Gläubiger der Bosse
Die Zeit, 23.01.2012
Unternehmensanleihen locken derzeit mit hohen Zinsen. Vor allem Kleinanleger sollten vorsichtig sein.
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Der Gartenmöbelhersteller MBM verspricht Anlegern, die ihm bis 2016 Geld leihen, satte 7,5 Prozent Zinsen pro Jahr. Bei der Firma Apassionata, einem Veranstalter von Artisten- und Reitgalas, gibt es 8,25 Prozent für die neueste Anleihe der Firma. Und die angeschlagene Fluglinie Air Berlin zahlt sogar 11,5 Prozent.
Verglichen mit Tages- und Festgeldzinsen ist das üppig. Anleihen von soliden Staaten werfen nur zwei Prozent oder weniger ab. Auch der Aktienmarkt dümpelt seit Monaten vor sich hin. Und so setzen viele Privatanleger derzeit auf Unternehmensanleihen.
Anleger würden Regierungen heute weniger vertrauen als Unternehmenschefs, sagt Christian Lange, Anlageberater beim VZ Vermögenszentrum in München. »Staaten sind in Verruf geraten, Unternehmen dagegen haben nach der Krise ihre Hausaufgaben gemacht«, so Lange. Während der Ertrag auf Schuldscheine von Regierungen vor der Euro-Krise noch als »risikoloser Zins« galt, ist nun die Rede vom »zinslosen Risiko«. Ein solider Weltkonzern wie der Autobauer Daimler hingegen könne seine Schulden auch in zehn Jahren noch ziemlich sicher zurückzahlen, glaubt Lange.
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