Etappenstrategie im Ruhestand

Rheinische Post, 27.01.2012

Vom Vermögen leben, während es nachwächst: Wer auch im dritten Lebensabschnitt finanziell gut versorgt sein will, braucht eine auf seine Lebenssituation zugeschnittene Anlagestrategie.

0b fällige Lebensversicherung, Abfindung, Erbschaft oder Geschäftsverkauf: Flexible Erträge abzuschöpfen und gleichzeitig die Substanz zu erhalten sind die Prioritäten für die Geldanlage nach der Erwerbsaufgabe. Mit einer "Etappenstrategie" erreicht man dieses Ziel am besten.

Das VZ VermögensZentrum empfiehlt, das Kapital in einen Verbrauchs- und einen Wachstumsteil aufzuteilen. Aus dem Verbrauchsteil bezieht der Ruheständler zehn Jahre lang eine Art Zusatzrente, damit er sich nach dem Renteneintritt nicht allzu sehr einschränken muss. Dieser Teil des Vermögens wird sehr sicherheitsorientiert angelegt, und nach zehn Jahren ist er aufgebraucht.

Das nicht zum Leben benötigte Geld fließt in den Wachstumsteil ein: Seine Aufgabe ist es, die im Laufe der ersten Etappe verbrauchten Vermögenssubstanz wieder aufzubauen. Hier hilft die lange Anlagezeit von zehn Jahren: Kurzfristige Kursschwankungen belasten das Portfolio weniger, deshalb wird dieser Teil des Geldes zugunsten einer höheren Rendite etwas offensiver angelegt.

Die Etappenstrategie hat zwei Vorteile. Zum einen die individuelle Ausgestaltung: Jeder Kunden bestimmt selbst, wie das Kapital in Verbrauch und Wachstum aufgeteilt wird. Wer von seinem Vermögen vor allem gut leben möchte, wählt einen höheren Verbrauchsteil. Steht der Kapitalerhalt im Vordergrund, ist ein höherer Wachstumsteil angebracht.

Zum anderen ist diese Art der Geldanlage sehr flexibel: Entnahmen aus dem Verbrauchtsteil sind nicht an Ausschüttungstermine gebunden und lassen sich jederzeit anpassen.

In vielen Fällen ist die Etappenstrategie sinnvoller als eine private Rentenversicherung. Das Vermögen wird für die nächste Generation erhalten, oder es kann als Reserve für Gesundheits- und Pflegekosten genutzt werden. Für eine gelungene Umsetzung sind eine gute Planung, ausreichend Anlagewissen und eine aktive Überwachung der Anlagen erforderlich. Daher kann es für viele Ruheständler sinnvoll sein, sich in der Umsetzung von einem Spezialisten begleiten zulassen.

Etappenstrategie: Zahlenbeispiel

Einem 65-jährigen Unternehmer stehen 500 000 Euro zur Verfügung. Davon werden 200 000 Euro für den Verbrauchsteil reserviert, was einer monatlichen Zusatzrente von rund 2000 Euro nach Steuern entspricht. Die übrigen 300 000 Euro reserviert er für den Wachstumsteil. Erwirtschaftet dieser eine Netto-
Rendite von durchschnittlich 5,2 Prozent pro Jahr, stehen am Ende der Zehnjahresperiode wieder 500 000 Euro zur Verfügung, mit denen die nächste Etappe finanziert werden kann.

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