Geldanlagen

Gibt es krisensichere Aktien?

Erfolgreiche Aktienanlage ist ein Kinderspiel, denken manche Investoren: Man kauft einfach nur die Aktien der besten Unternehmen. Doch das kann ein Trugschluss sein. Erfolgversprechender und sicherer ist es, auf ein intelligent zusammengestelltes, breit diversifiziertes Portfolio zu setzen.

Michael Ausfelder

Analyst

Die Namen mancher Tech-Aktien lassen die Herzen vieler Anleger höherschlagen. Denn sie bringen ihren Investoren seit vielen Jahren traumhafte Renditen ein. Jeder Rückschlag erwies sich als gute Einstiegsgelegenheit. Mit diesen Aktien, so scheint es, können Anleger nichts falsch machen. Auch in schwierigen Zeiten. Sie verfügen über eine marktbeherrschende Stellung, legen beeindruckende Bilanzen vor, verzeichnen ein starkes Wachstum und erzielen hohe Gewinne.

Die Lehren der Vergangenheit

Was kann da noch schiefgehen? Eine ganze Menge! Das lehrt ein Blick in die Vergangenheit. In den 70er Jahren erlebten die sogenannten Nifty Fifty Aktien einen Boom. Es handelte sich um eine Gruppe von rund 50 US-Wachstumsaktien, die damals extrem populär waren. Die Parallelen zu dem heutigen Hype um angesagte Tech-Aktien sind frappierend: Auch die Nifty Fifty verfügten über eine marktbeherrschende Stellung, hohe Wachstumsraten, starke Bilanzen und hohe Gewinne.

Merkblatt

Was ist eine Aktie?

Das Merkblatt macht Sie mit den Grundlagen von Aktien vertraut, beantwortet die wichtigsten Fragen und zeigt die Chancen und Risiken auf.

Viele Analysten urteilten damals, die Perspektiven für diese Aktien seien so gut, dass sie nie zu teuer werden könnten. Denn das hohe Wachstum rechtfertige praktisch jede Bewertung. Beflügelt von solchen Einschätzungen stiegen die Kurse dieser Aktien so schnell, dass ihre Bewertungen Dimensionen erreichten, die weit über dem langjährigen Durchschnitt lagen.

Sehr hohes KGV

Im Schnitt lag das Kurs-/Gewinn-Verhältnis (KGV) der Nifty Fifty auf dem Höhepunkt der Euphorie im Dezember 1972 bei 42. Das bedeutet: Diese Aktien wurden im Durchschnitt mit dem 42-fachen eines Jahresgewinns bewertet. Die Aktie des damals populären Sofortbild-Kameraherstellers Polaroid brachte es sogar auf ein KGV von über 90, die der Fastfood-Kette McDonald’s auf gut 85 und die des Unterhaltungskonzerns Walt Disney auf mehr als 81. Zum Vergleich: Das KGV des marktbreiten US-Aktienindex S&P 500 lag damals bei nur 18,9.

Doch 1973 platzte die Blase: Die meisten Nifty-Fifty-Aktien verloren kräftig an Wert. Und nicht nur das. Die "Terrific 24" – das waren 24 besonders gehypte Aktien, die zu den Nifty Fifty zählten (siehe Grafik) – erzielten in den folgenden 30 Jahren eine deutlich schlechtere Rendite als der S&P 500.

Was Anleger davon lernen können

Welche Lehre Anleger daraus ziehen können? Ein gutes Unternehmen ist nicht zwangsläufig zu jedem Zeitpunkt auch ein gutes Aktieninvestment. Und eine starke Performance in der Vergangenheit ist keine Garantie auf hohe Kursgewinne auch in der Zukunft. Im Gegenteil: Anleger, die zu stark auf gehypte Aktien fokussieren, laufen Gefahr, überteuert einzusteigen und besonders hart auf dem Boden der Tatsachen zu landen.

Möchten auch Sie von den Chancen profitieren, die der Aktienmarkt bietet, ohne alles auf nur eine oder wenige Karten zu setzen? Dann entscheiden Sie sich für eine Strategie, die auf ein über viele Branchen und Märkte diversifiziertes Portfolio setzt und dabei Ihre individuelle Risikoneigung und -tragfähigkeit berücksichtigt. Grundsätzlich gilt: Die Kurse an den Aktienmärkten schwanken, deshalb sind auch bei einer solchen intelligenten Strategie Verluste möglich. Doch auf lange Sicht hat sie sich in der Vergangenheit über längere Zeiträume fast immer ausgezahlt. 

Lassen Sie sich dazu von einem Experten in einem VZ VermögensZentrum in Ihrer Nähe beraten. Das Erstgespräch ist kostenlos. Gerne können Sie dort auch einen unentgeltlichen Depot-Check vornehmen lassen, durch den Sie erkennen werden, ob Sie bei der Geldanlage bereits gut aufgestellt sind.