigt, wie man am besten Vermögen aufbaut, um im Alter gut zu leben.

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Kapitalaufbau für den Ruhestand

Möchten Sie Ihren Lebensstandard im Ruhestand beibehalten? Dann müssen Sie Ihre Einkommenslücke aus Ihrem Vermögen schließen.

"Es ist auch mit 55 noch nicht zu spät, sich um die Altersvorsorge zu kümmern", sagt Michael Huber, Experte beim VZ VermögensZentrum. Die Alterssicherung lässt sich in wenigen Schritten optimieren. 

Als erstes sollte man Grundlegendes regeln: Sich einen Überblick über die eigene Vorsorge verschaffen, seine Ausgaben auf den Prüfstand stellen und Schulden tilgen, um Zinsen zu sparen.

Ruhestandsbudget erstellen

Dann sollte man seine Rentenlücke bestimmen. Dafür werden in einem Ruhestandsbudget die erwarteten Einnahmen und Ausgaben im Rentenalter gegenübergestellt. Die Einnahmen bestehen aus gesetzlichen, betrieblichen und privaten Renten, Mieteinkünfte von Immobilien, Kapitalerträge und Gehälter. Auch Ersparnisse, Wertpapierdepots und erwartete Zuflüsse wie Erbschaften gehören dazu. Bei den Ausgaben kommt es darauf an, ob man im Eigenheim oder zur Miete wohnt, welchen Lebensstandard man pflegt und wie viel Rücklagen vorhanden sind.

Spätestens ab 50: Sparen für die Rente

Im dritten Schritt geht es darum, Kapital aufzubauen, um die Rentenlücke zu schließen. Die Bedingungen dazu sind in den letzten Berufsjahren in vielen Fällen günstig. "Mit 50 plus ist das Gehalt oft am höchsten, sind die Kinder finanziell oft selbstständig, oder das Haus ist abbezahlt", weiß Michael Huber. Aber: "Wenn man erst spät mit dem Sparen beginnt, fällt der Zinseszinseffekt geringer aus." Trotzdem lässt sich auf der Zielgeraden noch einiges erreichen. Wer ab 50 400 Euro pro Monat auf die Seite legt, kann bis 67 selbst bei wenig Verzinsung rund 80.000 Euro ansparen.

Wertpapiersparen: Mehr Rendite, mehr Rente

Wer mehr möchte, macht sich Wertpapiere zunutze. Einfach und flexibel geht das mit ETF-Sparplänen. ETFs sind börsengehandelte Indexfonds, die in Aktien, Anleihen und andere Anlageklassen investieren. Wertpapiere unterliegen zwar Wertschwankungen, Verlustrisiken und ggf. auch Fremdwährungsrisiken. Langfristig gleichen sich die Risiken aber aus, und die Renditeerwartung ist viel höher als mit Spar- und Festgeldkonten oder Rentenversicherungen.

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Mit einem ETF-Sparplan günstig ein Vermögen aufbauen

Sparkonten sind bei niedrigen Zinsen ein Verlustgeschäft. Fondssparpläne sind keine gute Alternative, denn hohe Gebühren zehren an der Rendite.

Im Zeitalter von ultraniedrigen oder sogar Negativzinsen kommen Vorsorgesparer und Rentner an Wertpapieren kaum vorbei. Ältere Anleger haben Ängste, dass die Märkte kurz vor ihrem Rentenbeginn korrigieren und sie ihre Wertpapiere zu einem ungünstigen Zeitpunkt verkaufen müssen. Dabei tritt dieser Fall so gut wie nie ein, denn: "In den wenigsten Fällen benötigt man das angesparte Kapital beim Renteneintritt sofort", sagt Michael Huber. "Man sollte sich deshalb von Schwankungen an den Märkten nicht aus der Ruhe bringen lassen."

Sachwerte wie Gold oder Immobilien sollten höchstens einen kleinen Teil des Portfolios ausmachen. Mietwohnungen und Mietshäuser mögen auf den ersten Blick verlockende Investments darstellen. Allerdings sind die Kaufpreise aktuell sehr hoch, es gibt viele Risiken wie Mietausfälle und die Kosten sind hoch, zum Beispiel für Renovierungen. 

Und noch etwas ist wichtig: "Verzicht ist eine Tugend – aber bei aller Vorsorge sollte der Genuss nicht zu kurz kommen", sagt Michael Huber. "Man sollte zwar fürs Alter vorsorgen, aber man darf sich trotzdem schon vorher etwas gönnen."