Geldanlagen

Nervenstarke Anleger gehören langfristig zu den Gewinnern

Der Krieg in der Ukraine belastet die Aktienmärkte. Jetzt Aktien zu verkaufen, könnte sich allerdings als schlechte Idee herausstellen. Denn die Vergangenheit lehrt: Die meisten Kriege wirkten sich nur kurzfristig auf die Börsenkurse aus. 

Michael Ausfelder

Analyst

Abgesehen von dem unendlichen Leid, das der Krieg für die ukrainische Bevölkerung verursacht hat, sind auch die wirtschaftlichen Folgen gravierend: Bei vielen Rohstoffen löste der Kriegsausbruch einen Preisschub aus, der die schon zuvor als Folge der Pandemie ausgebrochene Inflation zusätzlich anheizt. Die Abhängigkeit von russischem Öl und Gas trifft Europa besonders hart. 

Um eine verhängnisvolle Preisspirale zu verhindern, beginnen die Notenbanken, die Geldpolitik zu straffen. Das wiederum schürt die Angst vor steigenden Zinsen – was Aktien und Anleihen belastet, insbesondere in Europa.

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Depot-Check – die häufigsten Fehler von Anlegern

Unabhängige Depot-Checks des VZ zeigen: Viele Anleger gehen mit ihren Wertpapieren zu hohe Risiken ein und nutzen ihre Chancen zu wenig aus.

Angst und Panik sind schlechte Ratgeber

Nachvollziehbar daher, dass viele Anleger nervös geworden sind und manche sogar in Panik verfallen. Einige haben aus Angst vor noch größeren Verlusten im großen Stil Aktien und Fondsanteile verkauft. Doch Angst und Panik sind nicht nur im Leben allgemein, sondern speziell auch bei der Geldanlage schlechte Ratgeber: Anleger, die sich jetzt dauerhaft vom Kapitalmarkt verabschieden, setzen womöglich ihre Altersvorsorge und damit ihren Wohlstand im Alter aufs Spiel.

Auch wer heute verkauft und sich fest vornimmt, später zu günstigeren Kursen wieder einzusteigen, geht ein sehr hohes Risiko ein. Denn erfahrungsgemäß gelingt es nur den allerwenigsten Anlegern, den günstigsten Zeitpunkt für den Wiedereinstieg zu erwischen. Viel wahrscheinlicher ist es, dass man diesen Zeitpunkt verpasst und dann die verkauften Wertpapiere teurer wieder zurückkaufen muss. Oder dass man in der Hoffnung auf günstigere Kurse gar nicht mehr einsteigt, wenn der Markt dauerhaft nach oben dreht – was ebenfalls die oben beschriebenen Folgen nach sich zieht.

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Anleger sollten also gerade in außergewöhnlichen Situationen wie der aktuellen einen kühlen Kopf bewahren, auch wenn es schwerfällt.

Kriege wirken sich meist nur kurzfristig auf Börsenkurse aus

Zur Beruhigung hilft vielleicht ein Blick in die Vergangenheit. Es hat sich nämlich gezeigt, dass sich die meisten Kriege nur kurzfristig auf die Börsenkurse auswirken. Abgesehen vom arabisch-israelischen Jom-Kippur-Krieg, der die Weltwirtschaft wegen des Öl-Embargos mehrere Jahre lang belastete, löste nach 1945 kein Krieg mehr einen Bärenmarkt an der Börse, also über längere Zeiträume fallende Kurse, aus (siehe Grafik). Anleger, die sich von den aktuell hohen Schwankungen verschrecken lassen, laufen also Gefahr, weit hinter der Performance des Marktes zurückzubleiben.

Es gibt aber auch Anleger, die in Situationen wie diesen ganz anders reagieren und gierig werden. Doch auch das ist gefährlich: Sie kaufen jetzt irgendwelche Aktien, die stark gefallen sind und die nun vermeintlich günstig sind, in der Hoffnung auf eine schnelle Erholung. Mit solchen unüberlegten Investments haben Anleger schon oft Schiffbruch erlitten.

Wenn sich jedoch in einzelnen Märkten Trend-Verschiebungen abzeichnen, sind Anpassungen innerhalb der Anlageklassen durchaus sinnvoll, damit man einen möglichst großen Teil der künftigen Erholung an den Börsen mitnehmen kann. Doch das sollte eben überlegt und im Rahmen einer durchdachten Strategie erfolgen.

Tipp: Wenden Sie sich an die Experten des VZ VermögensZentrums und lassen Sie sich in einem kostenlosen Erstgespräch erklären, wie Sie Ihr Vermögen sinnvoll durch diese unsicheren Zeiten steuern können.