Geldanlagen

So können sich Anleger gegen den Kursverfall des Euro schützen

Der Euro hat im Vergleich zum Dollar zuletzt kräftig an Wert verloren. Hauptgrund ist die unterschiedliche Geldpolitik in den USA und in der Euro-Zone. Mit der richtigen Strategie können sich Anleger nicht nur gegen diese Entwicklung schützen, sondern sogar davon profitieren.

Michael Ausfelder

Analyst

Anfang 2021 war der Euro noch auf dem besten Weg, ein Mehrjahreshoch im Vergleich zum US-Dollar zu erklimmen: Der Kurs der Gemeinschaftswährung kletterte bis auf knapp 1,23 Dollar. Doch das Blatt hat sich im Jahresverlauf gewendet. Inzwischen ist ein Euro nur noch gut 1,12 Dollar wert. Dafür gibt es einen leicht nachvollziehbaren Grund: die zunehmend auseinanderdriftende Geldpolitik der US-Notenbank (Fed) und der Europäischen Zentralbank (EZB). So hat die Fed angesichts der anziehenden Inflation ihre Wertpapierkäufe inzwischen massiv zurückgefahren und angedeutet, dass sie die Zinsen im Jahresverlauf 2022 deutlich anheben wird.

EZB will Aufschwung nicht gefährden

Die EZB dagegen hält bislang an ihrem stark expansiven Kurs fest: Zinsanhebungen scheinen im Euro-Raum trotz ähnlich anziehender Inflationsraten wie in den USA weiterhin tabu zu sein – und das, obwohl die Wahrung der Preisstabilität eigentlich die Hauptaufgabe der EZB ist. Doch weit mehr als die Inflation fürchtet EZB-Chefin Christine Lagarde, dass der zarte Aufschwung in den dauerkriselnden südeuropäischen Ländern abrupt zum Stopp kommt, wenn die Zinsen wieder steigen.

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Der Trend könnte andauern

Die Folge: US-Dollar-Anleihen bringen Anlegern dadurch wieder deutlich höhere Zinsen ein als europäische. Das wiederum macht den Dollar attraktiv und lässt seinen Kurs zum Euro steigen. Solange die EZB ihren Kurs nicht ändert oder keine Änderung andeutet, ist davon auszugehen, dass der Trend zugunsten des Dollar andauert.

Die Folgen für Verbraucher

Welche Folgen hat der schwache Euro für die Verbraucher? Eines ist klar: Er trifft so gut wie jeden, denn er verteuert die Importe. Das bekommen Verbraucher derzeit vor allem bei den Kraftstoff- und Heizölpreisen zu spüren. Die Inflation in Deutschland wird also auch vom schwachen Euro bzw. starken Dollar angetrieben.

Was Anleger tun sollten

Und welche Schlüsse sollten Anleger daraus ziehen? Die jüngste Entwicklung des Euro-Dollar-Kurses verdeutlicht einmal mehr, wie wichtig es ist, nicht nur im Heimatmarkt zu investieren und sein Wertpapierdepot breit aufzustellen: Wer zum Beispiel auch US-Aktien im Depot hat oder über ETFs oder aktive Fonds in den USA investiert ist, sichert sich mit diesen Anlagen ganz automatisch gegen einen weiter fallenden Euro ab und profitiert von Wechselkursgewinnen, sollte der Kurs des Dollar weiter steigen. Wertpapiere unterliegen Wertschwankungen und Verlustrisiken, und bei Investments in andere Währungen als den Euro bestehen Fremdwährungsrisiken. Gerne erklärt Ihnen ein Berater des VZ VermögensZentrums, wie Sie Ihr Vermögen optimal auf verschiedene Regionen, Länder und Branchen aufteilen.