Geldanlagen

Diversifikation: Warum Risikostreuung bei der Geldanlage so wichtig ist

Die Geldanlagen breit zu streuen, hilft, Risiken zu senken. Wie wichtig das ist, hat der Absturz der Wirecard-Aktie 2020 deutlich gezeigt. Anleger sollten darum genau hinschauen. Die folgenden Tipps helfen, das Wertpapierdepot bestmöglich abzusichern.

Moritz Fleischmann

Anlageexperte

Anleger, die große Teile ihres Geldes in das ehemalige DAX-Unternehmen Wirecard investiert hatten, standen nach dem Absturz der Aktie 2020 quasi mit leeren Händen da. Innerhalb weniger Wochen war der Aktienkurs wegen Betrugs- und Manipulationsvorwürfen um 94 Prozent abgesackt.

Breiter aufgestellte Depots, die zum Beispiel auf einen ganzen Index setzen, verzeichneten im gleichen Zeitraum kaum Minus: Der Dax verlor nur 1,15 Prozent und der MSCI World Index sogar nur 0,03 Prozent. Die Lehre aus diesem Fall: Einzelinvestments sind risikoreich, darum nicht alles auf eine Karte setzen!

Mehr Titel, weniger Risiko

Allerdings sollte man nicht beliebig viele Wertpapiere kaufen. Die moderne Portfoliotheorie belegt, dass sich das Gesamtrisiko eines Depots bereits mit 10 bis 20 Titeln pro Markt senken lässt. Ab 20 Titeln nimmt es nur noch geringfügig ab.

Auf diese Weise lässt sich das unsystematische Risiko auf ein Minimum reduzieren (siehe Grafik). Dieses umfasst länder-, branchen- und firmenspezifische Risiken, wie Fehlentscheidungen des Managements. Das systematische Risiko (Marktrisiko) lässt sich dagegen nicht ausschalten, das müssen Anleger bei Börseninvestments immer tragen.

Wie aber kann ich mein Depot optimal diversifizieren? Diese Tipps helfen, Risiken zu senken:

Anlagestrategie richtig ausrichten

Auf der Jagd nach größtmöglichen Renditen gehen viele Anleger zu hohe Risiken ein. Hinterfragen Sie, ob Ihre Anlagestrategie zu Ihrem Risikoprofil und den Anlagezielen passt. Prüfen Sie, ob die Umsetzung – die Aufteilung der Gelder auf die Anlageklassen – der Strategie entspricht.

Titelkombination hinterfragen

Je mehr Wertpapiere aus verschiedenen Regionen oder Branchen im Depot liegen, desto geringer ist das Gesamtrisiko. Das gilt aber nur bis zu einem gewissen Grad. Zahllose Kleinstpositionen bringen nichts. Zudem bergen zu viele Titel aus einem Markt Klumpenrisiken (zum Beispiel ein zu hoher Anteil deutscher Aktien im Depot). Sinnvoll ist es, das Depot auch über Anlageklassen zu streuen, zum Beispiel schwankungsintensive Aktien mit schwankungsarmen Anleihen zu kombinieren, um die Stabilität zu erhöhen.

Genau hinschauen bei ETFs

ETFs eignen sich für viele Anleger, weil sie transparent und kostengünstig sind. Trotzdem: Schauen Sie genau hin, welchen Markt der ETF abbildet. Als äußerst breit aufgestellt gilt der Index MSCI World mit gut 1.600 Aktien aus 23 Ländern. Weil aber US-Aktien rund zwei Drittel des Indexwertes ausmachen, lauert hier ein Klumpenrisiko.

Tipp: Erfolgreiches Anlegen basiert auf der Kombination von Titeln, Anlageinstrumenten und aktiver Bewirtschaftung. Das ermöglicht eine mehrfache Diversifizierung.

Weitere Informationen

Sie möchten Anlagerisiken senken? Hilfe bietet die Depotberatung des VZ oder Sie wählen ein professionell gemanagtes Mandat.